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29.03.2009

Lebende Mäuse in Schlachtbetrieb: Geldstrafe

Die Kontrolleure kamen an einem Samstag. Damit hatte der Betreiber eines Schlachtbetriebs in Tapfheim anscheinend nicht gerechnet. Denn schnell war den Kontrolleuren klar: Hier liegt einiges im Argen.

Tapfheim/ Donauwörth (wwi) - Die Kontrolleure kamen an einem Samstag. Damit hatte der Betreiber eines Schlachtbetriebs in Tapfheim anscheinend nicht gerechnet. Schnell wurde den Beamten des Landratsamts sowie des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit an jenem Wochenende im Oktober 2008 klar, dass auf dem Anwesen einiges im Argen war. Sie stießen auf Schafe, die sich in einem schlechten Gesundheitszustand befanden, und auf verschmutzte Räume. In einem Bereich, in dem Lebensmittel offen lagerten, entdeckten die Amtstierärzte lebende Mäuse. Die Behörden sahen sich gezwungen, den Betrieb wegen gravierender hygienischer Mängel zu schließen (DZ berichtete).

Strafbefehl akzeptiert

Nun hat das Amtsgericht Nördlingen auf Antrag der Staatsanwaltschaft gegen den Metzger eine Geldstrafe in Höhe von 6000 Euro verhängt - und zwar wegen Tierquälerei und weil er Lebensmittel (Fleisch) in Verkehr brachte, die zum Verzehr ungeeignet waren. Der 56-Jährige hat den Strafbefehl inzwischen akzeptiert. Somit ist der richterliche Beschluss rechtskräftig.

Lebende Mäuse in Schlachtbetrieb: Geldstrafe

Dass die hygienischen Zustände in dem Tapfheimer Betrieb nicht unbedingt in Ordnung waren, das wussten die Veterinäre bereits aus früheren Kontrollen. Im Oktober war das Maß freilich voll. Der Staatsanwaltschaft zufolge hielt der Metzger bereits seit August ein Schaf, bei dem "das Gewebe einer Außenklaue großräumig weggefault und von Maden besiedelt war". Trotz dieser offensichtlichen und schmerzhaften Erkrankung habe der Mann keinen Tierarzt gerufen.

Darüber hinaus seien die hygienischen Verhältnisse in dem Gebäude derart mangelhaft gewesen, dass das Fleisch, das sich darin befand, als für den Genuss untauglich einzustufen gewesen sei. Die Staatsanwaltschaft zählt als Beispiele auf: Im vollständig gefüllten Kühlraum hingen die geschlachteten Rinder so dicht nebeneinander, dass sie - was verboten ist - sich gegenseitig und teilweise auch die Wand berührten. Die zulässige Höchsttemperatur des gelagerten Fleischs sei um mehr als zwei Grad überschritten gewesen.

Weitere schwere Mängel stellten die Beamten in einem ehemaligen Verkaufsraum fest, der als sogenannte Hygieneschleuse dient. Gleiches galt für die Tür zum Schlachtraum und die Schutzkleidung der Mitarbeiter. Die Behörden betonten damals, dass kein Gammelfleisch gefunden worden sei. Das Fleisch der Schafe und Rinder, die der Metzger schlachtete, sei jedes Mal überprüft worden, wie Dr. Thomas Kellner vom Veterinäramt in Donauwörth nochmals erklärt: "Ein amtlicher Tierarzt ist immer da, wenn geschlachtet wird." In dem Betrieb sei für die Kunden - überwiegend habe es sich um Türken gehandelt - quasi auf Bestellung geschlachtet worden. Einen Verkaufsladen gebe es in dem Betrieb nicht.

Dieser blieb nach der Aufdeckung der Missstände rund einen Monat lang geschlossen. Der Metzger durfte die Arbeit wieder aufnehmen, nachdem er eine Reihe von Auflagen erfüllt hatte. In den vergangenen Monaten sei der Betrieb wesentlich häufiger kontrolliert worden als andere. "Es gab bisher keinen Anlass für eine weitere Schließung", fasst der Veterinär die Ergebnisse zusammen.

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