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21.06.2009

Leibhaftige Landsknechte - grausam, lustig, altertümlich

Gundelfingen Grausam war das Leben der Landsknechte. Damals als sie mit einfachen Mitteln und für ein wenig Lohn in den Krieg zogen. Und heute? "Heute ist es ein Hobby", sagt Wolfgang Stöger und strahlt. Das Tragen von geschlitzten und gepufften Gewändern und schweren Waffen macht ihm Spaß. So viel, dass er gemeinsam mit den anderen Mitgliedern der Füssener Gruppe "Cornices Faucium" zahlreiche Wochenenden im Jahr bei historischen Bürgerfesten verbringt. Dort geben sie den Besuchern einen Einblick in ihr Lagerleben und exerzieren mit ihren Waffen. Sein Kollege Manfred Wiltschka zeigt einigen neugierigen Buben und Mädchen die Schwerter, die die Männer bei sich tragen. Mit offenem Mund und aufgerissenen Augen stehen sie vor dem großen verkleideten Mann. "Neben einem langen Schwert trugen die Landsknechte damals auch einen Katzbalger mit sich, ein Kurzschwert", zeigt er den Kindern. Verletzen kann sich dabei niemand. "Nach dem deutschen Waffengesetz dürfen die Klingen der Schwerter nicht scharf sein", erklärt Wolfgang Stöger.

Es soll ja auch nicht richtig gekämpft werden beim 1. Gundelfinger Landsknechtstreffen. Dafür wird den Besuchern jede Menge gezeigt: Etwa ein Gefechtsbild - einen Igel - beim Festumzug der Gruppen und Fanfarenzüge durch Gundelfingen. "Dabei handelt es sich um eine Kampfszene. Es rotten sich alle Mannen zu einem Kreis zusammen. Diese Stellung wurde vor allem gegen berittene Krieger eingesetzt. Durch die Speerspitzen, die in alle Richtungen ragten, haben sich die Pferde nicht näher hingetraut", so Georg Wörishofer. Der historische Berater vieler Gemeinden und Vereine versorgt auch den Historischen Bürgerverein in Gundelfingen mit Informationen.

Doch der Igel ist nicht alles, was die Besucher zu sehen bekommen. Im Gundelfinger Maxgarten wird mit verschiedenen Waffen exerziert. Böllerschüsse lassen dort den Boden beben. Der bebt auch auf der Bleiche. Die "Starke Ella" lässt ihre Muskeln spielen und jongliert mit allerhand Gewichten. Hunderte Zuschauer verfolgen, wie sie ein Telefonbuch in der Mitte durchreißt. Ein freiwilliger Vertreter des "starken" Geschlechts war vorher schon an dieser Aufgabe gescheitert.

Stark ist auch Georg I. von Frundsberg. Der Vater der Landsknechte gibt - eine Woche vor dem bekannten Frundsbergfest in Mindelheim - Gundelfingen die Ehre und wird an der Freitreppe von Bürgermeister Franz Kukla und Landrat Leo Schrell und zahlreichen Schaulustigen begrüßt.

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