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Kommunalwahlen

29.04.2020

Los geht’s, liebe Bürgermeister!

Johannes Ebermayer ist der neue Schwenninger Bürgermeister.
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Johannes Ebermayer ist der neue Schwenninger Bürgermeister.
Bild: Ebermayer

Plus Sie sind die neuen Gesichter in den Rathäusern im Landkreis und haben ab 1. Mai in ihren Kommunen das Sagen. Wie sie sich auf das neue Amt vorbereiten.

Ohne Maibaum, ohne Feier – aufgrund der Corona-Pandemie beginnen die neuen Bürgermeister zum 1. Mai ihren Dienst fast unauffällig. Deswegen haben wir sie gefragt, wie sie starten.

Johannes Ebermayer steckt schon mitten in der Arbeit. Die Übergabe mit dem bisherigen Schwenninger Rathauschef Reinhold Schilling läuft längst. So kann Ebermayer am 1. Mai gleich durchstarten. Zumindest will er trotz Feiertag in seinen neuen Arbeitsplatz „einziehen“. Er sei sehr dankbar, dass die Übergabe so gut klappe. Und der neue Schwenninger Bürgermeister hat auch nicht viel Zeit für eine Einarbeitung. Wichtige Projekte in der Gemeinde sind bereits am Laufen. „Diese werde ich jetzt eins zu eins übernehmen und weiter vorantreiben“, sagt er. Seien es der Kindergartenneubau oder die neuen Baugebiete in beiden Ortsteilen. Trotzdem wolle er sich nächste Woche als Erstes bei seinen Mitarbeitern vorstellen – so, wie es eben in der Corona-Krise möglich sei. Seine bisherige berufliche Tätigkeit hat er vorerst auf Eis gelegt. Vor der neuen Herausforderung sei er auch ein wenig aufgeregt, wie er verrät. „So ein cooler Socken bin ich auch nicht, dass ich vor dieser Aufgabe nicht Respekt hätte. Aber das muss so sein“, sagt der neue Bürgermeister.

Respekt vor dem Bürgermeisteramt

Da stimmt ihm sein neuer Kollege Christian Weber zu: „Respekt ist immer da. Das ist die Voraussetzung vor jeder neuen Aufgabe.“ Der Familienvater ist ab 1. Mai der neue Bürgermeister der Gemeinde Lutzingen – und Weber freut sich, dass es endlich losgeht. „Man ist gewählt und will loslegen.“ Deshalb will er am 1. Mai auf jeden Fall ins Rathaus und Unterlagen wälzen. Zudem hat er die kommende Woche Urlaub und könne sich voll auf die Aufgabe stürzen. Auch wenn das Amt des Bürgermeisters in Lutzingen ehrenamtlich ist, so hat Weber seine Arbeit im Landratsamt auf eine Vier-Tage-Woche reduziert. Dabei, und das sei ihm sehr wichtig, wolle er die neuen Aufgaben „besonnen und ohne Aktionismus“ angehen. Trotzdem will er als neuer Bürgermeister in Lutzingen und Unterliezheim seinen Stil umsetzen – und der geht schon in der Büroeinrichtung los. Deshalb finden auf jeden Fall einen Platz im Lutzinger Rathaus: ein modernes Kreuz und eine Figur des Erzengels Michael – des Schutzpatrons.

Auch in Bächingen gibt es im Rathaus eine Schlüsselübergabe: Siegmund Meck folgt als Bürgermeister auf Roland Grandel. Die Einarbeitung war aufgrund der Corona-Krise bisher nur eingeschränkt möglich, betont Meck. Zur Vorbereitung auf die konstituierende Sitzung griff er viel auf Telefon und E-Mail zurück. Die Übergabe vom bisherigen Bürgermeister erfolgte im Laufe dieser Woche – persönlich. „Wir müssen einiges besprechen, das geht anders nicht“, sagt Meck, und verweist etwa auf die Schlüsselübergabe. Aber natürlich habe man dabei den Sicherheitsabstand eingehalten. Trotz der widrigen Umstände sei Meck „sehr entspannt“ und er freue sich auf seine neuen Aufgaben. Das erste Mal im Rathaus wird er am 2. Mai sein.

Eine seltsame Zeit für den Start in das Amt

In Bachhagel findet die Schlüsselübergabe zwischen Ingrid Krämmel und ihrem Nachfolger Ingo Hellstern am Donnerstagabend statt. Der Neue hat seine Vorgängerin schon bei einigen Terminen begleitet. „Leider sind viele Veranstaltungen ausgefallen und ich kann auch die Gemeinderatsmitglieder nicht einfach an einen Tisch holen und alles besprechen. Das wäre viel schöner. Aber damit muss man umgehen lernen“, sagt Hellstern zuversichtlich. Die Baustellen in der Gemeinde hat er sich schon angeschaut. Die ganze Woche hatte er Termine. Das Ziel sei ein nahtloser Übergang. „Am 1. Mai gibt es keine Termine, dennoch geht es natürlich gleich los.“ Auch, ohne dass der neue Bürgermeister wie sonst üblich am ersten Arbeitstag um 6 Uhr morgens mit einem Ständchen des Bachhagler Musikvereins aufgeweckt wird. „Das fällt leider auch aus, das finde ich sehr schade.“ Ein Highlight in den nächsten Wochen steht am 20. Mai im Brauereistadel an. „Da werde ich meine erste Trauung durchführen. Ich hoffe, alles klappt. Das Paar soll im besten Fall nicht merken, dass das meine erste Trauung ist“, sagt Hellstern und lacht.

Mirjam Steiner weiß auch schon genau, was für sie das Erste sein wird, wenn sie das erste Mal ihren neuen Schreibtisch beziehen wird: ihre Mitarbeiter begrüßen. „Ich werde eine kleine Ansprache für die nächsten sechs Jahre halten“, sagt die neue Bürgermeisterin von Syrgenstein. Dann folgt die finale Vorbereitung auf die konstituierende Sitzung. Ihren neuen Gemeinderatsmitgliedern will sie ein Seminar – oder wegen der Corona-Krise wohl eher ein Webinar – ermöglichen. „Um ihnen das bestmögliche Handwerkszeug mitzugeben“, wie sie sagt. Bereits in den vergangenen Wochen habe sie sich mit vielen Themen beschäftigt. „Ich bin schon gestartet“, sagt sie. Es gab ein Übergabegespräch mit ihrem Vorgänger und Vater Bernd Steiner. Ein zweites folgte im Laufe dieser Woche. Der erste offizielle Arbeitstag steht für sie aufgrund des Feiertags am Montag, 4. Mai, an.

Dass das öffentliche Leben stillsteht, findet Holzheims neuer Rathauschef, Simon Peter, sehr schade. Er hatte sich bereits auf die Maifeierlichkeiten und die öffentliche Einführung in sein Amt gefreut. Vorstellen muss sich Peter in seiner Gemeinde jedoch nicht. Die vergangenen sechs Jahre hat er sich bereits als Zweiter Bürgermeister und Krankheitsvertretung des scheidenden Bürgermeisters Erhard Friegel bewährt. Trotz seiner Erfahrung ist Peter ein wenig aufgeregt vor dem Start in das Hauptamt. „Eine gewisse Aufregung gebührt ja schon dem Respekt vor dem Amt“, sagt Peter. Seine Arbeitsstelle als Außendienstmitarbeiter hat er zum 31. März gekündigt. Er freue sich, dass er sich ganz auf die Gemeindearbeit konzentrieren könne. Seine Arbeit als Mesner der St.-Martin-Kirche wird er sich weiter mit seiner Frau Karin teilen.

Vorfreude auf die Gestaltung der Kommunen

Die Schlüsselübergabe für das Rathaus in Zusamaltheim hat noch nicht stattgefunden. Dafür hat Stephan Lutz, der dort ab 1. Mai auf dem Chefsessel Platz nehmen wird, schon mal die Schlüsselverwaltung kennengelernt. Die fällt in den Zuständigkeitsbereich des Bürgermeisters. Lutz hatte in den vergangenen Wochen regelmäßige Treffen mit dem scheidenden Rathauschef Wolfgang Grob, um sich einzuarbeiten. Lutz ist allerdings kein Neuling. Immerhin saß er zwölf Jahre lang im Gemeinderat. Nun geht es für ihn auch darum, wie er seine Arbeit als Gruppenleiter in der Entwicklung bei BSH-Hausgeräte mit seiner Tätigkeit als Bürgermeister verbinden kann. Doch Lutz geht die Sache gelassen an und freut sich auf interessante Themen, wie die Gestaltung des Dorfplatzes.

Auch Thomas Reicherzer startet am 1. Mai ins neue Amt. Entsprechend anstrengend seien die vergangenen Wochen gewesen: Wegen der Corona-Krise konnte der Vorbereitungskurs für Bürgermeister nicht stattfinden. Außerdem stand für den künftigen Wittislinger Rathauschef der Umzug in die Gemeinde an. „Es war ja nicht möglich, die Familie dafür zu mobilisieren. Also haben wir das zu zweit gemacht“, erzählt er. Vorbereitet hat sich der neue Bürgermeister angesichts der Krise vor allem durch Telefonate mit Bürgermeistern und Gemeinderäten. „Und ich habe alles an Literatur gesichtet, was es zu dem Thema gibt – was leider nicht sehr viel ist.“ Den ersten Arbeitstag am Montag will Reicherzer nutzen, die Verwaltungsmitarbeiter näher kennenzulernen. Was er zuerst angehen werde, wisse er noch nicht. „Es macht wenig Sinn, sich das von zu Hause aus zu überlegen“, sagt er. Weit oben auf der Prioritätenliste stünden aber Investitionen in die Digitalisierung.

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