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Lauingen

01.05.2018

Mai-Kundgebung: Die Zweiklassengesellschaft beenden

Antonie Schiefnetter (rechts) dankt Linda Schneider für ihren ambitionierten Vortrag zum 1. Mai bei der DGB Kundgebung in Lauingen.
Bild: Horst von Weitershausen

Linda Schneider von der Gewerkschaft ver.di fordert den Kampf für gerechte Löhne, Qualität der Arbeit und die Abschaffung von Hartz IV.

Die DGB-Kundgebung zum 1. Mai im Kolpinghaus Lauingen abzuhalten sei eine hervorragende Wahl in diesem Jahr, sagte Lauingens Bürgermeister Wolfgang Schenk. Denn das diesjährige Motto Vielfalt, Gerechtigkeit, Solidarität, unter dem der Deutsche Gewerkschaftsbund zur Kundgebung eingeladen habe, werde von der Kolpingsfamilie vorgelebt.

Eröffnet hatte die Kundgebung DGB-Kreisvorsitzende Antonie Schiefnetter im gut besuchten Kolpingsaal. Unter den Kundgebungsgästen begrüßte die DGB-Kreisvorsitzende die beiden Landtagsabgeordneten Georg Winter und Johann Häusler, den 3. Bürgermeister von Dillingen, Walter Fuchsluger, den stellvertretenden Landrat Alfred Schneid sowie die Bürgermeister Bernd Steiner aus Syrgenstein und Erhard Friegel, Holzheim.

In ihren Ausführungen zum diesjährigen Kundgebungsmotto sagte die DGB Kreisvorsitzende, es reiche nicht aus, was sich die Große Koalition für die Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen vorgenommen habe. Schiefnetter: „Wir brauchen mehr soziale Gerechtigkeit, mehr solidarische Politik und mehr Förderung der Vielfalt.“ Darüber hinaus forderten die Gewerkschaften Solidarität statt gesellschaftliche Spaltung und Ausgrenzung, sowie klare Kante gegen Rassismus und extreme Rechte. In diese Forderung schließe der DGB auch ein, endlich etwas gegen die prekären Arbeitsplätze zu unternehmen, in denen noch immer eine große Anzahl von Arbeitnehmern ihr Arbeitsleben mit niedrigen Löhnen fristen müssten. Niedriglöhne sind keine Perspektive für die Zukunft, sondern führen zu Altersarmut. Sie müssen abgeschafft werden.

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Hauptrednerin Linda Schneider, stellvertretende Landesbezirksleiterin ver.di Bayern, forderte ebenso vehement in ihrem Vortrag die Abschaffung der prekären Arbeitsplätze und somit auch die Spaltung des Arbeitsmarktes. Es sei einfach lachhaft, wenn von der Bayerischen Staatsregierung in großen Lettern verbreitet werde, „der Wohlstand kommt bei den Menschen an“, obwohl seit Jahren die Einkommen rechnerisch abnehmen. So würden beispielsweise immer mehr alte Menschen in die Grundsicherung getrieben und Wohnen werde zum unbezahlbaren Luxusgut. Ein durchschnittliches statistisches Jahreseinkommen in Bayern von 70000 Euro sei ebenso Sand in den Augen wie Ersparnisse von durchschnittlich 100000 Euro, wie sie von staatlicher Seite verbreitet werden.

Daher lohne sich jeder gesellschaftliche Kampf für die Menschen, wie ihn die Gewerkschaften führen und damit bereits gute Tarifabschlüsse (Metall, Post, Telekom) für die Arbeitnehmer im laufenden Jahr erreicht haben. In diesem Zusammenhang verwies Linda Schneider auf die Forderung der Gewerkschaften in Deutschland, dass die Arbeitgeber endlich wieder zu sozialer Partnerschaft zurückkehren. Von früher 80 Prozent seien zurzeit gerade einmal noch 53 Prozent der Arbeitgeber tarifrechtlich gebunden. Von der Großen Koalition verlange sie das Einlösen der Versprechen im Koalitionsvertrag mit der nachdrücklichen Forderung, endlich Hartz IV abzuschaffen.

„Die Zweiklassengesellschaft in Deutschland muss endlich ein Ende haben.“ Die Schere zwischen Arm und Reich klaffe immer weiter auseinander. In ihren weiteren Ausführungen widmete sich Linda Schneider dem Zustand Europas, das immer weiter auseinanderdrifte. Auch hier müsse um mehr Solidarität, Vielfalt und Demokratie gekämpft werden. Ebenso gegen die Kriege auf der Welt und die damit verbundenen Waffengeschäfte, besonders von Deutschland. Landrat Leo Schrell sagte in seinem Grußwort, dass der DGB mit dem Leitmotiv „Vielfalt, Gerechtigkeit, Solidarität“ in diesem Jahr einen wichtigen Rahmen für seine vielfältigen Aktivitäten gewählt habe, um damit auf Fehlentwicklungen in der Gesellschaft aufmerksam zu machen.

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