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Buttenwiesen

29.01.2020

Maibaum-Auslöse in Buttenwiesen eskaliert

In Buttenwiesen eskalierte eine Maibaum-Auslöse.

Ein Mann droht damit, den Baum zu zersägen. Er fordert Bier und Geld und wird handgreiflich. Der Fall landet wegen räuberischer Erpressung vor Gericht

Der Brauch um den Maibaum ist ein Stück Heimatkultur. Für so manchen aber auch eine ernste Sache. Das zeigt ein Fall aus Buttenwiesen, wo die „Verhandlungen“ um eine Maibaum-Auslöse eskalierten. Zwei Männer bekamen sich derart in die Haare, dass der Fall nun wegen „räuberischer Erpressung“ am Dillinger Amtsgericht landete.

Der 31-jährige Angeklagte aus dem Landkreis Dillingen war am 1. Mai 2018 mit einem Freund um 6 Uhr morgens unterwegs. Beide kamen nach Angaben des Gerichts gerade selbst vom Maibaumstellen zurück. In Buttenwiesen sahen sie am Straßenrand einen geparkten Wagen mit Anhänger, auf dem ein Maibaum befestigt war. Es handelte sich um einen kleineren Baum, der offenbar im privaten Umfeld verschenkt werden sollte.

Aussöhnung vor Gericht

Die Männer hielten vor dem Fahrzeug und sprachen den Besitzer des Baumes an, einen heute 24-Jährigen aus einem benachbarten Landkreis. Er solle ihnen Bier als Auslöse geben, ansonsten würden sie den Baum auf dem Anhänger zersägen, so die Drohung. Der 24-Jährige weigerte sich, dem nachzukommen – er hatte auch kein Bier dabei. Der Angeklagte verlangte stattdessen 25 Euro. Um seiner Forderung Nachdruck zu verleihen, packte er den Maibaumbesitzer am Kragen. Außer einer Rötung am Hals erlitt dieser allerdings keine Verletzungen. Im Rahmen des Konflikts wurde der Baum offenbar auch angesägt und dadurch beschädigt. Von wem und wie genau, ist unklar. Jedenfalls rückte der 24-Jährige daraufhin das Geld heraus.

Maibaum-Auslöse in Buttenwiesen eskaliert

In dieser Woche treffen sich die Beteiligten vor Gericht. Der Angeklagte ist geständig und gibt die Anschuldigungen gegen sich zu. Im Rahmen des Prozesses entschuldigt er sich mit Handschlag beim Geschädigten, der die Entschuldigung annimmt. So kommt es zur Aussöhnung im Gerichtssaal.

Auch das Urteil ist unspektakulär. Laut Gericht sei wegen der besonderen juristischen Einordnung des Brauchtums um den Maibaum der Vorwurf der Erpressung gar nicht so eindeutig. So stellt Richter Patrick Hecken das Verfahren, mit Zustimmung aller Beteiligten, ein. Der Angeklagte muss lediglich eine Geldauflage von insgesamt 400 Euro an die Baum-Allianz Augsburg zahlen – eine von Bürgern gegründete Initiative aus der Fuggerstadt, die sich für den Erhalt von Bäumen einsetzt. (ands, pm)

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