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Augsburg

17.03.2014

Massenabmahner Urmann erscheint nicht zu Betrugsprozess

Der als Massenabmahner bekannte Rechtsanwalt Thomas Urmann sollte ab Montag in Augsburg wegen Betrugs und Insovenzverschleppung vor Gericht stehen. Nur - er kam nicht.

Thomas Urmann, Chef der Regensburger Kanzlei Urmann + Collegen (U+C), hat sich vor allem als Abmahner in Urheberrechts-Angelegenheiten einen Namen gemacht. Zuletzt sorgte er im Dezember bundesweit für Furore, als er zig-tausenden Internetnutzern Abmahnungen schickte, weil sie sich angeblich auf dem Porno-Portal Redtube Erotikfilme angesehen hätten und dies illegal gewesen sei.

Ob diese Abmahnungen berechtigt waren, ist bis heute umstritten. Unter anderem das Bundesjustizministerium kam zum Schluss, Abmahnungen wegen Streamings seien unberechtigt.

Dass Thomas Urmann am Montagmittag vor Gericht erscheinen sollte, hatte aber einen anderen Grund. Die Staatsanwaltschaft Augsburg wirft Urmann vor, als Geschäftsführer einer Fleisch- und Wurstfabrik in Gundelfingen (Landkreis Dillingen) nicht rechtzeitig Insolvenz angemeldet zu haben. Die Firma sei bereits im März 2009 zahlungsunfähig gewesen. Doch erst im April 2010 sei dann tatsächlich Insolvenz angemeldet worden.

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Erschwerend hinzu kam nach Angaben der Ermittler, dass Urmann trotz der Zahlungsunfähigkeit weiter Aufträge an Lieferanten herausgab - die dann nicht bezahlt wurden. Der insgesamt entstandene Schaden wird auf über 350.000 Euro geschätzt. Zudem sollen Sozialversicherungsbeiträge für Mitarbeiter nicht abgeführt worden sein.

Thomas Urmann im Krankenhaus

Fünf Tage wollte das Augsburger Schöffengericht unter Vorsitz von Roland Fink nun prüfen, ob Urmann sich damit des Betrugs und der Insolvenzverschleppung schuldig gemacht hat. Doch so weit kam es nicht - der Regensburger Jurist ließ sich krank melden.

Seine Anwältin teilte dem Gericht zu Prozessbeginn am Montagnachmittag mit, dass Urmann seit Sonntag im Krankenhaus liege und frühestens am Mittwoch entlassen werde. Zudem sei er dann noch nicht fähig, an einer Verhandlung teilzunehmen.

Der Prozess gegen Thomas Urmann platzte damit. Er muss neu angesetzt werden. Wie Richter Fink mitteilte, soll neuer Verhandlungsbeginn am 14. Juli sein.

Zweiter Prozess gegen Urmann wohl auch geplatzt

Mit der Krankmeldung fällt wohl auch ein zweiter Prozess gegen Thomas Urmann ins Wasser, der eigentlich am morgigen Dienstag stattfinden sollte. Das Amtsgericht Regensburg hatte im Juli 2013 entschieden, dass Urmann in einem Fall von rechtsmissbräulichen Abmahnungen Schadensersatz zahlen muss, konkret die Anwaltskosten, die einem seiner Opfer entstanden waren. Morgen wollte die Berufungsinstanz die Angelegenheit noch einmal aufrollen. Ob es dazu kommt, ist nun fraglich.

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