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10.07.2012

Mehr Patienten, mehr Leistung – dennoch Defizit

Die Kreiskliniken haben 2011 ein Defizit von rund 1,4 Millionen Euro erwirtschaftet. Unser Archivbild zeigt den Beginn der Bauarbeiten für das neue KfH-Nierenzentrum am Dillinger Krankenhaus.
Bild: Yvonne Salvamoser

Die Kreiskliniken sind im dritten Jahr in Folge gewachsen. Geschäftsführer Uli-Gerd Prillinger stellt Ergebnis 2011 vor

Von Martina Bachmann

Dillingen Die Kreiskliniken haben 2011 mehr Patienten behandelt, mehr Leistungen erbracht – und dennoch ein Defizit erwirtschaftet. Insgesamt schlossen die beiden Krankenhäuser mit einem Minus von 1,431 Millionen Euro ab, rund 417000 Euro entfielen auf Dillingen, circa 1,014 Millionen Euro auf Wertingen. Warum selbst das dritte Jahr Wachstum in Folge keine schwarzen Zahlen einbrachte, das erklärten Aufsichtsratsvorsitzender und Landrat Leo Schrell sowie Geschäftsführer Uli-Gerd Prillinger in der Sitzung des Krankenhausausschusses des Kreistages am gestrigen Montag. Die Teilnehmer der Sitzung reagierten mit einer teils sehr emotionalen Debatte über ein altes Thema – die Privatisierung der Krankenhäuser.

Prillinger erklärte, dass die Gesetzgebung des Bundes einer der Gründe für das Defizit sei. Um die Lohnnebenkosten gering zu halten, sei zum 1. Januar 2011 das GKV-Finanzierungsgesetz eingeführt worden. Ein Beispiel: Eine Klinik X hat im Jahr 2010 100 Patienten behandelt. 2011 will sie 120 Patienten versorgen. In den Budgetverhandlungen stimmt die Krankenkasse dieser Erhöhung zwar zu – doch das Krankenhaus bekommt für die Behandlung der zusätzlichen 20 Patienten nur noch 70 Prozent der Summe, die diese Leistung eigentlich wert wäre. Versorgt das Krankenhaus in unserem Beispiel nun sogar 140 Patienten, dann sinkt die Quote bei den weiteren 20 Patienten sogar auf 35 Prozent.

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Gerade das Wertinger Haus habe dieses Gesetz getroffen, so Prillinger: „Mehrleistung ist in diesem System nicht erwünscht.“ Landrat Leo Schrell ergänzte: „Wenn wir in Wertingen Ende November zugemacht hätten, dann hätten wir ein besseres Ergebnis.“

Sowohl Schrell als auch Prillinger betonten in der Debatte, dass die Personal- und Sachkosten in beiden Kliniken erwirtschaftet worden seien. In den vergangenen Jahren, so der Landrat, sei dies nicht möglich gewesen. Siegfried Wölz (SPD) löste die Debatte schließlich mit der Frage aus, warum andere Krankenhäuser Gewinne machten und die Kreiskliniken nicht. „Das Geld läuft uns weg.“ Er verwies auf das Sailer-Gymnasium, das seiner Meinung nach in einem „katastrophalen“ Zustand sei.

Schrell wies diese Aussage entschieden zurück, man investiere in Bildungseinrichtungen.

Den gesamten Artikel und einen Kommentar zum Thema lesen Sie in der Dienstag-Ausgabe der Donau-Zeitung.

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