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Rallye

22.07.2014

Mit Gammelfisch im Auto unterwegs

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Zwischenstopp am nördlichsten Punkt Europas: Als Martin (links) und Rudi Waltl (rechts) das Nordkap erreichten, schneite es dort.

Was die Waltl-Brüder auf ihrer Tour durch den Norden Europas erlebt haben

Sonnige Nächte, eine atemberaubende Landschaft und jede Menge Abenteuer. Auf der Baltic Sea Circle Rallye rund um die Ostsee haben die Brüder Martin und Rudi Waltl aus Schabringen einiges erlebt. 9500 Kilometer haben die beiden in zwei Wochen mit ihrem 20 Jahre alten BMW zurückgelegt. Nun sind sie wieder zurück. Mit vielen Eindrücken, die sie nie wieder vergessen werden. Einer der unvergesslichsten Momente, sagen die beiden, ist sicherlich die Sache mit dem Gammelfisch. Denn bei der Rallye rund um die Ostsee, die mit 120 Fahrzeugen in Hamburg startete, geht es nicht darum, als Erster und Schnellster zurück in die Hansestadt zu kommen. Vielmehr gilt es, Land und Leute zu erleben. Und dabei sollen auch verschiedene Aufgaben helfen, die sich die Veranstalter für einzelne Stationen ausgedacht haben. Und die mit dem Gammelfisch, sagt Rudi Waltl, war die delikateste von allen. „Die Aufgabe lautete, dass wir diesen vergorenen Fisch kaufen, die Dose öffnen und damit 200 Kilometer fahren müssen. Danach musste jeder ein kleines Stück essen.“ Eine Erfahrung, auf die beide gerne verzichtet hätten. Denn ein Genuss sei diese spezielle nordische Delikatesse beileibe nicht gewesen. „Aber mit viel Zwiebeln konnte man schon ein kleines Stückchen essen.“

Ansonsten haben die Brüder die Aufgaben allerdings nicht allzu ernst genommen. Möglicherweise auch, weil die beiden hauptberuflichen Ingenieure immer wieder damit beschäftigt waren, die Autos von anderen Rallyeteilnehmern wieder fitzumachen oder abzuschleppen. „Unser eigenes Auto war wie ein unzerstörbarer Panzer. Das war tipptopp“, loben die beiden ihren fahrbaren Untersatz, den sie für gerade mal 2000 Euro erstanden und mittlerweile schon wieder verkauft haben. Die Holländer, mit denen sie auf der Tour durch den Norden Europas quasi eine Fahrgemeinschaft gebildet haben, hatten da weniger Glück. Bei ihnen machte die Benzinpumpe schlapp. Ein Ersatzteil war schnell gefunden. Nur der Filter fehlte noch. „Da haben wir dann einfach unser Nudelsieb genommen und das mit eingebaut“, sagen die beiden. Eine Konstruktion, die die ganze Tour über hielt.

Gehalten hat darüber hinaus auch der brüderliche Frieden auf den langen Etappen durch den hohen Norden, wo die Sonne nördlich von Stockholm gar nicht mehr unterging. Das ermöglichte teilweise lange Etappen „Einmal waren wir sogar 26 Stunden am Stück unterwegs“, sagt Rudi Waltl. Das Wetter sei für die Jahreszeit leider ungewöhnlich schlecht gewesen. „Als wir nachts um halb zwölf am Nordkap angekommen sind hatten wir zwei drei Grad und Schneesturm.“ Unangenehm sei daneben die Grenzkontrolle hinüber nach Russland gewesen. „Das hat vier Stunden gedauert, trotz Visum.“ Auf den eigentlich geplanten zweiten Schwenk in russisches Gebiet verzichteten die Brüder deshalb. „Dafür waren die Städtchen in Estland, Litauen und Lettland wirklich eine Reise wert.“ Eine Reise wert gewesen sei die ganze Rallye aber auch noch aus einem anderen Grund. Denn durch die Werbung auf ihrem Auto brachten die Waltls insgesamt 335 Euro für das Tierheim Höch-städt, 200 Euro für den TSV Wittislingen und 454 Euro für Kinder in Not zusammen.

Die gemeinsame Tour, sie hat den Brüdern Lust auf mehr gemacht. „Man gewöhnt sich an den Tagesablauf. Aufstehen, ins Auto sitzen, fahren“, sagen sie. Rudi Waltl hat auch schon ein weiteres Projekt ins Auge gefasst. „Auf den Riksha-Run durch Indien hätte ich schon Lust.“ Denn jetzt hat ihn der Roadtrip-Virus erfasst.

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