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09.06.2012

Mit Kerzen und Pendeluhr der Zeit auf der Spur

Mit Kerzen und Pendeluhr der Zeit auf der Spur
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Paula Print findet im Kinderhaus Gundelfingen heraus, was Vergänglichkeit ist

Oma, warum hast du solche Striche im Gesicht?

Gundelfingen Das weiß auch Paula Print noch nicht so genau. Aber die Kinder im Montessori-Kinderhaus in Gundelfingen haben sich mit dieser und anderen Fragen rund um Zeit und Vergänglichkeit schon einige Wochen beschäftigt. „Die wissen bestimmt Bescheid“, sagt sich die neugierige Zeitungsente und macht sich sofort auf den Weg in die Gärtnerstadt. Schließlich machen sie beim Wettbewerb „Es funktioniert?! – Kinder in der Welt der Technik“ mit, der vom Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft ausgeschrieben wurde. In diesem Jahr nehmen daran 64 bayerische Kindergärten, Horte und Grundschulen teil und hinterfragen in eigenen Projekten die Welt der Technik.

Um herauszufinden, was denn nun diese Striche im Gesicht der Oma sind, haben die Kindergartenkinder erst einmal ihre eigene Haut unter die Lupe genommen – im wahrsten Sinne des Wortes. Und was haben sie so herausgefunden? Dass auch sie als sehr junge Menschen schon Falten haben, erklärt Kinderhausleiterin Heidemarie Hitzler und lacht. Paula Print schüttelt ungläubig den Kopf: „Ehrlich?“, fragt sie verdutzt nach. Naja, sagt Heidemarie Hitzler, an den Fingern zum Beispiel haben die Kinder ein paar Falten an sich entdeckt.

Mit Kerzen und Pendeluhr der Zeit auf der Spur

Und die Buben und Mädchen haben noch einige andere Experimente gemacht, um zu sehen, warum sich etwas verändert und was genau dabei passiert. So haben sie zum Beispiel einen silber glänzenden Nagel eine Zeit lang ins feuchte Gras gelegt. Bald verbindet sich das Eisen im Nagel mit dem Wasser und er rostet. „Bei solchen Vorgängen ist immer viel Chemie im Spiel“, sagt Heidemarie Hitzler.

Gemeinsam haben die Kinder dann darüber philosophiert, was Zeit überhaupt ist. Gemeinsam haben sie eine Zeitlinie gebastelt mit vielen Fotos von sich als Baby, als Kleinkind und als Kindergartenkind. Auch eine Zeitlinie haben sie gelegt und dabei herausgefunden, dass die Dinosaurier vor rund 65 Millionen Jahren auf der Erde lebten, der Mensch erst seit etwa 200000 Jahren dort lebt. Sie haben gelernt, dass ein Tag 24 Stunden hat, eine Woche sieben Tage und ein Monat einmal 30, 31 und der Februar 29 Tage hat. In vielen Experimenten haben sie erkundet, wie man Zeit messen kann. Da gibt es zum Beispiel die Sonnenuhr im Garten der Einrichtung oder die Kerzenuhr: Die Kinder haben die Uhr gelesen und auf der Kerze mit Linien markiert, wann etwa eine Stunde vorbei ist und wie weit die Kerze bis dahin heruntergebrannt ist. Gemeinsam mit einem Uhrmacher haben sie eine 500 Jahre alte Pendeluhr bestaunt, die vielen Zahnräder, Spiralen, das Ziffernblatt und die kunstvoll gearbeiteten Zeiger. Wie man eine kaputte Uhr wieder zum Laufen bringt, sahen die Buben und Mädchen, als das Puppentheater „Moussong“ zu Gast war.

Zeitmaschine samt Plattenspieler und Nebelmaschine

Aber ganz besonders spannend findet Paula Print ein Projekt, an dem die Kinder und ein paar Väter gemeinsam mit Dr. Fritz Gartner gerade tüfteln: einer Zeitmaschine. Mit ihr wollen die Kinder spielerisch in die Vergangenheit und Zukunft reisen. Dazu sitzen sie auf einem knallroten Ledersessel mit zwei Gurten, treten feste in die Pedale und, sodass sich ein vor ihnen befestigter Globus im Schein einer Taschenlampe, die die Sonne darstellen soll, dreht. Wohin die Reise geht, finden die Kinder mit einer großen, runden Scheibe heraus, die hinter dem Sitz angebracht ist. Dort sind, wie auf einem Glücksrad, verschiedene Zeitalter dargestellt. Für die richtigen Geräusche sorgen ein alter Plattenspieler, für die nötige Action eine Nebelmaschine und Neonlicht.

„Und wann startet die Zeitmaschine zu ihrer ersten Fahrt?“, fragt die Zeitungsente ganz aufgeregt. Dazu muss sie aber noch eine Weile warten, bis das Kinderhaus Gundelfingen sein Sommerfest feiert.

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