Verkehr

19.11.2013

Mit Licht ist Pflicht

Fehlende Beleuchtung ist nicht nur gefährlich, sondern kann auch teuer werden

Von Katharina Gaugenrieder

Radfahren ist gesund. Das hat sich mittlerweile herumgesprochen. Doch ein Ausflug mit dem Drahtesel, der kann auch gefährlich werden, wenn man nicht richtig ausgerüstet ist. Allein in diesem Jahr ereigneten sich im Kreis nach Auskunft von Wolfgang Mayr, stellvertretender Pressesprecher der Polizeiinspektion Dillingen, bereits 73 Unfälle, bei denen Radfahrer verletzt wurden. Ein Radler überlebte den Unfall nicht. Und erst vergangene Woche gab es wieder ein schwerer Unfall, bei dem ein 36-jähriger Radfahrer lebensgefährlich verletzt wurde. Er überquerte nach Angaben der Polizei gegen 17 Uhr die Straße. Ohne Licht und ohne Helm.

Das ist nach Auskunft von Wolfgang Mayr keine Seltenheit. Immer wieder halten seine Kollegen Radler auf, die ohne Licht unterwegs sind. „Das ist gang und gäbe.“ Vor allem Jugendliche hätten oft Mountainbikes ohne Lichtanlage. Doch immer wieder stoppen die Beamten auch Erwachsene ohne Licht. „Alle wissen, dass sie eines brauchen. Aber meistens kommen dann Ausreden“, sagt Mayr. 20 Euro können fällig werden, wenn man erwischt wird, weil man im Dunkeln ohne funktionierende Beleuchtung unterwegs ist. Einen Helm zu tragen ist dagegen nicht verpflichtend. Sinnvoll ist es aber allemal. Mayr hat schon einige Unfälle gesehen, in denen der Helm dem Radfahrer aus seiner Sicht das Leben gerettet hat. „Der Radfahrer ist bei einem Zusammenstoß meistens der Schwächere“, sagt er.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Das sieht Alexander Thieme, Stellvertretender Vorsitzender des ADFC-Kreisverbands Günzburg-Dillingen, ähnlich. „Ich setze gerade im Stadtverkehr nach Möglichkeit schon einen Helm auf. Besonders im Sommer gerne als Sonnenschutz. Als Last empfinde ich den Helm nicht“, sagt er. Dennoch spreche sich der ADFC-Bundesverband gegen eine generelle Helmpflicht aus. „Die Generation 50 plus tut sich eher schwer, sich an den Helm zu gewöhnen“, sagt Thieme. Käme eine Helmpflicht sei die Sorge, dass das so manchen Radfahrer dann von seinem Hobby abhalten würde. Beim Thema Beleuchtung gibt es für Thieme aber keine Kompromisse. „Es gibt keinen Grund mehr, ohne Licht unterwegs zu sein“, sagt er auch im Hinblick auf die technischen Errungenschaften der vergangenen Jahre.

Dem kann Stefan Hausmann von der Fahrradwelt Hausmann in Gundelfingen nur beipflichten. Besonders die neuen LED-Lichter seien deutlich heller und auch langlebiger als die früher üblichen Halogenstrahler. Für Mountainbikes, die in der Regel keine serienmäßige Lichtanlage haben, seien Batterielichter sinnvoll, die es ebenfalls mit LED-Technik gibt. Sie kann man mittlerweile auch mittels USB-Kabel aufladen. Und auch bei den Fahrradhelmen, sagt Hausmann, habe sich in den vergangenen Jahren einiges getan. „Sie sind heute individuell einstellbar und formschön und man schwitzt kaum darunter.“ Hausmann hat den Eindruck, dass immer mehr seiner Kunden beim Radfahren einen Helm tragen. Einige Verweigerer gebe es aber immer noch. „Das sind hauptsächlich Frauen. Wegen der Frisur“, sagt er.

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Lesen Sie dazu auch
Copy%20of%20IMG_0515(2).tif
Jahrhundertsommer

Keine Angst vor Wasserknappheit

WhatsappPromo.jpg

Alle News per WhatsApp

Die wichtigsten Nachrichten aus Augsburg, Schwaben
und Bayern ganz unkompliziert auf Ihr Smartphone.

Hier kostenlos anmelden