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Dillingen

08.03.2018

Mit Schwung über die WIR

Hoch das Bein: Mehrmals am Tag gibt es auf der Bühne in Halle R etwas zu sehen. In diesem Fall sind es die Tänzerinnen der Kinderpflegerklasse der Berufsschule Höchstädt, die zu „Rock Mi“ von Voxxclub ihre Choreografie zum Besten geben. Am Donnerstag findet auf dieser Bühne unter anderem das Sofa-Gespräch „Junge Frauen erobern die Landwirtschaft“ des Bayerischen Bauernverbandes statt.
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Hoch das Bein: Mehrmals am Tag gibt es auf der Bühne in Halle R etwas zu sehen. In diesem Fall sind es die Tänzerinnen der Kinderpflegerklasse der Berufsschule Höchstädt, die zu „Rock Mi“ von Voxxclub ihre Choreografie zum Besten geben. Am Donnerstag findet auf dieser Bühne unter anderem das Sofa-Gespräch „Junge Frauen erobern die Landwirtschaft“ des Bayerischen Bauernverbandes statt.
Bild: Aumiller

Wie Unternehmen und Organisationen auf der WIR in Dillingen um die Aufmerksamkeit der Messebesucher kämpfen.

Bei der Kulturküche Wa Doh riecht es ... nach was eigentlich? In der Showküche wird Essen zubereitet, das es nicht an jeder Ecke gibt. Doris Mbithi schneidet Kochbananen in dünne Scheiben, die frittiert werden. Paul Agbih rührt in einem Topf mit einem nigerianischen Reisgericht. Neben ihm liegt eine große Wurzel. „Das ist Yam“, sagt Agbih und holt einen Infozettel. „Die Wurzel wird gekocht oder zu Brei gestampft“, heißt es da. Wie in der Halle H der Wirtschaftsvereinigung Lauingen, können Besucher überall auf der WIR Neues entdecken oder sich über etwas bekanntere Unternehmen und Organisationen informieren. Nach einem Rundgang durch die Hallen ist man geradezu erschlagen von der Vielfältigkeit.

Messeorganisator Josef Albert Schmid erklärt: „Diese Vielfalt ist ein Erfolgsgeheimnis.“ So stehen vor den Hallen Traktoren, Rasenmäher, Gerüste und sogar ein Event-Pool. Innen präsentieren sich neben großen Firmen, wie etwa BSH und Grünbeck, kleinere Geschäfte aus dem Landkreis. „Auch das ist eine Mischung“, sagt Schmid. „Und es gibt nicht nur Verkauf, sondern auch Information.“ Schließlich werben zahlreiche Vereine für ihre gute Sache. Davon überzeugen sich auch die Bürgermeister, der Landrat und die Vorsitzenden der Wirtschaftsvereinigungen bei ihrem traditionellen ersten Rundgang.

Bei dem gibt es in diesem Jahr eine entscheidende Änderung: Der Runde verläuft anders herum. Warum? „Weil wir jetzt zehn Jahre lang immer in die eine Richtung gelaufen sind“, erklärt Schmid. Das freut unter anderem die WV Aschberg, die bisher gegen Ende an der Reihe war. Manuel Schuster, Vorsitzender der Werbegemeinschaft, sagt: „Wir haben ja ein gutes Gemeinschaftsgefühl. Und wir sind uns einig, dass wir da rotieren.“ Die Gruppe der mitlaufenden Besucher ist naturgemäß in der ersten Halle etwas größer. „Das ist schon schön für unsere Aussteller.“ Die Unternehmen wissen ohnehin, wie sie die Aufmerksamkeit gewinnen – zuvorderst die Werbeagentur Schusters: An dem Stand mit der beinahe zwei Meter großen Shrek-Figur bleiben viele Besucher für ein Foto stehen. Auffällig ist auch das Wildschwein der Ellerbacher Bogner. Es ist eine Figur, auf die sonst im Parcours in dem Holzheimer Ortsteil geschossen wird, erklärt Tobias Bettio. „Wenn wir im Training sind und jede Woche zehn bis 20 Schützen darauf schießen, dann hält so eine Figur etwa ein Jahr“, sagt er. „Man kann sie aber auch reparieren“, ergänzt Siegfried Wenger. Auffällig ist der Standort des Fitnessstudios Premio in der Gundelfinger Halle J.

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Das Studio hat eine Slackline aufgebaut. Darauf das Gleichgewicht zu halten, ist anspruchsvoll. Es wird aber noch anspruchsvoller, wenn ein Tester davor die Stände links und rechts des Studios besucht hat. Links preist die Camba Old Factory Brauerei ihre Craftbiere an. Auf der anderen Seite hat die Dischinger Brauerei Härtsfelder ihren Stand. Wer genug trainiert oder getrunken hat, kann sich direkt gegenüber ausruhen. Dort sind Betten mit Deisler-Matratzen aufgebaut. Ein praktischer Zufall – oder doch genau so geplant? Andere locken mit besonderen Angeboten. Die Lebenshilfe Dillingen bietet Schlüsselanhänger an, die sie vor Ort mit einem beliebigen Namen veredelt. Der Bauernverband verkauft Lose für die Kartei der Not, das Leserhilfswerk unserer Zeitung. Die Donaustadtwerke verlosen ein Jahr kostenlosen Strom. Im Geiste der Nachhaltigkeit basteln derweil in Halle E Schüler des Sailer-Gymnasiums Deko-Windräder aus alten Plastikflaschen.

In der gleichen Halle hat die Forstbetriebsgemeinschaft Dillingen einen gigantischen Thron aus einer 140 Jahre alten Buche aufgebaut. Gerhard Steger vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, der den Stand betreut, betont: „Die musste aber weg“ – und wurde nicht extra für den Thron gefällt. Steger hat noch ein Ass im Ärmel: Das „Eichhörnchen Orakel“ fordert Besucher heraus. „Wie viel Holz wächst in Bayern pro Stunde“, ist nur eine der Fragen. Auf der Bühne in Halle R finden mehrmals am Tag Aufführungen statt. Am Eröffnungstag zeigen etwa die Tänzerinnen der Kinderpflegeklasse des Berufschulzentrums Höchstädt ihr Können. Isabelle Friedberger flechtet Jessica Brandt noch kurz die Haare, dann geht es los. In der ersten Reihe dabei: die eineinhalbjährig Clara. In der Pause zwischen zwei Tanznummern hüpft die dann auf der Bühne herum und muss heruntergetragen werden, als die Tänzerinnen kommen. „Sie ist sehr tanzbegeistert“, sagt Mutter Alexandra Zeise aus Gundelfingen.

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