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Höchstädt

26.11.2019

Mit dem Christbaum Energie sparen

Andreas Hach, Timo Leberle und Steffen Schröttle haben einen Edelstahl-Weihnachtsbaum als Modell gemacht. Ähnlich wie der könnte einer bald auf der Dachterrasse ihrer Ausbildungsfirma Nosta in Höchstädt stehen.
Bild: Brigitte Bunk

Eine Höchstädter Firma beteiligte sich an einem IHK-Projekt. So können junge Mitarbeiter ihre Ideen umsetzen.

Unter den gespannten Augen ihrer Mit-Azubis, der Nosta-Firmenleitung und IHK-Vertreter nehmen Andreas, Timo und Steffen ihr Modell in die Hand. Die Kontur eines Nadelbaums haben sie aus Edelstahl gefertigt. Aus dem Material, das in der Produktion des Zulieferers von Präzisionsteilen für die Automobilindustrie, die Bahn und die Luftfahrt eine wichtige Rolle spielt. Ihre Augen blitzen vor Freude, als sie ihren Zuschauern zeigen, wie die leuchtenden LED an der Innenseite die Farben wechseln.

Auf Nachfrage von Peter Schneider erklärt Prokuristin Christine Ludley, dass schon dieses Jahr, wie von den Jungs gewünscht, statt des üblichen Nadelbaums ein Edelstahl-Weihnachtsbaum auf der Dachterrasse stehen könnte. Dass sich das nicht nur für die Umwelt lohnt, sondern auf lange Sicht auch finanziell, haben die drei ausgerechnet.

17 Auszubildende und ihre Ideen

Das gehörte zur Aufgabe, der sich 17 Auszubildende der Höchstädter Firma Nosta beim IHK-Projekt Energie- und Ressourcenscouts stellten, elf Industriemechaniker und sechs Industriekauffrauen. Nach sechs Präsentationen, die auf die unterschiedlichsten Bereiche im Unternehmen eingehen, ist Christine Ludley bestens gelaunt und noch dazu in ihrer Meinung bestärkt: „Wir haben einfach super Auszubildende.“

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Peter Schneider von der Future Camp Holding GmbH in München schulte die Mädels und Jungs, 16 bis 21 Jahre alt. Die hatten erst keine Ahnung, welche Projekte sie anstoßen könnten, erzählt er lachend.

Die Auszubildenden der Nosta GmbH in Höchstädt sind nun Energie- und Ressourcenscouts. In einem Projekt der IHK wurden sie von Peter Schneider vom Future Camp (rechts) geschult. Ihre Ergebnisse präsentierten sie unter anderem (von links) Walter Berchtenbreiter und Bettina Kräußlich von der IHK, Prokuristin Christine Ludley und Patrick Augustin (IHK).
Bild: Brigitte Bunk

Doch nach zwei Tagen Workshop und mehreren Wochen Zeit, in Zweier- oder Dreiergruppen ihre Ideen zu entwickeln und sich an Kollegen und Vorgesetzte zu wenden, sprudelten die Vorschläge, Berechnungen und Begründungen bei der abschließenden Präsentation nur so aus ihnen heraus.

Lob von der IHK

Das Lob von IHK-Vizepräsident Walter Berchtenbreiter, von Regionalgeschäftsführerin Bettina Kräußlich, und vor allem die Zusicherung ihrer Chefin, dass manches tatsächlich umgesetzt werden könnte, waren die Belohnung – und die Aufforderung, dranzubleiben.

In Zeiten der Digitalisierung ist für Alina, Andra und Daniela das Thema „papierloses Büro“ naheliegend, vom ersten Angebot bis zum Abschluss eines Auftrags. Papier, das dennoch anfällt und entsorgt werden muss, könne ja auch als Weihnachtsdeko dienen – ihre Mini-Weihnachtsbäume gaben sie den Gästen gleich in die Hand.

Wie kann man Mitarbeitern helfen?

Eine ganz andere Ressource hatten Celina, Laura und Julia im Blick: den Mitarbeiter, der durch Stress und einseitige Belastungen eingeschränkt ist. Aufgerechnet gegen Krankheitstage, könnte sich das regelmäßige Kommen eines Physiotherapeuten und Mentalcoaches rechnen. Plakate mit Gymnastikübungen für die Gemeinschaftsräume hatten sie schon mal dabei. Julian, Andreas, Christof und Max wollen Bäume pflanzen auf dem Gelände. Nicht nur die positive CO2-Bilanz haben die Jungs im Blick, die sich von ihrem Chef Gregor Ludley das Okay geholt hatten, bevor er auf Geschäftsreise ging. Die Mitarbeiter sollen die Früchte zum Essen bekommen, und wer weiß, was damit noch gemacht werden kann …

In der Produktion haben sich die weiteren zwei Gruppen umgesehen. Verbrauchte Kegelsenker müssen nicht sofort entsorgt werden. Maximilian und Fabian haben erkannt: Wenn sie abgeschliffen werden, haben sie zwar keine Beschichtung mehr, sind aber für den Einsatz in der Lehrwerkstatt gut zu gebrauchen. Statt mit Druckluft könnte eine Messmaschine auch mit einem Elektromotor arbeiten, haben Thorsten und Niklas herausgefunden. Dass sich das rechnet und in der Praxis funktionieren würde, schlagen sie nun vor.

„In der Regel berät die Future Camp Holding GmbH große Konzerne“, erzählt Geschäftsführer Peter Schneider. Doch dass ihm dieses Projekt Spaß macht, bei dem er jungen Menschen viel Wissen und Impulse mitgibt, ist nicht zu übersehen. Patrick Augustin vom Fachbereich Energie und Umwelt bei der IHK Schwaben freut sich auf weitere Firmen, die das kostenlose Angebot der IHK annehmen. Denn für das Jahr 2020 gibt es noch offene Plätze.

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