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Reisen

11.02.2015

Mit ein paar Klicks zum Traumurlaub?

Gabriele Schwarzer vom Reisebüro in Dillingen hat derzeit viel zu tun: Gerade ist Hauptbuchungszeit. Die Menschen planen ihren Urlaub in der Wärme. Die Konkurrenz der Internetanbieter sei überschaubar, sagt sie.
Bild: Wykdal

Anbieter aus dem Internet sind auch für die Reisebüros in der Region eine Konkurrenz. Doch sie haben ein Rezept dagegen

Fast jeder kennt es, und viele haben es auch schon selbst versucht: Urlaubsbuchungen über das Internet. Täglich bewerben die Onlineanbieter mit Bildern von Traumstränden oder witzigen Sprüchen ihre Dienste im Fernsehen und im Netz. Und wie kommen die Reisebüros mit der Konkurrenz aus dem Internet zurecht? „Momentan befinden wir uns in der Hauptbuchungszeit“, sagt Gabriele Schwarzer vom Reisebüro Dillingen, und deswegen seien sie und ihr Team auch schon seit Januar gut beschäftigt gewesen. Auch insgesamt sind laut Schwarzer negative Auswirkungen der Konkurrenz aus dem Internet überschaubar: „Wir machen weniger die Erfahrung, dass Kunden unser Reisebüro nur zur Beratung aufsuchen, um dann doch im Internet zu buchen.“ Das liege auch daran, dass die Reisebüros gerade im Bereich der Pauschalreisen die gleichen Preise anbieten könnten wie die Internetanbieter. Den Preis legt nämlich der Reiseveranstalter, und nicht das Reisebüro fest. Somit böten die Reisebüros mit ihrer kostenlosen Beratung einen großen Vorteil gegenüber der Netzkonkurrenz. Das zeigt sich laut Gabriele Schwarzer vor allem bei hochwertigen Produkten: „Gerade bei hochpreisigen Reisen, wie zum Beispiel Sprach- und Studienreisen, Kreuzfahrten oder längeren Auslandsaufenthalten, stellen wir fest, dass unsere Kunden es zu schätzen wissen, einen direkten Ansprechpartner und persönliche Beratung in Anspruch nehmen zu können.“

Auch Bernd Moser, Inhaber des Lauinger Reisebüros Holiday Land kann das bestätigen: „Gerade von der Vielzahl an Reisen, Angeboten und Daten werden die Kunden überschüttet. Viele entscheiden sich daher lieber für die Urlaubsberatung bei uns. Wir können auf eine langjährige persönliche Erfahrung zurückblicken und diese an den Kunden weitergeben. Das kann ein Buchungsportal im Internet nicht auf diese Weise.“ Auf die Frage, ob es eine spürbare Konkurrenz durch die Onlineportale gebe, erklärt Moser weiter: „Vor drei oder vier Jahren hat man in der Branche gemerkt, dass der Trend zur Internetbuchung geht. Inzwischen können wir sagen, dass er wieder in die andere Richtung schwappt“. Und das sei nicht verwunderlich: Persönliche Erfahrung und Kompetenz seien den Leuten wichtig, damit die „schönsten Tage im Jahr“ auch zu solchen werden.

Helmut Hellebrand von Pink Point Reisen in Gundelfingen sieht die Internetanbieter durchaus als Konkurrenz an, was seiner Meinung nach aber an dem Irrglauben liege, dass im Internet alles billiger zu bekommen sei, als in den Reisebüros. „Die Leute glauben, dass Reisen, die man bei uns bucht, automatisch teurer sind als die Angebote aus dem Netz. Was sie vergessen ist, dass wir auf die gleichen Preise Zugriff haben, und dabei noch andere Optionen bei zum Beispiel Flugzeiten haben, worauf im Internet meist kein Einfluss besteht.“ Konkurrenz macht er ebenfalls in den Reiseangeboten unterschiedlicher Supermarktketten aus, bei denen bleibe aber auch schon mal die Qualität auf der Strecke, und Missverständnisse, welche Kunden bei einer Beratung durch einen Fachmann erspart geblieben wären, kämen auf. „Wir kennen die Reiseveranstalter, haben täglich mit ihnen zu tun.“ So könne genau eingeordnet werden, wo Qualität geleistet werde, die den Ansprüchen der Kunden gerecht würde und wo es eventuell Probleme geben könnte. Die Kunden, die sein Reisebüro aufsuchen, seien in der Regel jeden Alters. Jedoch merke er, dass die Jüngeren mit den Angeboten aus dem Netz zu ihm kommen, um weitere Informationen einzuholen. Grundsätzlich könne man sagen, dass die Leute vorab besser über ihr Reisevorhaben informiert seien als früher, sich aber dennoch gerne Rat im Reisebüro einholen.

Im Höchstädter Reisetreff Point spürt man auch den Wandel in der Reisebranche, allerdings laufe man durch Erfahrungen und die Kundennähe nicht Gefahr, den Anschluss zu verlieren. „Die Individualität, die unsere Kunden suchen, kann oftmals nicht von den Reisen der Internetanbieter erfüllt werden. Dann ist persönliche Beratung unerlässlich, um das passende Angebot zu finden“, erklärt Stefanie Benaczek. „Der befürchtete Boom der Internetanbieter ist so nicht eingetreten.“ Sich von den Online- und Supermarktanbietern abzuheben, sei der Schlüssel zum Weiterbestehen der Reisebüros.

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