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Dillingen/Donau-Ries

22.07.2020

Müll in Nordschwaben: Nicht nur die Biotonne wird teurer

Die Gebühren für die Abholung der Biotonne werden sich ab Januar für die Bürger in Nordschwaben deutlich erhöhen. Und auch die Entsorgung von Gewerbemüll und Altholz wird teurer.
Bild: PDU-Fotolia (Archiv)

Plus Die Bürger im Bereich des Abfallwirtschaftsverbands Nordschwaben müssen sich auf zum Teil deutliche Gebührenerhöhungen einstellen.

Die Bürger in Nordschwaben müssen für ihren Müll bald mehr bezahlen. Das wurde bei der jüngsten Sitzung des Abfallwirtschaftsverbands (AWV) Nordschwaben in Dillingen bekannt. Dort ging es auch um Personalien, vor allem aber um Gewinn und Verlust, Einnahmen und Ausgaben – und nicht zuletzt um Preiserhöhungen zum Jahreswechsel.

Dies versteckte sich unter der neutralen Überschrift „Neufassung der Gebührensatzung“. So müssen sich die Bürger auf zum Teil deutliche Gebührenerhöhungen einrichten. Ab 1. Januar kostet die 120-Liter-Biotonne künftig 5,30 Euro pro Monat (bisher 3,90 Euro), die 240-Liter-Tonne 10,40 Euro (bisher 7,80 Euro). Der Preis für Gewerbemüll steigt von 159 Euro pro Tonne auf 199 Euro. Verdoppeln werden sich die Gebühren für Altholz, das zu den Recyclinghöfen gebracht wird. Pro 250 Liter fallen dann je nach Kontaminierung und Herkunft (Gewerbe/privat) zwischen zwei Euro (bisher einer) und zehn Euro (bisher fünf) an.

Der Altpapiermarkt im Bereich des AWV geht stark zurück

Die Erhöhungen haben mit geringeren Erlösen und höheren Kosten zu tun – und mit einem negativen Jahresergebnis von minus 1,06 Millionen Euro. Zwar hatte der AWV schon im Wirtschaftsplan mit einem Minus von über 600.000 Euro kalkuliert. Dieses erhöhte sich allerdings um 461.000 Euro.

So verzeichnete der AWV laut Werkleiter Gerhard Wiedemann einen „starken Rückgang des Altpapiermarktes“ (minus 155.000 Euro), des Altholzmarktes (minus 53.000) und der Einnahmen aus Aushubentsorgung (minus 81.000). Dagegen stiegen die Kosten für die Bioabfallvergärung um 65.000, das freie Kontingent der Abfallverwertung Augsburg um 52.000 und die kostenlose Kunststoffsammlung um 55.000 Euro.

Wie in den vergangenen Jahren wurde das Jahresergebnis durch den hohen Rückstellungsbedarf aufgrund des niedrigen Zinses stark beeinflusst. Der AWV bildet aufgrund gesetzlicher Auflagen für die Nachsorge der Deponien Rückstellungen über 50 Jahre. Diese jährlichen Zuführungen müssen abgezinst werden. Folge: je niedriger der durchschnittliche Zinssatz, desto höher die Zuführungen. 2019 kamen 753.000 Euro dazu, sodass nun über 17,6 Millionen Euro Rückstellungen in der Bilanz ausgewiesen werden. Die Bilanzsumme liegt bei über 32,5 Millionen Euro, bei Erträgen von fast 21,4 Millionen und Aufwendungen von knapp 22,5 Millionen Euro.

Die Landräte Rößle und Schrell stehen an der Spitze des AWV

Daraus ergibt sich das negative Jahresergebnis von minus 1,06 Millionen Euro. Dies sei „kein Grund zum Erschrecken“, meinte Wiedemann. Mit einer Eigenkapitalquote von 41,4 Prozent sei der AWV „wirtschaftlich sehr gesund“. Der Werkleiter verwies zudem darauf, dass das Ergebnis „zu keiner Erhöhung der Restmüllgebühr“ führt. Der Jahresabschluss 2019 gilt allerdings nur vorläufig. Denn der jetzt neu gewählte Ausschuss muss den Abschluss erst prüfen und bestätigen.

Derweil stehen Stefan Rößle (Vorsitzender) und Leo Schrell (Stellvertreter) wieder an der Spitze des AWV. Bei der Sitzung wählte das zwölfköpfige Gremium die Landräte der Kreise Donau-Ries und Dillingen einstimmig wieder. Wahlen gab es auch zum Rechnungsprüfungsausschuss. Vorsitzender wurde Johann Popp, CSU, Wertingen. Weitere Mitglieder des Ausschusses: Reinhold Bittner, CSU (Oettingen), Josef Reichensberger, CSU ( Donauwörth), Albert Riedelsheimer, Grüne (Donauwörth) und Joachim Hien, Grüne (Dillingen). Weitere Verbandsräte sind: Karl Malz, FWG (Tapfheim), Joseph Mayer, PWG (Wallerstein), Claudia Müller, SPD (Harburg), Bernd Nicklaser, FW (Dillingen) und Georg Winter, CSU (Höchstädt).

Zu Beginn der Sitzung gab es einen Einführungskurs für die Kommunalpolitiker

Infolge der Wahlen am 20. März waren zahlreiche Kommunalpolitiker neu als Verbandsräte in den Abfall-Zweckverband gewählt worden. Deshalb gab es zu Beginn der konstituierenden Sitzung einen Einführungskurs in Sachen Abfallwirtschaft. Werkleiter Wiedemann informierte über Aufgaben und Organisation des AWV, wachsende Abfallmengen, Hol- und Bringsysteme, wilde Müllablagerungen (stark steigend) bis hin zu CO2-Einsparung durch die energetische Nutzung der Abfälle und Deponien als Rückzugsgebiete für bedrohte Tierarten.

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