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Schwenningen

01.02.2019

Mund auf, Stäbchen rein: Wer ist Antons Lebensretter?

Dieses Foto von Anton Eichberger ist auf den Flugblättern, mit denen auf die Typisierungsaktion aufmerksam gemacht wird, die am Samstag, 2. Februar, in Schwenningen stattfindet.
Bild: Eichberger

Der Familienvater Anton Eichberger hat Blutkrebs. Er sucht dringend einen Stammzellspender. Am Samstag findet eine große Typisierungsaktion in Schwenningen statt.

Anton lacht. Er hat so ein breites Grinsen auf dem Bild, dass man die vielen Schläuche, Knöpfe und Piepser fast übersieht. Denn eigentlich hat der 51-Jährige gerade nicht viel zu Lachen. Der Schwenninger Familienvater hat Blutkrebs und ist seit rund einer Woche in der Klinik und bekommt eine hoch dosierte Chemotherapie – mit all ihren Nebenwirkungen. Trotzdem strahlt Anton Eichberger auf diesem Foto, das Ehefrau Carola auf ihrem Handy hat. „Ich kenne keinen anderen Menschen, der so positiv ist wie mein Anton. Er ist überzeugt, dass alles gut wird und deshalb sind wir es auch“, erzählt Carola Eichberger. Und trotz aller Zuversicht, dass der Familienvater den Kampf gegen den Krebs gewinnt: Er braucht dringend einen Stammzellspender. Denn die Chemotherapie reicht dieses Mal nicht aus. Deshalb hat seine Ehefrau Carola eine große Typisierungsaktion organisiert. Diese findet am Samstag, 2. Februar, zwischen 11 und 16 Uhr im Sportheim des FC Schwenningen in der Dorfstraße 30 statt. „Wenn wirklich ein passender Spender dabei sein sollte, dann geht das Verfahren sehr schnell. Es kann am Samstag also wirklich ein Lebensretter für Anton dabei sein“, sagt Carola Eichberger, die seit Wochen diese Aktion organisiert. Sie ist die große Stütze der Familie. Und das seit der ersten Diagnose vor gut einem Jahr.

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Die Chemotherapie reicht nicht aus

Denn es hat einen Grund, warum dieses Mal die Chemotherapie bei Anton nicht ausreicht. Am 27.12.2017 wurde bei dem langjährigen Zweiten Kommandant der Schwenninger Feuerwehr akute Leukämie festgestellt. Der aktive Familienmann ging bis dahin von einer Grippe aus. Es stand schlimm um ihn. Aber Anton Eichberger kämpfte mit all seinen Kräften und mit seiner großen Zuversicht. Bis es im Sommer 2018 hieß: Der Krebs ist weg. Er fing im Oktober sogar wieder mit der Wiedereingliederungsphase an seinem Arbeitsplatz im Gundremminger Kraftwerk an. Jede Kontrolle war gut.

Bis auf die eine. Am 11. Dezember schlug das Schicksal bei Familie Eichberger erneut zu: Der Blutkrebs ist wieder da und dieses Mal braucht der 51-Jährige einen Stammzellspender. Ab diesem Zeitpunkt begann die Suche nach seinem genetischen Zwilling – weltweit. Bislang ohne Erfolg. „Aber wir sind alle positiv. Es wird einen Spender geben. Im Krankenhaus wird auch schon alles vorbereitet. Aufgeben gibt es nicht. Für Anton sowieso nicht“, sagt Ehefrau Carola.

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Seit die Heimatzeitung zum ersten Mal über das Schicksal ihres Mannes berichtet hat ( Leukämie: Wer ist Antons genetischer Zwilling? ), sitzt sie am Tag oft stundenlang am Telefon. Sei es, um die Typisierungsaktion zu organisieren oder um sich mit Freunden, Verwandten und Helfern auszutauschen. „Viele rufen mich an, der Artikel hat eine Welle ausgelöst. Wir sind so dankbar für die große Anteilnahme und Unterstützung. Ich kann das gar nicht in Worte fassen“, sagt sie.

Allein in Schwenningen sind es fast 80 Helfer

Allein für die Typisierungsaktion im Schwenninger Sportheim helfen fast 80 Helfer aus dem Dorf und den Nachbargemeinden mit. Sei es am Tag selbst, mit Spenden oder bei der Organisation im Vorfeld. „Ich bin so dankbar, dass alle hinter uns stehen. Ich bin gerührt und weiß gar nicht, wie ich den Menschen jemals danken soll. Es ist unbeschreiblich. Das ganze Dorf hält zusammen“, sagt die Schwenningerin. Auch ein Grund, warum ihre Familie weiter positiv bleibt. Die Eichbergers wollen den Kampf gegen den Blutkrebs gewinnen und hoffen, dass viele Spender am Samstag kommen.

Die Registrierung geht einfach und schnell: Nach dem Ausfüllen einer Einverständniserklärung wird beim Spender ein Wangenschleimhautabstrich mittels Wattestäbchen durchgeführt, damit seine Gewebemerkmale im Labor bestimmt werden können. Mehr passiert nicht. Kein Pikser, kein Eingriff. Nur ein Abstrich mit dem Wattestäbchen. Spender, die bereits registriert sind, müssen nicht erneut mitmachen. Einmal aufgenommene Daten stehen auch weiterhin weltweit für Patienten zur Verfügung. Alle, die gesund und zwischen 17 und 55 Jahre sind, können sich registrieren lassen und Leben retten. Vielleicht das von Anton Eichberger. Er kann bei der Typisierungsaktion nicht dabei sein, der Schwenninger bleibt vorerst auf unbestimmte Zeit im Krankenhaus. „Wir können am Samstag bis zu 2000 Spender durchschleusen, alles ist organisiert. Ich freue mich über jeden der kommt. Denn geholfen wird auf jeden Fall – entweder Anton oder anderen Menschen auf der ganzen Welt. Das soll mein Beitrag sein“, sagt Carola Eichberger.

Samstag, 11 bis 16 Uhr, Sportheim des FC Schwenningen

„Anton sucht Helden“ lautet das Motto für die Aktion. Diese findet am Samstag, 2. Februar, zwischen 11 und 16 Uhr im Sportheim des FC Schwenningen, Dorfstraße 30, in Schwenningen statt. Da die DKMS als gemeinnützige Gesellschaft im Kampf gegen Blutkrebs auf Spendengelder angewiesen ist, wird um finanzielle Unterstützung gebeten. Das ist kein Muss oder eine Voraussetzung zur Spende, dennoch aber sehr hilfreich.

DKMS-Spendenkonto: IBAN: DE74700400608987000017, Verwendungszweck: Anton.

Weitere Infos auch unter www.dkms.de.

Lesen Sie dazu unseren Kommentar: Kommen Sie zur Stammzellspende nach Schwenningen!

Lesen Sie dazu auch: Leukämie: Wer ist Antons genetischer Zwilling?

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