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Stadtrat Höchstädt

16.10.2018

Muss der Marktplatz noch grüner werden?

So sieht der Höchstädter Marktplatz aktuell aus. Der Stadtrat hat am Montag darüber diskutiert, ob es eine Begrünung braucht oder nicht.

Die Höchstädter sind sich nicht einig, ob der Mittelpunkt ihrer Stadt mehr Pflanzen braucht. Vor allem das Umland kann die Diskussion darüber nicht nachvollziehen.

Ein paar Schüler sitzen auf den Bänken und spielen mit ihren Handys. Sie surfen kostenlos über den eingerichteten Hotspot im Internet. Nur wenige Meter entfernt steht eine Mama mit ihren zwei kleinen Kindern. Die drei haben sich ein Eis gekauft und genießen den wunderschönen Herbsttag. Auch eine Gruppe von Frauen und Männern hat gerade ihre Fahrräder abgestellt und macht Rast. Es ist an diesem Dienstag ganz schön was los auf dem Höchstädter Marktplatz – und dieses bunte Treiben im Herzen der Stadt ist genau das, was sich Bürgermeister Gerrit Maneth und seine Räte wünschen. Stichwort Innenstadtbelebung, wie Maneth am Montag bei der Sitzung betont.

Was war auch Thema im Wahlkampf 

Nur eines fehlt noch. Zumindest ist das Thema dem Rathauschef wichtig. War es doch auch zentrales Anliegen in seinem Wahlkampf. „Mein Ziel: Eine Begrünung des Marktplatzes in enger Absprache mit Wirtschaftsvereinigung, Einzelhandel, Anliegern und Regierung von Schwaben. Ich würde gerne ein Team loslassen, dass Ideen und Möglichkeiten entwickelt und uns dann ein Konzept vorstellt.“ Dieses Ziel haben aber nicht alle Stadträte.

Johann Jall, Umland-Fraktionssprecher aus Deisenhofen, sagt: „Wir haben den Marktplatz für 700000 Euro umgestaltet und damals schon über jeden Baum gestritten. Haben wir sonst keine andere Sorgen, Stadt Höchstädt?“ Man habe bereits so viel Geld in den Marktplatz gesteckt. „Da stecken wir das Geld lieber in die Stadtteile.“ Für das Thema Begrünung fehle ihm das Verständnis.

Muss der Marktplatz noch grüner werden?

Dritter Bürgermeister Hans Mesch grätscht dazwischen und sagt, dass er von Bürgern massiv angesprochen wurde, es wohl viele falsche Vorstellungen in der Bevölkerung gebe. „Es geht in erster Linie um Pflanzentröge, die höher bepflanzt werden können. Es geht nur um eine grüne Aufwertung. Wir müssen aber aufpassen, dass wir keine Fördergelder aufs Spiel setzen.“ Denn: Die Stadt Höchstädt kann nicht wahllos bepflanzen, sondern muss sich mit der Regierung von Schwaben abstimmen. Die Umgestaltung des Marktplatzes vor neun Jahren ist unter dem Dach der Städtebauförderung umgesetzt worden und daran muss sich die Stadt auch heute noch halten. Das Gesamtprojekt Marktplatz ist genau so, wie es jetzt aussieht, gefördert. Wenn die Stadt ohne Abstimmung begrünt, muss sie möglicherweise die Summe der Förderung von 2009 teilweise oder gar ganz zurückzahlen. Und das will Bürgermeister Maneth auf gar keinen Fall riskieren. „Es geht nicht ohne die Regierung, und ich möchte das gute Verhältnis zur Städtebauförderung nicht aufs Spiel setzen.“

Wilde Parkerei verhindern  

Das will auch Stadtrat Günter Ballis nicht, aber er steht völlig hinter einer Begrünung, das sei immer „etwas ganz, ganz Tolles.“ Er bringt am Montag bei der Sitzung den Namen Rudolf Kimmerle ins Spiel. Der Höchstädter Unternehmen hat vor zwei Jahren schon einen Vorschlag zur Verschönerung des Marktplatzes, oder wie er es nennt „kalte Steinwüste“, gemacht (wir berichteten). Der sah eine Baumallee vor, die den Marktplatz sowie das Heimatmuseum umrahmen. Ballis: „Man kann doch diese Ideen aufgreifen und Kimmerle mit einbeziehen. Wenn das Geld auf der Straße liegt, dann muss ich es doch bloß aufklauben.“ Vorausgesetzt die Regierung von Schwaben ist mit an Board. Für Stadtrat Ludwig Kraus ist bei diesem Thema noch etwas anderes wichtig: die Parksituation am Marktplatz. Er sagt bei der Sitzung, dass man die „wilde Parkerei“ mit Bepflanzungen vielleicht elegant lösen könnte. Er betont aber auch, dass die Kosten für die Stadt überschaubar bleiben müssen. Simon Wetschenbacher gibt ihm recht und sagt: „Die Parksituation ist teils unerträglich. Wenn wir was machen, dann sollten wir es so regeln, dass das nicht mehr geht.“ Wolfgang Konle versteht die Diskussion um die Begrünung nicht. Er findet das „müßig“, wie er sagt. Denn für ihn steht fest: „Die Aufenthaltsqualität wird durch die Begrünung steigen. Wir sollten uns wegen Fördergelder nicht in die Hose machen.“

Das Ergebnis der Abstimmung am Montag: Der Stadtrat ist mehrheitlich für die Erstellung eines Begrünungskonzeptes. Die fünf Räte aus dem Umland wollen das nicht und stimmten dagegen.

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