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Kommunalpolitik

20.03.2013

Mutig, modern, selbstbewusst

„Für die Kritik habe ich kein Verständnis.“Johann Jall

Das neue Schlossumfeld soll das Profil der Stadt Höchstädt verändern

Höchstädt Wie empfängt die Stadt Höchstädt ihre Gäste? Wenn es nach Landschaftsarchitekt Rupert Zeitzler geht, mit Selbstbewusstsein. Deshalb legte er das Augenmerk bei der Umgestaltung des neuen Schlossumfeldes vor allem auf den Eingangsbereich der Donaustadt. Wer nun von der Wertinger Straße in Richtung Schloss fährt, soll künftig mit mehr Aufmerksamkeit durch die Stadt gelenkt werden, so die Vorstellungen des Architekten. Nicht allen Stadträten gefiel dies am Montagabend bei der Sitzung. Dort wurde der fortgeschriebene Plan zum zweiten Mal vorgestellt.

Wie berichtet, soll die Höchstädter Innenstadt ein komplett anderes Gesicht bekommen, die Fertigstellung des Marktplatzes war ein erster Schritt dazu. Nun steht der Bereich von der Hoppenschmidgasse bis zur Wertinger Straße (Einmündung Bleiche) sowie die Straße entlang der Bleiche bis zum Grimmingerhof vor der Umgestaltung. Im Juli vergangenen Jahres wurde in einer Stadtratssitzung ein erster Plan vorgestellt, daraufhin die Anwohner und deren Wünsche – so weit wie möglich – miteinbezogen bzw. eingearbeitet. Mit die wichtigste Veränderung zeigt sich beim Eingangsbereich. Dort soll künftig ein imposantes Stadttor die Stelle der alten Stadtmauer betonen. Zwei farbige Stelen mit der Inschrift des Stadtnamens sowie eine Banderole sollen dies möglich machen. „Man könnte das nachts auch noch beleuchten“, so Zeitzler weiter. Ist vor dem neuen Stadttor noch Asphalt verlegt, soll danach die Straße mit Granit-Großsteinen ausgelegt werden.

Auf der Nordseite der Herzogin-Anna-Straße soll ein Gehweg mit attraktiven Vorflächen vor den Geschäften gestaltet werden, die Südseite wird mit einem kombinierten Geh- und Radweg sowie drei zusätzlichen Stellplätzen ausgestattet werden. „Das wird boulevardähnlich. Ich weiß, der Plan ist mutig. Aber die Stadt Höchstädt will modern sein und kann es damit zeigen“, sagte der Architekt. Zu modern für Stadtrat Hans Mesch (FW): „Brauchen wir mehr Aufmerksamkeit für das Schloss? Wir müssen überall sparen, da frage ich mich schon, ob wir solche teuren Stelen auch noch brauchen.“ Das Schloss sei für ihn Blickfang genug. Außerdem prangerte er an, dass mit Verlegung des Granits der Lärm zu hoch werde, er befürwortete deshalb einen Flüsterasphalt. Laut Bürgermeisterin Hildegard Wanner sei der aber kein Thema mehr: „Wir haben Experten gefragt, die uns versichern, dass der Granit keine nachhaltigen Auswirkungen für die Anwohner hat. Manchmal muss man auch den Fachmännern glauben.“

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Stadtrat Günter Ballis (FDP) meldete sich als Betroffener zu Wort. Er hat ein Anwesen direkt an der Herzogin-Anna-Straße, genau dort, wo der Gehweg sich aufgrund von drei Stellplätzen bis auf 1,20 Meter verengt. „Das ist für mich nicht tragbar. Jetzt haben wir eine Breite von 2,50 Metern, und wir sollten uns auf keinen Fall verschlechtern.“ CSU-Kollege Ludwig Kraus sah es anders. Er sagte, dass nicht immer auf einzelne Anwohner Rücksicht genommen werden könne. „Es geht ja um das Wohl der Stadt, da muss ein Einzelner vielleicht mal zurückstecken“, so der Stadtrat. Johann Jall (Umland) sah es ähnlich: „Mir gefällt die Planung sehr gut. Das ist eine enorme städtebauliche Aufwertung. Für die Kritik habe ich kein Verständnis.“ Weil die finanzielle Planung laut Bürgermeisterin Wanner extrem kompliziert und die Arbeiten dementsprechend aufwendig seien, habe man sich im ersten Schritt auf den Abschnitt bis zur Wertinger Straße konzentriert, die Umgestaltung der Bleiche erfolge später.

Eine grobe Kostenschätzung gab es dennoch: 300000 Euro Straßenausbaubeiträge, die auf die gesamten Anwohner umgelegt werden, 180000 Euro übernimmt die Städtebauförderung, 70000 Euro werden aus den Mitteln der FAG genommen, 150000 Euro muss die Stadt Höchstädt schultern. Für Stadtrat Wolfgang Konle waren die Schätzungen zu grob: „So kann man doch nicht arbeiten und erst recht nichts entscheiden. Wir brauchen doch Unterlagen und detaillierte Kostenaufstellungen, bevor wir etwas abstimmen.“ Da auf der Tagesordnung nur die Vorstellung stand, wurde eine Abstimmung deshalb auf die nächste Sitzung am 8. April verschoben, am vergangenen Montag der Plan „nur zur Kenntnis genommen“. Im nächsten Schritt sollen nun die Anwohner wieder informiert und miteinbezogen werden. Die Veranstaltung findet am 26. März statt. "Seite 30, Kommentar

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