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Kreis Dillingen

13.07.2015

Nach Brand im Kloster: "Wir sind glücklich, dass wir am Leben sind"

Der Boden ist komplett schwarz, die Wände sind auch eingerußt: Die Aufräumarbeiten im Kloster Maria Medingen sind aufwendig.
Bild: Berthold Veh

Nach dem tödlichen Brand im Kloster Maria Medingen beginnen die Aufräumarbeiten. Und diese sind aufwendig, wie der Leiter der Kripo Dillingen erklärt.

Notdürftig. So beschreibt Schwester Eva die Situation im Kloster Maria Medingen bei Mödingen nach dem verheerenden Brand vor einer Woche. „Wir wohnen in kleinen Zimmern, haben was zu essen und sind glücklich, dass wir leben. Mehr kann ich Ihnen momentan nicht sagen“, erzählt die Klosterfrau am Telefon. Der Zutritt zu ihren eigentlichen Unterkünften sei ihnen nach wie vor untersagt, einzig ein paar Privatsachen konnten die Schwestern herausholen.

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Seit Montag sind nun verschiedene Firmen vor Ort, die in Absprache mit der Unteren Denkmalschutzbehörde des Landkreises mit den Aufräumarbeiten beginnen. Und die sind aufwendig, wie auch Peter Timko, Leiter der Kriminalpolizei Dillingen, sagt. „Vor allem die Gänge sind das Problem. Boden und Decke im ersten Stock sind beispielsweise komplett schwarz. Überall ist alles voller Ruß und Dreck“, so Timko. Die Wohnräume seien dagegen weniger in Mitleidenschaft gezogen worden, da die Schwestern die Türen verschlossen hatten. Das Rauchgas sei mittlerweile auch aus den Räumen, es bestehe laut Timko keine Gefahr mehr.

Eine vergessene Kerze war wahrscheinlich die Brandursache

Ungeklärt ist dagegen weiter die Brandursache. Wie berichtet, war ein Elektroingenieur vom Landeskriminalamt aus München vergangene Woche vor Ort und hat einige Trümmer zur genaueren Untersuchung mitgenommen. Kripo-Leiter Timko wartet noch auf eine Rückmeldung, das Gebäude ist aber offiziell von der Polizei freigegeben. Es sei aber weiter wahrscheinlich, dass eine brennende Kerze, die im Nebenraum der Sakristei von einer Schwester aufgestellt und vergessen worden ist, die Ursache für die Katastrophe sein könne.

Nach Brand im Kloster: "Wir sind glücklich, dass wir am Leben sind"

„Trotzdem werden jetzt aber alle Möglichkeiten untersucht. Auch technische Fehler oder ein Blitzeinschlag könnten Auslöser gewesen sein. „Das gilt es nun auszuschließen, und bis dahin gilt die Brandursache als ungeklärt. Das ist auch nur fair gegenüber den Klosterschwestern. Das ist schon schwer genug für alle.“ Bei dem Brand, bei dem 300 Einsatzkräfte aus dem Landkreis und darüber hinaus stundenlang im Einsatz waren, ist eine 78-jährige Nonne an den Folgen einer schweren Rauchvergiftung gestorben.

Laut Schwester Eva wurde sie am vergangenen Freitag in Dillingen zu Grabe getragen. „Wir haben bei uns ja keine Möglichkeit. Es gibt keine Kirche mehr, die Gruft ist noch voll mit Löschwasser.“ Fragen, wie es weitergeht im Kloster Maria Medingen, könne momentan niemand beantworten. Schwester Eva sagt, dass die Frauen immerhin die Möglichkeit haben, in einer kleinen Kapelle auf dem Gelände ihre Gottesdienste abhalten. „Wir rücken noch enger zusammen.“

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