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Kreis Dillingen

10.07.2015

Nach dem Brand im Kloster ist die Angst groß

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Das Feuer wütete in der Sakristei des Klosters Maria Medingen.
Bild: Simone Bronnhuber

Nach dem verheerenden Brand im Kloster Maria Medingen lässt sich das Gebäude noch nicht betreten. Die Angst ist groß, dass die Flammen große Schätze zerstört haben.

Die Brandkatastrophe im Kloster Maria Medingen hat auch Kreisheimatpfleger Alois Sailer erschüttert. Es sei furchtbar, dass bei dem Feuer eine 78-jährige Ordensschwester ums Leben gekommen ist, sagt der Lauterbacher. Den Kreisheimatpfleger beunruhigt zudem, dass in Maria Medingen religiöse Kunstschätze von europäischem Rang unwiederbringlich zerstört werden könnten, weil sie nicht rechtzeitig gesichert werden.

In der Margarethenkapelle sei der Putz des Freskos von der Decke gefallen. Und am Altar stehe immer noch das Jesuskind, mit dem die selige Margareta Ebner (1305 bis 1351) Zwiesprache gehalten habe, erläutert der Schriftsteller. „Man müsste das Jesuskind raustun und auch die heruntergefallenen Putz-Stücke sorgfältig aufsammeln“, sagt der Kreisheimatpfleger, der seit 49 Jahren im Amt ist.

Gestern Morgen wollte sich der 79-Jährige einen Überblick über den Schaden verschaffen, den das Feuer in der Nacht von Sonntag auf Montag angerichtet hat. Sailer durfte aber die Sakristei mit ihrem Nebenraum, wo der Brand ausgebrochen ist, und die der seligen Margareta geweihte Kapelle nicht betreten. Die Kriminalpolizei habe das Gebäude nicht freigegeben, hieß es vor Ort. Da half es auch nichts, dass Sailer laut darüber nachdachte, dass er als Kreisheimatpfleger des Landkreises eigentlich Zugang haben müsste.

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Schwester stirbt bei Brand im Kloster Maria Medingen 

Sailer: Das Kloster Maria Medingen hat viele Kostbarkeiten

Der Lauterbacher erklärt, warum das Kloster Maria Medingen überregionale Bedeutung habe. Das heutige Hauptgebäude ist das erste Werk (Baubeginn 1716) des berühmten Baumeisters Dominikus Zimmermann, der später die Wieskirche geschaffen hat. Der Glanz des Klosters Maria Medingen gründe im Leben der Mystikerin Margareta Ebner, die mit eben diesem Jesuskindlein gesprochen und dies in einem Briefwechsel mit Heinrich von Nördlingen aufgeschrieben habe. „Das ist der erste erhaltene Briefwechsel in deutscher Sprache“, sagt der Kreisheimatpfleger.

Das Kloster Maria Medingen berge viele Kostbarkeiten – Gemälde, Kreuze, Figuren. „Kunstgeschichtlich ist das erste Sahne.“ Und als Kreisheimatpfleger habe er bei aller Trauer um die Ordensschwester auch die Aufgabe, sich um diese kulturellen Kostbarkeiten zu kümmern. Seinen Frust, keinen Einlass bekommen zu haben, hat Sailer noch am Donnerstagvormittag in einem Gespräch mit dem St. Ulrichswerk der Diözese Ausburg, das sich nach dem Brand um die Abwicklung des Schadens mit der Versicherung kümmert, ausgeräumt.

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Feuer in der Sakristei: Eine Klosterschwester kommt ums Leben
Bild: Simone Bronnhuber; Karl Aumiller; Berthold Veh

Der Leiter der Kripo in Dillingen, Peter Timko, sagt auf Anfrage, dass die Polizei die Gebäude wieder freigegeben habe. Wen die Schwestern hineinlassen, das sei ihre Sache. Die Ermittlung der Brandursache ist noch nicht endgültig abgeschlossen. „Es ist schon sehr wahrscheinlich, dass eine Kerze, die nicht gelöscht wurde, den Brand ausgelöst hat.“ Ein Gutachter prüfe allerdings noch, ob eine andere Ursache infrage kommt. Die Schadenshöhe stehe ebenfalls noch nicht fest. Timko sagt: „Sicher ist nur, dass der Schaden im Millionenbereich liegt.“

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