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Jahresbilanz

30.12.2013

Nach der Baustelle ist vor der Baustelle

Es war ein lang gehegter Wunsch der Stadt Höchstädt und vielen Bürgern: Dieses Jahr fand nun endlich der Spatenstich für das neue Feuerwehrgerätehaus statt. Das Bild zeigt den aktuellen Baustand.
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Es war ein lang gehegter Wunsch der Stadt Höchstädt und vielen Bürgern: Dieses Jahr fand nun endlich der Spatenstich für das neue Feuerwehrgerätehaus statt. Das Bild zeigt den aktuellen Baustand.

In Höchstädt hat sich 2013 vieles bewegt und verändert

Viel Zeit hat Jakob Kehrle nicht. Eilig steigt er die Leiter hoch und verschwindet hinter den hellen Holzbalken. Bis spätestens Samstag will der Vorsitzende mit seinem Bauteam das neue Dach für das Sportheim isoliert haben. Feiertage? Gibt es auf der Baustelle des Sportvereins Höchstädt nicht. Und jetzt erst recht. Denn die Ehrenamtlichen rund um Kehrle sind seit Langem wieder richtig motiviert. „Jetzt geht wieder was“, sagt der Vorsitzende. Denn kurz vor Weihnachten platzte die Bombe. Ehrenbürgerin Loni Grünbeck spendet der SSV 200000 Euro aus ihrem Privatvermögen. Damit ist das Projekt Zukunft gerettet – wenn der Höchstädter Stadtrat zustimmt. Denn ebenfalls in diesem Jahr fiel auch die Entscheidung, dass die Sportler den dritten Bauabschnitt nicht anfangen dürfen, einzig die jetzt angefangenen Baumaßnahmen fertiggestellt werden sollen. Dafür stimmte die Stadt sogar einer Umwidmung von Geldern zu. Jetzt ist die Situation eine ganz andere. An Geldmangel sollte das Projekt Zukunft nicht mehr scheitern – und vermutlich auch nicht am Stadtrat.

Aber nicht nur der Sportverein war 2013 in Höchstädt – wie in den vergangenen Jahren – ein großes Thema. Historisch bedeutender war eindeutig der Spatenstich für das neue Feuerwehrgerätehaus in der Oberliezheimer Straße. Jahrzehnte wurde dieses Projekt immer wieder gecancelt oder auf die lange Bank geschoben. Dafür geht es jetzt umso schneller. War beim offiziellen Spatenstich Anfang November noch wenig auf dem frei geschobenen Gelände zu sehen, steht jetzt schon ein großer Teil des Rohbaus. Die Kosten für den Neubau werden dagegen der Stadt Höchstädt noch länger zur Last fallen – 2,8 Millionen Euro. Trotz einer Förderung in Höhe von 380000 Euro bleibt ein großer Batzen an der Kommune hängen. Dennoch ist für Bürgermeisterin Hildegard Wanner klar: „Ohne die Feuerwehr geht es nicht, und sie haben die besten Bedingungen verdient“, sagte sie beim Spatenstich. Auch, weil sie lange warteten – ohne Murren und Knurren.

Dagegen löste das neue Infogebäude des Bezirks Schwaben vor dem Schloss Höchstädt unter den Bürgern teils heftige Reaktionen aus. War Einigen schon der Abriss des alten Hohenesterhauses ein Dorn im Auge, so ist mit dem nun neu entstandenen, modernen Gebäude die Begeisterung nicht unbedingt gestiegen. Statt wie anfangs angenommen sind die Fronten nicht transparent, sondern weiß. Bürgermeisterin Wanner war auch „überrascht“, wie sie im Sommer verriet, sagte aber in ihrer Jahresbilanz auch: „Die Absicht der Schlösserverwaltung, einen Kontrapunkt zum Schloss zu schaffen und vor allem ein Gebäude zu schaffen, mit dem die Aufmerksamkeit auf das auf dem Hügel stehende Schloss erhöht wird, ist, so denke ich, gelungen.“ Außerdem passe das Infogebäude zum neuen Straßenraum – eines der wichtigsten Projekte 2013 in der Donaustadt.

Von April bis November war der Bereich Herzogin-Anna-Straße/Wertinger Straße eine Baustelle, die Anwohner mussten Staub, Lärm und Dreck ertragen. Dafür strahlt der Bereich rund um das Schloss im neuen Glanz. Die Geh- und Radwege wurden neu gestaltet, zwei große Stelen zieren den Eingangsbereich, Bäume wurden am Straßenrand gepflanzt, neue Wasserleitungen wurden gebaut. Noch ist nicht alles komplett fertig, aber die Baustelle zumindest wieder freigegeben, das Ergebnis für alle zu sehen. Das gilt auch für den Neubau der Kindertagesstätte Don Bosco. In diesem Jahr wurde die offizielle Einweihung gefeiert, der Platz hinter dem Marktplatz ist nicht nur ein Hingucker, sondern mit den Parkplätzen auch eine echte Bereicherung für die Stadt. Ein Gewinn für Höchstädt ist mit Sicherheit auch die Sanierung der alten Mädchenschule zu einem interkommunalen Bürgerhaus. Dieses Projekt wird aber erst im kommenden Jahr angepackt. Ebenso das Thema Schulsanierung, Dorfplatzgestaltung Deisenhofen oder Ausbau der Bleiche – einige Beispiele der Pflichtaufgaben, die Höchstädt anpacken muss und auch will. Damit verbunden sind nicht nur neue Baustellen, sondern auch ein großer finanzieller Kraftakt. Allein die Sanierung der Mittelschule wird ein großes Loch in die Kasse reißen. Wer diese Projekte leitet, entscheidet sich im März. Hildegard Wanner? Wolfgang Konle? Stefan Lenz?

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