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Dillingen/Syrgenstein

10.09.2018

Nächster Halt Radelspaß: Mit dem E-Bike nach Syrgenstein 

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Radler genießen einen wunderschönen Blick ins Dattenhauser Ried zwischen Wittislingen und Oberbechingen. Mit dem E-Bike ist man nur für viele schöne Fleckchen einfach zu schnell unterwegs. Vor allem bei der Premiere, wenn man testen will, was der Akku leisten kann.
Bild: Cordula Homann

Mit dem E-Bike schafft man so große Strecken, da kann man auch direkt von Dillingen aus nach Syrgenstein fahren. Ein Selbstversuch. 

Beim Thema Mobilität ist das E-Bike einer der Trends. Die Redaktion der Donau-Zeitung möchte der Faszination E-Bike nachgehen und stellt deshalb in den kommenden Wochen einige Touren anlässlich der vielen Feste in der Region vor. Und dieses Mal ist unser Ziel: der Startpunkt vom diesjährigen Radelspaß, Syrgenstein.

Nur noch wenige Tage, dann radeln Tausende von Menschen durch die beiden Landkreise Dillingen und Heidenheim. Auf abgesperrten Strecken und mit einem großen, bunten Rahmenprogramm werden sie wunderschöne Winkel der Region erkunden, beim Donautal-Radelspaß 2018 am 16. September. Im Vorfeld haben wir uns überlegt: Warum nicht direkt zum Radelspaß hinradeln? Also los.

Es ist 14.30 Uhr. Um Zeit und Schweiß zu sparen, könnte man mit dem E-Bike von Dillingen aus mit dem Zug bis Gundelfingen fahren. Eine Rinne entlang der Treppenstufen erleichtert zwar den Übergang von Gleis eins zu Gleis zwei. Doch das City-Bike, von der Gundelfinger Fahrradwelt Hausmann zur Verfügung gestellt, wiegt gut 20 Kilogramm. Dazu der gut fünf Kilo schwere Rucksack… Dann lieber radeln.

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Zuerst orientiere ich mich via Handy. Vom Dillinger Bahnhof aus schickt Googlemaps mich über den Georg-Hogen-Ring nach Wittislingen. Acht Kilometer sind es bis dorthin, 19 insgesamt bis Syrgenstein. In einer Stunde soll ich das schaffen. Das Display des E-Bikes zeigt eine Reichweite von 174 Kilometern an. Natürlich gehe ich davon aus, dass ich viel schneller in Syrgenstein sein werde. Es ist ja auch meine erste Tour mit dem E-Bike.

Der Spaß beginnt schon bei der Überquerung der Gleise. Die lang gezogene Brücke Richtung Hausen jage ich im Sportmodus hinauf. Die Reichweite meiner Batterie sinkt im Eiltempo mit. Oha. Lieber Strom sparen und treten. In Hausen die erste Überraschung: Die Wegweisung und auch Google leiten direkt ins Wohngebiet – mich und alle anderen auch. Unglaublich, wie viel Fahrradverkehr mitten unter der Woche dort los ist! Liebe Hausener, so ein kleiner Ausschank in der Straße „Am Altheimer Feld“ wäre eine super Sache. Wer nach Dillingen will, könnte sich vor dem Hogen-Ring noch stärken. Und wer nach Syrgenstein will, bräuchte keinen Rucksack mit literweise Wasser mitnehmen.

Ein kurzes Stück führt der Weg an der Staatsstraße 2033 entlang. Danach wird es nur noch schön. Begleitet von der Egau rechts, den inzwischen abgemähten Feldern links, macht die Fahrt bei strahlendem Sonnenschein und warmem Wind richtig Spaß. Bänke und Herrgottswinkel laden zum Rasten ein, bei Tempo 25 bin ich aber einfach zu schnell dafür. Ein kleiner Schlenker, eine kleine blaue Brücke, plötzlich bin ich in Schabringen. Noch ein letzter Blick auf die gepflegten Vorgärten, den Charme der zweiten Reihe hinter der Hauptstraße, noch ein paar Felder und plötzlich blitzt rechts der markante Kirchturm von Wittislingen zwischen den Bäumen hervor. Das ging zwar schnell, doch es ist bereits 15 Uhr. Um 15.30 Uhr sollte ich Syrgenstein erreichen. Also Gasgeben. Im Turbo-Modus düst das Fahrrad die Schindbühl-Straße hoch und überholt ein Ehepaar, das dort neben seinen Fahrrädern rastet – vor einer fantastischen Aussicht. Ein großes Schild ein paar Meter weiter verweist auf den Donautäler-Radweg. Zeit für eine Trinkpause (viel zu spät, wie ich jetzt weiß) und ein paar Fotos. Da überholt mich das Ehepaar von eben. Das Display am Fahrrad zeigt noch 135 Kilometer Reichweite an. Sorry, Leute, wir sehen uns gleich wieder, denke ich mir. Ich hab es ja auch eilig. Dabei ist diese Fahrt viel zu schön für ein E-Bike. Rechts der Blick über das Dattenhauser Ried, was will man mehr? Da vorne an der Bank ein Stück Kuchen, das wäre was. Das Ehepaar ist wieder hinter mir. Da kommt schon Oberbechingen. Eine kleine duftende Obstallee führt vorbei am Gasthof Adler – und zwar im Eiltempo. So schnell, wie das E-Bike einen Berg hochfährt, fährt es ihn auch runter, allein aufgrund seines Gewichts. War da eine Kreuzung? Kam da ein Auto? Ich muss mehr bremsen, egal, wie spät es inzwischen ist. Um 15.39 Uhr erreiche ich Bachhagel. Am Ortseingang verweist ein knallbuntes Fahrrad samt Schild auf den Radelspaß. Trinkpause, Foto, leicht gehetzter Blick – werde ich gleich wieder überholt? 117 Kilometer reicht der Akku noch. Ein paar Meter weiter will ich trotzdem aufgeben. Ein Barfußpfad, ein kühlender Bachlauf und eine Panoramaliege locken zu einer Pause. Ein kühles Radler bei Sonnenuntergang, das wär es jetzt. Stattdessen gibt es einen Schluck Wasser aus der mitgeschleppten Flasche. Die gemütliche Liege ist eh schon besetzt: Zwei Frauen aus Wittislingen machen während ihrer E-Bike-Tour Rast. Recht haben sie. Also weiter. Um 16 Uhr erreiche ich Syrgenstein. Dort ist am Sonntag, 16. September die Zentralveranstaltung vom diesjährigen Radelspaß.

Noch ein Tipp für eine Extra-Tour davor oder danach: Von Syrgenstein nach Gundelfingen zum Bahnhof führt zum Teil auch ein Weg von Donautal-Aktiv, der Sinne-Reich. Den Wanderweg kann man auch mit E-Bike befahren, ist damit aber wieder zu flink für die wunderschöne Natur. Um 17 Uhr erreiche ich Gundelfingen. Den Bahnhof lasse ich wieder aus: Mit dem letzten Rest im Akku geht es gemächlich zurück nach Dillingen.

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