Newsticker

Corona-Neuinfektionen mit 23.449 Fällen leicht über Vorwochenniveau
  1. Startseite
  2. Lokales (Dillingen)
  3. Nahrung und Unterschlupf am Ackerrand

Natur

08.02.2018

Nahrung und Unterschlupf am Ackerrand

Bei einer Infoveranstaltung im Mooseum in Bächingen ging es um Blühstreifen und Alternativen zum Maisanbau – am Pult Wilhelm Rochau.
Bild: Sebastian Diedering

Eine Infoveranstaltung im Mooseum zeigt die Notwendigkeit von Blühstreifen

„In Dörfern, Hausgärten und Feldfluren sollen mehr Lebensraum und Nahrungsangebot für Pflanzen, Tiere und besonders auch für die Insekten geschaffen werden“, fordert Wilhelm Rochau, Vorsitzender des Fördervereins Mooseum bei einer Sonderveranstaltung in Bächingen. Kürzlich bot die Umweltstation ein Forum für Landwirte, Bienenzüchter, Behördenvertreter und weitere Interessierte, um sich über Gewässerschutz, Blühstreifen und das Kulturlandschaftsprogramm (Kulap) zu informieren und auszutauschen. Über 40 neugierige Bürger nahmen dieses Angebot an.

In der Begrüßung schilderte Rochau die Entwicklung des Informationszentrums Mooseum, das in diesem Jahr sein zehnjähriges Jubiläum als anerkannte Umweltstation feiern kann. Er gab zu bedenken, dass das Bemühen um Umweltbildung, der damit verbundene Aufwand an öffentlichen Mitteln und Sponsorengeldern immer schwieriger zu vermitteln ist, wenn in Hausgärten, im öffentlichen Bereich und in der Landschaft die natürlichen Lebensräume und damit die Artenvielfalt schwinden. Der Vortrag über die Möglichkeiten des Kulaps von Kurt Eger-Benninger, Wasserberater des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Krumbach, war auch als Appell an die Landwirte zu verstehen, Fördermittel für Flächen zu beantragen, um diese extensiv und somit naturfreundlicher zu bewirtschaften.

Reinhold Wilhelm vom Mooseum stellte kurz die Energiepflanze „Durchwachsene Silphie“ vor, die mehr und mehr als Ersatz für den Maisanbau ins Gespräch kommt. Sie liefert vergleichbare Erträge, bietet aber großes Pollen- und Nektarangebot, ist langlebig, trockenheitsunempfindlicher und muss nicht jedes Jahr neu angebaut werden, verlangt somit weniger Arbeitseinsatz.

In der anschließenden Diskussion waren sich alle einig, dass Gegenmaßnahmen ergriffen werden müssen: Etliche Landwirte erklärten sich bereit, Blühstreifen entlang von Ackerflächen anzusäen.

Auch Bächingens Bürgermeister Roland Grandel hat zugestimmt, die Bemühungen auf gemeindeeigenen Flächen zu unterstützen. So wird in Bächingen, Medlingen, Gundelfingen und Sontheim bald ein Mosaik bunter Blumenwiesen das Landschaftsbild auflockern und hoffentlich Unterschlupf und Nahrung für alles, was „kreucht und fleucht“, bieten. (pm)

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren