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des Bundes Naturschutz

21.02.2015

Natürliche Alternative zum Flutpolder

Infoveranstaltung

Der Bund Naturschutz sieht die geplanten Flutpolder entlang der nordschwäbischen Donau kritisch, da sie einen unzureichender Hochwasserschutz und zudem eine Gefährdung für die Natur und Umwelt darstellen würden. Deshalb fordert der BN, anstelle der Flutpolder einen naturnahen Hochwasserschutz zu realisieren, der zudem wirksamer sei.

„Flutpolder werden in ihrer Wirksamkeit für den Hochwasserschutz im Allgemeinen überschätzt und ihre negativen Auswirkungen auf die Natur und Umwelt oft missachtet“, erklärte BN-Kreisvorsitzender Dieter Leippert. So gefährde zum Beispiel der geplante Flutpolder bei Dillingen die nach § 30 BNatSchG geschützten Kalktuffquellen, die dort vorhanden seien. Dieser prioritäre Lebensraum gemäß den FFH-Richtlinien sei auch durch das europäische Naturschutzrecht besonders geschützt. Die Flutpolder bei Höchstädt und Blindheim würden seltene Amphibien ernsthaft bedrohen. Folglich würde durch den Bau der dort geplanten Polder sogar der Verbotstatbestand des § 44 BNatSchG erfüllt werden. „Wie immer, wenn der gebotene Natur- und Umweltschutz für die Realisierung eines staatlichen Vorhabens hinderlich ist, werden auch bei den Flutpoldern das höher zu bewertende öffentliche Interesse und fehlende Alternativen angeführt“, so Leippert weiter.

Diese Behauptung sei jedoch nicht zutreffend. Denn mit den Poldern zäume die Staatsregierung das Pferd quasi von hinten auf. Die zunehmende Hochwasserproblematik an Bayerns Flüssen erfordere einen landesweiten naturnahen Hochwasserschutz und Wasserrückhalt im gesamten Einzugsgebiet. Die Wassermassen der Niederschläge müssten bereits im Oberlauf der Fließgewässer zurückgehalten werden, damit an den großen Flüssen die Hochwasserwellen gar nicht bedrohlich ansteigen können. Deshalb brauche Bayern für einen wirksamen Hochwasserschutz ein Gesamtkonzept statt der geplanten Konzentration von Flutpoldern auf wenige Standorte für Extremhochwasser.

Der Bund Naturschutz habe für ein derartiges Gesamtkonzept einen Vorschlag erstellt, den Dr. Christine Margraf vom BN-Landesverband am Dienstag, 3. März, um 19 Uhr im Gasthof „Zum Kreuz“ in Blindheim (neben der Kirche) der Öffentlichkeit vorstellen wird. (pm)

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