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Landkreis Dillingen

29.01.2020

Neuer Bischof Meier: In Dillingen gefeiert, von Rom ernannt

Bertram Meier hielt am 3. Januar einen viel beachteten Vortrag über die Höflichkeit und Dankbarkeit im Dillinger Stadtsaal. Am Mittwoch wurde Meier zum neuen Bischof des Bistums Augsburg ernannt. „Offenbar ist der Papst derselben Auffassung wie die Dillinger gewesen.“
Bild: Berthold Veh

Plus Beim Neujahrsempfang in Dillingen hatten Hörer noch spekuliert, ob der Referent Nachfolger von Konrad Zdarsa wird. Was Katholiken in der Region von der Entscheidung halten.

Auch Katholiken im Landkreis Dillingen haben mit Spannung die Entscheidung erwartet, wer denn neuer Bischof des Bistums Augsburg wird. Beim Neujahrsempfang im Dillinger Stadtsaal hatte es ja Spekulationen darüber gegeben, ob der Diözesanadministrator Bertram Meier, der einen viel beachteten Vortrag hielt, Nachfolger von Konrad Zdarsa werden könnte. Mit seiner Anleitung zur Dankbarkeit traf der 59-Jährige die Herzen der Zuhörer. Die Generaloberin der Dillinger Franziskanerinnen, Schwester Roswitha Heinrich, meinte jedenfalls hinterher: „Der hat schon das Zeug zum Bischof.“ Und die Vorsitzende der Aktion Freunde schaffen Freude, Inge Grein-Feil, sagte unserer Zeitung klar und deutlich: „Ich will, dass er Bischof wird.“ Jetzt hat sich der Wunsch der Demmingerin erfüllt. Papst Franziskus hat Bertram Meier zum neuen Bischof von Augsburg ernannt.

Überall läuteten die Glocken

Wie in der gesamten Diözese läuteten mittags etwa eine Viertelstunde lang die Kirchenglocken. Viele Gläubige in der Region haben die Entscheidung des Papstes mit Freude aufgenommen. So auch Dillingens Stadtpfarrer Wolfgang Schneck. „Ich bin recht froh darüber“, sagt Schneck, der mit Meier studiert hat und den neuen Bischof schon lange kennt. „Er ist weitherzig, geradlinig, theologisch sehr gebildet und der Ökumene gegenüber aufgeschlossen“, wie Schneck betont. Das Seelsorgeamt der Diözese habe Meier hervorragend geleitet, und während der Sedisvakanz, der bischofslosen Zeit, habe sich der Prälat als Diözesanadministrator „sehr bewährt“. Die Stärke des neuen Bischofs seien sein gewinnender Umgang mit Menschen und seine Dialogfähigkeit. Die Pfarreiengemeinschaft Dillingen kenne Meier bestens von seiner Pastoralvisitation im Oktober 2017. „Der neue Bischof kennt die Diözese Augsburg sehr gut, das ist ein Vorteil“, sagt Schneck.

Auch im Zusamtal scheint die Freude groß. Der Gemeindereferent der Wertinger Pfarrei St. Martin, Michael Hahn, hat den neuen Bischof auf einer Familienwallfahrt nach Assisi kennengelernt. Meier sei ein ganz offener Seelsorger. „Er weiß, wo die Menschen der Schuh drückt“, sagt Hahn. Bertram Meier sei „blitzgescheit“, aber nicht abgehoben, sondern immer „nahe bei den Menschen“. Auch die Pfarrsekretärin der Pfarreiengemeinschaft Buttenwiesen, Ulrike Binswanger, hat die Berufung des Bischofs mit Wohlwollen aufgenommen. „Ich bin erstaunt, finde diese Entscheidung aber nicht schlecht.“ Sie habe nicht gedacht, dass Prälat Meier berufen wird. „Ich dachte, er wird es nicht, weil er nicht von außen kommt“, erläutert die Pfarrsekretärin. Jetzt sei sie positiv überrascht. „Ich habe nur Gutes von ihm gehört“, sagt Binswanger.

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Höchstädts Stadtpfarrer Daniel Ertl erhofft sich von Meier wertvolle Impulse für die Ökumene. Der neue Bischof habe sich bisher schon für interkonfessionelle Beziehungen eingesetzt und in der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen Verantwortung übernommen. Mit seinem „ausgleichenden Wesen und seiner Bescheidenheit“ werde der neue Bischof bei den Gläubigen gut ankommen.

In der Diözese gab es einige Spannungen

Für Dillingens evangelischen Stadtpfarrer Manuel Kleiner ist der Grund nachvollziehbar, warum die Wahl auf Bertram Meier gefallen sei. In der katholischen Diözese Augsburg habe es in der Amtszeit von Bischof Konrad Zdarsa einige Spannungen gegeben. Der neue Bischof sei ein Mensch, „der vermitteln und Wogen glätten kann“, glaubt Kleiner. Er sei gespannt darauf, „welches Profil der neue Bischof entwickelt“.

„Mit großer Freude“ hat Landrat Leo Schrell die Bischofsernennung zur Kenntnis genommen. „Bertram Meier hat seit dem Rücktritt von Bischof Konrad Zdarsa im Juli vergangenen Jahres als Diözesanadministrator mit einem bemerkenswerten Gespür für die Sorgen und Anliegen der Menschen im Bistum gewirkt und dabei die Seelsorge und die Ökumene in den Mittelpunkt gestellt“, sagt Schrell. Bei der Bevölkerung habe Meier „Vertrauen in die Institution Kirche“ geweckt. Auch Oberbürgermeister Frank Kunz zeigt sich angetan. „In Dillingen ist die Freude darüber groß, dass die Wahl auf Bertram Meier gefallen ist“, teilt der Rathauschef mit. Er habe Meier als sehr intelligente, bodenständige und auch humorvolle Persönlichkeit kennengelernt. Der Tenor im Publikum beim Neujahrsempfang sei ja gewesen, dass Meier durchaus Bischof könne, sagt Kunz. Offenbar sei der Papst „derselben Auffassung wie die Dillinger“ gewesen.

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