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B16 Nord

10.03.2016

Nicht über „vergossene Milch“ diskutieren

Martin Hatzelmann und Jens Ehmke stellen sich den Fragen der Bürger

Sie sind vorbereitet und lassen sich nicht aus der Ruhe bringen. Martin Hatzelmann und Jens Ehmke vom Staatlichen Bauamt in Krumbach wissen, von was sie sprechen. Bei den Bürgerversammlungen in Mörslingen und Höchstädt stellen sie im Detail den aktuellen Plan der B16 neu, Ortsumfahrung Höchstädt, vor – und finden dabei deutliche Worte. Ehmke: „Die Trassendiskussion brauchen wir nicht mehr führen. 2009 wurden die Varianten ausführlich untersucht und dann festgelegt, dass die WSG Nord verfolgt wird. Dieser Plan liegt nun vor.“ Die Vorteile, so führt es Hatzelmann weiter aus, haben überwogen: wenig Lärm, verkehrssicher, leistungsfähig, dreispurig, keine Beeinträchtigung für Erholung und Freizeit, größter Abstand zu Wohngebieten, keine Einschränkung für die Städtebauentwicklung, keine Auswirkung auf das Stadtbild, keine Trennung von Stadtteilen. Hatzelmann: „Natürlich sind alle Argumente aus Sicht von Höchstädt, die Ortsdurchfahrt soll entlastet werden, und das wird sie durch diese neue Straße. Außerdem werden die umliegenden Ortschaften nicht benachteiligt. Wir sind der Meinung, dass es verträglich ist. Es werden alle Abstände eingehalten. Die B16 ist die Hauptverkehrsader im Landkreis Dillingen.“

Die Kritik, dass die B16 im Vergleich zu 2009 wesentlich teurer geworden ist (statt 18 nun 36 Millionen Euro) und der Landverbrauch sich massiv erhöht hat (45 Hektar Mehrverbrauch), beantwortet Behördenleiter Ehmke: „Wir haben ja nur die eine Variante weiterverfolgt. Man kann diese Zahlen nun nicht mit den alten von den anderen Varianten vergleichen. Auch die hätten sich verändert.“ Der Vorwurf, dass die Lärmschutzwerte nur berechnet und damit nicht realistisch sind, ist für Jens Ehmke ebenfalls nicht haltbar: „Wir können ja schlecht Messungen an einer Straße vornehmen, die es noch nicht gibt. Wir halten uns schlichtweg an das Regelwerk und die dort vorgegebenen Zahlen. Diese Spielregeln gelten in ganz Deutschland.“ Martin Hatzelmann fügt hinzu, dass die Lärmbelästigung nach Fertigstellung der Straße moderat sein wird. Laut den Experten sei die neue Straße auch nicht zu hoch, im Gegenteil: Die B16 würde sogar 30 bis 50 Zentimeter tiefer als das Gelände liegen. Hatzelmann spricht sogar davon, dass „die B16 versteckt wird.“

Wohl sehen die Straßenexperten aber auch die Nachteile, wie sie sagen – speziell für Deisenhofen und Mörslingen. „Die größte Beeinträchtigung hat die Landwirtschaft. Da müssen wir neue, sinnvolle Einheiten schaffen. Außerdem wird der Bund wertgleichen Ersatz schaffen, das hat in Dillingen sehr gut funktioniert“, so Hatzelmann. Des Weiteren müsse der Problematik im Wasserschutzgebiet mit speziellen Maßnahmen entgegengewirkt werden. „Ich akzeptiere, dass Sie diese Straße nicht wollen. Aber über die Trassenvariante brauchen wir nicht reden. Ich diskutiere nicht über vergossene Milch“, sagt Ehmke.

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