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Landkreis Dillingen

27.03.2017

Ob das den Deisenhofenern gefällt?

So könnte die B16 um Höchstädt und um Deisenhofen herumführen: Rot eingezeichnet die neue B16, blau die mögliche Nordumfahrung für Deisenhofen. So soll verhindert werden, dass Verkehr aus dem Norden weiter durch Deisenhofen fließt.
Bild: AZ-Grafik

Die Planung der B16 Nord beschäftigte Kreisräte. Wenn eine geplante Brücke etwas anders gedreht wird, wäre vielleicht allen geholfen.

Seit 40 Jahren wartet Höchstädt auf eine Ortsumfahrung, sagte Wolfgang Konle (SPD) am Montagnachmittag. Inzwischen läuft das Planfeststellungsverfahren. Um die Nordumfahrung zu realisieren, hat Höchstädt, wie Landrat Leo Schrell im Kreisentwicklungsausschuss sagte, dankenswerterweise sein Wasserschutzgebiet aufgegeben. Doch gerade aus Deisenhofen gibt es massiven Widerstand. Die Bürger fürchten, dass der Verkehr in ihrem Ort zunimmt. Inzwischen zeichnet sich nicht nur eine potenzielle Lösung ab, eine Nordumfahrung für Deisenhofen nimmt ganz konkrete Formen an.

Bereits im Oktober vergangenen Jahres hatte Höchstädts Bürgermeister Stefan Lenz die Idee des Landkreises vorgestellt: Eine geplante Brücke im Zuge der neuen B16 zwischen Mörslingen und Deisenhofen soll weiter in Richtung Norden (nördlich von der Biogasanlage) verschoben und gedreht werden. So soll verhindert werden, dass Verkehr aus Lutzingen durch Deisenhofen rollt. Ein Ingenieurbüro wurde mit der genauen Planung beauftragt.

Nun steht fest, dass Länge der Baustrecke für eine Nordumfahrung Deisenhofen nur etwa 300 Meter länger ist, als der im Planfeststellungsverfahren ursprünglich dargestellte Umbau der DLG 15 (Mörslinger Straße), aber wesentliche Vorteile für Deisenhofen bringt. „Mit dieser Planung wären viele Klagen obsolet“, hofft Schrell, „weil dann der Verkehr nicht mehr durch Deisenhofen fließt.“ Man habe dafür gekämpft, dass die Nordumfahrung von Deisenhofen mit in die Planungen für die B16 neu bei Höchstädt aufgenommen wird. Dafür ist der Landkreis auch bereit, die Planungskosten zu tragen. Das sei eine sehr kleine, aber sehr wirksame Änderung, meinte der Landrat, und der finanzielle Aufwand dafür sei mehr als akzeptabel. 71000 Euro zuzüglich Kosten weiterer Untersuchungen der DLG 15 sind veranschlagt. Die Planung für die Umfahrung Höchstädt werde sich dadurch nicht verzögern, versicherte er. „Im Gegenteil. Durch die neue Planung haben wir vermutlich eine deutlich einfachere Lösung für die Bürger.“

Ob das den Deisenhofenern gefällt?

Wie der Landrat am Montag mitteilte, sind Staatliches Bauamt und Regierung damit einverstanden, die Planfeststellungsunterlagen entsprechend der Forderung des Landkreises abzuändern und die Nordumfahrung Deisenhofen in die Planfeststellung mit aufzunehmen. Voraussetzung dafür ist, dass der Landkreis die Planung für die DLG 15 weiter betreibt und bis zur Planfeststellungsreife bringt. Die Unterlagen müssen bis August dieses Jahres fertig sein, damit sie in die Planfeststellungsunterlagen eingearbeitet werden können.

Roman Bauer vom Landratsamt betonte, es sei kein großer Unterschied zur ursprünglichen Planung vorhanden.

Die DLG15 werde zurückgebaut und eine Sackgasse, erklärte Schrell auf die Nachfrage von Dieter Ott (CSU). Die DLG25 von Lutzingen nach Steinheim werde über die B16 führen, antwortete der Landrat auf die Frage von Ausschussmitglied Konle. Welche Kreisstraße dann Vorfahrt habe, was Franz Jall (CSU) interessierte, werden weitere Planungen ergeben. Der Ausschuss stimmte dem weiteren Vorgehen geschlossen zu.

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