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Dillingen

03.12.2019

Obacht in der Gerüchteküche

Auch der Zoll hat inzwischen blaue Uniformen wie die Polizei. Als die Beamten der Finanzkontrolle Schwarzarbeit jetzt in der Dillinger Innenstadt unterwegs waren, sorgte das für einige Unruhe und Gerüchte.

Wenn Beamte mit Waffe und Handschellen in ein Geschäft gehen - dann scheint der Fall klar. Da hat jemand Dreck am Stecken. Falsch!

Blauuniformierte Beamte mit Waffe und Handschellen am Gurt betreten ein Geschäft. Klarer Fall. Da ist was passiert. Die Beamten bleiben auffallend lange im Laden. Da hat der Besitzer doch Dreck am Stecken. Muss ja so sein. Was der wohl ausgefressen hat? Irgendwas bestimmt, soviel ist sicher.

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Alles falsch.

In Dillingen war der Zoll unterwegs. Das Ziel: Finanzkontrolle Schwarzarbeit. Schwarzarbeit ist keine Lappalie.

Obacht in der Gerüchteküche

Der Staat soll krumme Geschäfte verhindern - nur wie?

Wir alle zahlen Steuern. Der Staat soll krumme Geschäfte verhindern und sich darum kümmern, dass jeder Arbeitnehmer ordentlich entlohnt wird – fordern nicht zuletzt die Gewerkschaften. Doch wie soll das ohne Kontrollen gehen?

Der Vorwurf, der Auftritt der Beamten, bewaffnet und zu dritt, sei überzogen, ist verständlich. Nur sind die Kontrolleure schlicht gesetzlich dazu verpflichtet, eine Waffe zu tragen. Man mag es sich in Dillingen an der Donau nicht vorstellen, doch die Finanzkontrolle Schwarzarbeit ist nicht überall willkommen. Und woher sollen sie das auch vorher wissen?

Erst fragen, dann reden

Bevor also das nächste Mal irgendjemandem irgendetwas unterstellt wird, sollte man denjenigen einfach fragen, was passiert ist. So haben wir es mit dem Zoll auch gemacht und gefragt, wie die Kontrollen verlaufen sind. Und genau hinschauen hätte vielleicht auch geholfen: Ja, Polizei und Zoll tragen blaue Uniformen. Aber auf jeder steht deutlich zu lesen, wer wofür arbeitet.

Die Kontrollen allein sind kein Zeichen für ein Vergehen. Sondern ein Zeichen dafür, dass das Thema Schwarzarbeit gesetzt ist. Nicht mehr und nicht weniger.

Lesen Sie dazu den Artikel:

Bewaffnete Kontrolle in der Dillinger Innenstadt

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