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Porträt

23.02.2012

Pädagoge und Autor hoch über der Königstraße

Bei Radtouren entlang der Donau holt er sich neue Kraft: Erich Kunkel schreibt unter dem Pseudonym Hilarius Fanton.
Bild: Pawlu

Der gebürtige Gemündener Erich Kunkel verfasst als Hilarius Fanton in Dillingen literarische Texte

Dillingen „Nicht neue Männer, neue Medien braucht das Land. Weshalb sollte Literatur nicht dieses Medium sein?“ Diese Frage ist für Erich Kunkel ein entscheidender Impuls für seine Arbeit als Autor. Unter dem Pseudonym Hilarius Fanton schreibt er lyrische, dramatische und epische Texte, in denen sich die Welt der Gegenwart in oftmals drastischen Szenen widerspiegelt.

Kunkel, 1962 in Gemünden geboren, ist seit 2007 Lehrer für Griechisch, Latein, Philosophie und Ethik am Johann-Michael-Sailer-Gymnasium. In seiner Wohnung an der Königstraße bereitet er sich nicht nur auf die Unterrichtsstunden, sondern auch auf den Durchbruch als Schriftsteller vor. Seine bisher veröffentlichten Bücher erschienen im Selbstverlag „Narthex“, den Internet-Einträge mit den Standorten Dillingen und Bamberg in Verbindung bringen.

„Narthex“ ist die Bezeichnung für die Vorhalle der frühchristlichen und byzantinischen Kirchen. Solche hermetisch-symbolhaften Begriffe liebt Erich Kunkel alias Hilarius Fanton. In Namen „Hilarius“ verbirgt sich das griechische Wort für „fröhlich“, „Fanton“ assoziiert die Vorstellung vom „Phantom“. Auch in seinen Erzählungen setzt Kunkel auf sinnbildhafte Doppeldeutigkeit. Der Titel „Verpackung“ in einer seiner Arbeiten signalisiert „die in Worte verpackte Deutung unseres menschlich-gesellschaftlichen Daseins“. Und auch „Fußball“, Titel einer anderen Erzählung, steht nicht nur für die populäre Sportart. „Ist ein Tor, wer sein Herz an die Tore hängt, die andere erzielen?“, fragt Hilarius Fanton.

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Leicht sei es nicht, den Beruf des Pädagogen mit dem des Autors zu verbinden, gesteht Erich Kunkel. Neue Kraft holt er sich bei Fahrradtouren entlang der Donau. Jeder Einfall wird sofort notiert. Wenn er sich zum Schreiben an den Computer setzt, sind Struktur und Handlungsgefüge des entstehenden Textes bereits geklärt. In seinem Domizil steht kein Fernsehgerät. Mit Nachrichten versorgen ihn Tageszeitungen und das Radio.

Zurzeit arbeitet er an einem Roman zu einem Atom-Thema. Schon während seines Studiums in Würzburg, Tübingen und Oxford verfasste er erste literarische Arbeiten. Ein Lukrez-Spiel und Arbeiten zum Thema „Hexenverfolgungen“ entstanden. Bisweilen versteht sich Erich Kunkel als Visionär: Der Roman „Die Hitler Gottes“, so scheint es ihm, hat im Entstehungsjahr 2001 schon die späteren Kriegsgeschehnisse im Irak und in Afghanistan antizipiert.

Kunkel liebt die Werke von Charles Dickens, Ernest Hemingway, Viktoria Tokarjewa und Stefan Zweig. Dass Erika Mann Mitschülerin von Kunkels literaturbegeisterter Großmutter war, schuf ihm schon früh eine Brücke zur Welt von Thomas Mann. „Aber ein literarisches Idol habe ich nicht“, betont er.

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