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13.06.2009

Paula Print, die Lokomotivführerin

Neuoffingen "Oh ja, in den Sommerferien verreisen, das wäre schön", seufzt Paula. Alle in der Redaktion reden gerade von Ferienfahrten mit dem Auto, Zug oder gar Flugzeug. "Ich würde gerne mal mit dem schnellen ICE mitfahren, der tollste Platz wäre natürlich vorne, in der Lok beim Lokführer", schwärmt Paula. Die Kollegen in der Redaktion beschließen, der Zeitungsente eine Freude zu machen und nehmen sie mit zu einem Ausflug nach Neuoffingen.

Dort gibt es am Bahngelände einen alten Lokschuppen, bei dem es Dieselloks, eine alte Dampflok, aber auch neue Elektroloks zu bestaunen gibt. Die Mitglieder des Vereins mit dem passenden Namen " Schwaben Dampf" kümmern sich seit einigen Jahren fast jeden Samstag um verschiedene Schienenfahrzeuge und Lokomotiven. Die aufgeweckte Paula Print darf bei Alex Bückle, der eifrig bei diesem Verein mitarbeitet, all ihre Fragen loswerden: "Welche Lokomotive ist eigentlich älter, die Diesellok oder die Elektrolok? Und welcher Zug fährt denn heutzutage am schnellsten?", quakt Paula.

Sie erfährt von Herrn Bückle, dass es zuerst die faszinierenden, "schnaufenden" Dampfloks gab, schon seit dem Jahr 1835. Bei der Dampflok musste immer mit einem Kohlenfeuer Wasser erhitzt werden; diese Arbeit übernahm ein Mann, der sogenannte "Heizer". Durch den heißen Wasserdampf gelangte damals, wie bei einer Dampfmaschine, die Kraft auf die Räder der Lok. "Ab 1900, also seit über 100 Jahren gibt es die Elektrolok, auch E-Lok genannt. Bei dieser Lokomotive gelangt Strom aus der Leitung über dem Zug, der Oberleitung, in den Elektromotor der Lok und treibt so dieses Schienenfahrzeug an", erklärt ihr Alex Bückle geduldig.

Auf "Emma" mitfahren

Paula Print, die Lokomotivführerin

"Bei der Diesellok gibt es bestimmt einen Dieselmotor wie beim Auto", meint Paula eifrig. "Genau, die Dieselloks bringen dann vom Motor über das Getriebe die Kraft auf die großen Räder. Die Dieselloks wurden etwa 30 Jahre nach der E-Lok erfunden und gebaut." Jetzt hat Paula aber viel gelernt und möchte endlich in eine dieser Loks einsteigen. Der 13-jährige Patrick Müller aus Rettenbach, der häufig beim Lokschuppen anzutreffen ist, nimmt sie mit in den Führerstand einer kleinen, blaugelben Diesellok mit dem bekannten Lokomotive-Namen "Emma".

Vom Führerstand aus (das ist der Platz des Lokführers in der Lokomotive) hat Paula zusammen mit Patrick eine tolle Übersicht. Patrick erklärt ihr, dass diese "Emma" 130 PS hat. "Es gibt aber heute viel schnellere Züge, die blitzschnell an Dir vorbeisausen", erzählt Patrick weiter. Der Intercity, oder kurz IC genannt, fährt 200 Kilometer in der Stunde, der ICE bringt es durchschnittlich auf 280 Kilometer in der Stunde, und der weltweit allerschnellste Zug ist der französische Schnellzug TGV. Dessen Rekordgeschwindigkeit lag bei Testfahrten bei über 500 Kilometern pro Stunde.

"Diesen Schnellzug kannst Du sogar öfter hier auf der Zugstrecke von München nach Stuttgart sehen", schwärmt Patrick. Paula Print ist fasziniert und fast ein wenig neidisch. Sie sieht nämlich gleich an den schwarzen Händen von Patrick, dass er hier richtig mithelfen darf. An den Loks werden zum Beispiel gemeinsam Teile ausgewechselt und Motoren repariert. Ganz wichtig ist natürlich auch die Kontrolle der Bremsen und der Beleuchtung. Alex Bückle und Patrick laden Paula zu einer kleinen Fahrt ein. Die Ente sitzt stolz und strahlend im Führerstand einer großen, 50 Jahre alten Diesellok und fühlt sich beim lauten Pfeifen der Lok wie Lukas, der Lokomotivführer auf seiner geliebten "Emma".

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