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Kirche

24.02.2018

Pfarrgemeinden suchen Rat

„Wahl des Pfarrgemeinderates am 24./25. Februar 2018“ verkündet ein Zettel im Schaukasten vor der Lauinger Pfarrei Sankt Martin. Dort wird, wie in allen anderen katholischen Pfarreien der Region, an diesem Wochenende abgestimmt.
Bild: Jakob Stadler

Nicht nur Höchstädter, sondern alle Katholiken können am Wochenende wählen. In Lauingen und Bissingen gibt es einen Neuanfang.

Maneth oder Letzing heißt es am Sonntag in Höchstädt. Doch am 25. Februar gibt es nicht nur in der Donaustadt eine Wahl. Jeder Katholik in der Region kann seine Stimme abgeben. Denn am Wochenende werden auch die Pfarrgemeinderäte für die nächsten vier Jahre gewählt. Nun heißt es vor politischen Wahlen immer: Wählen gehen! Schließlich ist es für den Bürger in der repräsentativen Demokratie eine wichtige Möglichkeit der Mitbestimmung. Mit der gleichen Argumentation kann man nun auch für eine Teilnahme an den Pfarrgemeinderatswahlen werben.

Doch es gibt einen Haken: In vielen Pfarreien stehen gerade so viele Kandidaten zu Wahl, wie es Plätze im Pfarrgemeinderat gibt. Wie viele Mitglieder das sind, unterscheidet sich. Es gibt Empfehlungen des Bistums, je nach Größe der Pfarrei. Die genaue Mitgliederzahl kann aber der Rat selbst für die folgende Amtsperiode selbst festlegen.

In der Gundelfinger Pfarrei Sankt Martin etwa soll das Gremium 14 Mitglieder haben – 14 Menschen stehen auch zur Wahl. Das Beispiel aus der Gärtnerstadt zeigt aber auch, dass das nicht automatisch dieselben sind, die das Amt schon vorher ausgefüllt haben. Bei Sankt Martin ist etwa ein Drittel der Bewerber neu dabei, und es sind Kandidaten jeder Altersklasse. Der Rat kann von der Zusammensetzung her also durchaus einem Abbild der Gemeinde nahe kommen. Eine Wahl ist dort trotzdem nicht möglich.

Auch die Pfarreien der Pfarreiengemeinschaft in Wertingen haben keine Auswahl. In Gottmannshofen werden acht Bewerber die acht verfügbaren Plätze bekommen, in Binswangen ist der Rat zwölf Mitglieder stark und das Bewerberfeld ist ebenso groß. Genauso in einer weiteren Pfarrei Sankt Martin, dieses Mal ist die Kirche in Wertingen gemeint.

In Bissingen gibt es eine besondere Situation. Sieben der zehn Kandidaten, die sich für die zehn Plätze bewerben, kommen neu dazu. So viel Wechsel bringt dort die Möglichkeit für einen Neubeginn, heißt aus dem Umfeld des Pfarrgemeinderates. In der vergangenen Amtsperiode hatte es dort Probleme gegeben, die nun mit einem neu aufgestellten Rat endgültig der Vergangenheit angehören sollen.

Auch in Lauingen, wiederum in einer Pfarrei Sankt Martin, gibt es mit der Wahl einen Neubeginn. Im Herbst war ein Teil der Ratsmitglieder zurückgetreten, andere treten nicht wieder an. Hintergrund war ein Streit zwischen Räten und Pfarrer Raffaele De Blasi. Der Konflikt war eskaliert, als die damalige Gemeindereferentin ihre Arbeit niederlegte. Pfarrer De Blasi spricht offen davon dass sich Leute „an meiner Person gestoßen haben“, was er sehr bedauere. Dass es in einer Pfarrei auch einmal zwischenmenschliche Probleme gebe, sei zwar unschön, aber normal. „Ein Pfarrer ist auch nur ein Mensch“, erinnert De Blasi. Es sei aber auch nicht so, dass sich keiner mehr in der Kirche engagieren wolle. 13 Menschen, die aktuell für den Pfarrgemeinderat kandidieren, seien schließlich keine schlechte Zahl. Der bisherige Rat hatte die Größe des neuen Gremiums allerdings auf 15 Mitglieder festgesetzt. Ein wirkliches Problem ist das für die Pfarrei aber auch nicht, denn sie kann nach der Wahl zusätzliche Mitglieder berufen. Ein Amt als Pfarrgemeinderat ist ein Ehrenamt, das viel Zeit und Engagement verlangt. Das macht es den Kirchen offenbar schwer, Freiwillige zu finden. Doch es gibt auch in der Region Pfarreien, bei denen die Wähler eine Wahl haben.

16 Plätze gibt es im Pfarrgemeinderat von St. Peter in Dillingen – und 19 Kandidaten. „Je mehr mitarbeiten, desto leistungsfähiger ist das Gremium“, sagt Mesner und Wahlvorstand Klaus Probst. Deshalb hatte der bisherige Rat entscheiden, dass mit 16 die höchstmögliche Mitgliederanzahl für den Rat einer Pfarrei dieser Größe gewählt werden sollte. Warum gibt es hier mehr Bewerber als Stellen? Das seien nur seine Einschätzungen, warnt Mesner Probst, aber: „Es gibt einen offenen Pfarrer, bei dem die Leute merken: Hier wird das Gremium sehr ernst genommen.“ Außerdem zögen die aktiven Ratsmitglieder andere mit. Wer aus dem Rat ausscheide, kümmere sich nicht selten um einen möglichen Nachfolger. Und die Gemeindemitglieder sprächen mögliche Kandidaten auch direkt darauf an, ob das Amt nicht etwas für sie wäre. In der Pfarreiengemeinschaft Dillingen gibt es auch in St. Ulrich eine echte Wahl: Dort treten zehn Bewerber für neun Stellen an. In anderen Pfarreien der Gemeinschaft sind es hingegen genau so viele Bewerber wie Plätze. "S. 33

Wahlberechtigt sind alle Mitglieder der Pfarrgemeinde, die am Wahltag das 14. Lebensjahr vollendet haben. Die Wahlunterlagen sollten per Post zugestellt werden. Damit lässt sich auch eine Briefwahl beantragen. Wer keine Unterlagen hat, aber abstimmen möchte, sollte sich an sein Pfarrbüro wenden. Jeder Wähler hat so viele Stimmen, wie Plätze im Rat besetzt werden. Er kann jedem Kandidat nur eine Stimme geben.

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