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Vernissage

04.11.2019

Pfeuffers Wüsten-Werke schenken Ruhe

Diesen Herbst wäre Hartmut Pfeuffer 70 geworden. Doch der Höchstädter Künstler starb im vergangenen Jahr. Seine Frau Barbara (Mitte) organisierte für ihn eine Ausstellung, die seine künstlerische Entwicklung nochmals deutlich werden lässt. Nichte Agnes Krumwiede (links) untermalte die Vernissage musikalisch am Flügel, die ehemalige Dillinger Pfarrerin Bettina Sperl (rechts) aus Bamberg sprach einführende Worte.
Bild: Birgit Hassan

Die „Geburtstagsausstellung“ für den verstorbenen Hartmut Pfeuffer zieht viele Besucher ins Wertinger Schloss

Seit 2001 prägt ein Bild Hartmut Pfeuffers den Festsaal des Wertinger Schlosses. Vor kurzem hat es Platz gemacht. Platz für andere Werke des Höchstädter Künstlers und eine „Retrospektive“ auf dessen Lebenswerk. Diesen Herbst wäre er 70 geworden. An der „Geburtstagsfeier“ konnte der im vergangenen Jahr Verstorbene persönlich nicht mehr teilnehmen. Doch war er bei der Vernissage am Sonntagmittag durch und durch spürbar – und das nicht nur durch seine teils überdimensional großen Bilder, die derzeit Teile des Schlosses und die städtische Galerie schmücken.

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Die Ausstellung ist gewissermaßen das Geburtstagsgeschenk seiner Frau Barbara – auch für alle, die seine Kunst schätzen. Und davon scheint es, wie Kulturreferent Frieder Brändle in seiner Begrüßung bemerkt, enorm viele zu geben. Selten erlebte Wertingens Schloss einen so vollen Festsaal. Und selten interessieren sich so viele – auch ehemalige – Bürgermeister für die Eröffnung einer Kunstausstellung in Wertingen. Als endlich alle einen Platz gefunden haben, setzt sich Agnes Krumwiede, eine Nichte Pfeuffers, an den Flügel und spielt: harte Töne und spannungsgeladene Passagen, interessante Details und zarte, weiche Läufe. Die Pianistin nimmt sich Zeit und schenkt sie so auch den Zuhörern, um sich auf das Werk Pfeuffers einzustimmen. Auf das Zusammenspiel seiner vielfältigen Eindrücke und eine Ausdrucksform, die mit Worten schwer zu fassen ist.

Bettina Sperl, ehemals Pfarrerin in Dillingen, gelingt es dennoch, das Werk Pfeuffers auch in Worten einzufangen. Dabei fokussiert sie sich auf das Thema, das den Künstler die letzten Jahrzehnte seines Lebens und Wirkens faszinierte: die Wüste. Er hat sie bereist, fotografiert, skizziert und vor allem – monumental – gemalt. Im Abendlicht und in der Morgensonne zeigen sich so riesige Berge und windzerklüftete Formationen, atemberaubende Sanddünen und die Schatten elegant aufragender Felsen. Sperl spricht von warmen, dicht gefüllten, von innen heraus lebendigen Bildern – „ein Genuss für Ästhetiker“. Jedes Sandkorn habe Pfeuffer mit feinsten Pinselstrichen hauchzart gesetzt. „Das Kleinste erfährt die gleiche Aufmerksamkeit wie das Große.“ Für Sperl zeigen sich hier Schöpfung und immer wieder Neuschöpfungen. Die Theologin spürt in seinen Bildern Licht, Wärme und eine große Ruhe, die auch in ihr Ruhe auslöst. „Vielleicht brauchen wir in unserer schnelllebigen Zeit seine Bilder, die uns zur Ruhe kommen lassen und doch bewegen.“ Bilder, die sprachlos machen und demütig.

ist die Ausstellung bis 24. November, Montag bis Freitag von 8 bis 12 Uhr und Montag bis Donnerstag 14 bis 17 Uhr, Sonntag 14 bis 17 Uhr, dazu gibt es Führungen und Vorträge.

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