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Dillingen

04.04.2019

Pimento verspricht heiße Beats und bunte Lichter

Bild: Tanja Ferrari

Bei der Dillingen Samba-Band „Pimento“ wird nicht einfach nur getrommelt: Die Gruppe ist auch ein Hingucker.

Es ist dunkel in der Regens-Wagner-Schule in Dillingen. Aus dem Nichts ertönt der erste Trommelschlag, der gleichzeitig den Raum rot erleuchtet. Zusammen mit ihrem lauten, rhythmischen Trommeln entführt die Samba-Band Pimento in das knapp 9000 Kilometer entfernte südamerikanische Brasilien. Zum Proben braucht sie kein Licht. Denn ihre Musikinstrumente leuchten in hellen Farben. Feurig, scharf und bunt – so lässt sich deshalb der Sound der Gruppe beschreiben. Und dafür steht auch ihr Name: „Pimento“ ist portugiesisch und bedeutet übersetzt Paprika.

Angefangen hat alles mit brasilianischen Rhythmen

Ulrich Bammer, der die Gruppe seit 2000 leitet, beobachtet die Choreografie seiner Band und gibt letzte Anweisungen. Er sagt: „Uns gibt es schon über 20 Jahre.“ Angefangen hatte alles mit brasilianischen Rhythmen im Samba- und Reggae-Stil. Inzwischen geht die Gruppe aber auch andere Wege und performt das, was den Nerv der Zeit trifft. „Ich suche meist die Stücke aus oder komponiere selbst etwas, das wir dann spielen“, sagt Bammer. Bei Pimento wird aber nicht nur auf klassischen Musikinstrumenten gespielt, sondern auch mit aussortierten Gegenständen. Es wird mit Mülltonnen, Rohren, Eimern und Straßenschildern experimentiert. Auch Ines Laukner, die seit sieben Jahren in der Band spielt, findet die Soundpalette von Pimento klasse. „Besonders toll sind unsere Boomwhackers“, sagt sie. Dabei handle es sich um bunte Kunststoffröhren, die Töne erzeugen, wenn man sie anschlägt, erzählt sie. Nur Musik allein reicht aber oftmals nicht.

Die Licht-Show gibt es seit vergangenem Jahr

Deshalb versucht die Gruppe, immer mehr Choreografie in ihre Show einzubauen. Seit vergangenem Jahr hat Pimento beispielsweise auch eine Lichtshow im Programm. Dafür wurden die Instrumente mit einer Profibeleuchtung ausgestattet. „Wir hatten mehrere Jahre mit eigenen Lichtern aus dem Baumarkt experimentiert, uns dann aber Hilfe von einem Unternehmen aus Schwabmünchen geholt“, sagt Bammer. Die 20 Mitglieder der Band haben jetzt individuell angefertigte Instrumente, die es so nicht im Handel zu kaufen gibt. Bei knapp 70 verschiedenen Lichteffekten in verschiedenen Farben und Sequenzen könnten abwechslungsreiche Choreografien zur Stimmung des jeweiligen Liedes geschaffen werden, erzählt er. Die ersten Auftritte mit Lichteinlagen hat es bereits gegeben. Geburtstage, Hochzeiten, Firmenfeiern, Festivals und ganz neu Gehörlosentreffen. Er sagt: „Trotz Hörverlust kann man unsere Musik spüren, und das finden die Menschen toll.“ Einen klassischen Dirigenten, wie es ihn bei Kapellen gibt, hat Pimento nicht. Der Musiker, der die Repinique spielt, eine spezielle Trommel, gibt damit auch den Rhythmus für alle anderen vor. „Was vorgespielt wird, spielen die anderen nach“, sagt Bammer.

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Der Auftritt im Stadeltheater Lauingen ist schon ausverkauft

Für das bereits ausverkaufte Konzert der Samba-Band am Freitag, 5. April, im Stadeltheater Lauingen probt die Band nun schon seit einem Dreivierteljahr. Melanie Müller, die seit 15 Jahren für Pimento die Drumsticks schwingt, erzählt: „Es gab sogar Probenwochenenden.“ Über ihre Arbeitskollegin sei sie damals zur Band gekommen. Sie sagt: „Es hat mir hier von Anfang an gut gefallen.“

Von 27 bis 63 Jahren ist bei Pimento alles dabei. Beim Proben ist von allen Mitgliedern viel Engagement und Geduld gefragt. Wenn die Samba-Gruppe ein neues Lied einstudiert, dann muss immer auch eine neue Choreografie dazu gelernt werden. „Das ist anfangs immer ein ganz schönes Durcheinander“, sagt Müller. Ein buntes, feuriges und abwechslungsreiches Programm, wofür Pimento steht, braucht eben auch Übung, damit auf der Bühne keine Pannen passieren. Deshalb stellen sich die Musiker noch einmal alle in ihrer Formation auf. Bammer gibt ein Zeichen, und schon beginnt die erste Reihe auf ihre Trommeln zu schlagen. Ein Schritt nach rechts, ein Schritt nach links und dann die Trommel in die Luft werfen.

Wer das Trommeln bei Pimento selbst ausprobieren möchte, kann nach Anmeldung immer donnerstags ab 18 Uhr in der Regens-Wagner-Schule zum Schnuppertermin vorbeischauen. Weitere Infos gibt es auf der Internetseite der Gruppe.

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