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Gemeinderat

12.07.2018

Pläne für Zehentstadel und Schützen

Gemeinderat Walter Pfeifer sucht Mitstreiter, die ihn bei der Erstellung eines Nutzungsplanes für den Zehentstadel in Wittislingen unterstützen.
Bild: Jakob Stadler

Der Weg für einen Bogenschießplatz in Wittislingen ist frei und der Schabringer Weg wird gleich zwei Mal umbenannt. Für den Stadel gibt es einen groben Zeitplan.

Wer auf seinem Navigationssystem nach dem Schabringer Weg in Wittislingen sucht, muss aufpassen. Unter der Postleitzahl gibt es gleich drei Wege und Straßen mit diesem Namen. Das kann gefährlich werden: Vor Kurzem eilten die Helfer bei einem Notarzteinsatz zuerst zur Schabringer Straße im Mödinger Ortsteil Bergheim. Deshalb stand die Umbenennung der Straße auf der Tagesordnung des Wittislinger Gemeinderates am Dienstagabend. Ein Ableger der Straße führt zum Schützenheim, das künftig der Namensgeber für die Straße wird.

Kurz gab es Unklarheiten, wie genau der neue Name lauten sollte. „Schützenhallenweg“, lautete der Vorschlag, den Bürgermeister Ulrich Müller zuerst zur Abstimmung stellte, und der einstimmig angenommen wurde. Kurz danach meldete sich der Vorsitzende der Schützengesellschaft Wittislingen 1855, Rainer Schretzenmayer, zu Wort, der als Zuschauer der Sitzung beiwohnte. Er sprach vom „Schützenweg“ – was eigentlich der neue Name sein sollte. Müller stellte den Änderungsantrag zur Abstimmung und alle Ratsmitglieder stimmten diesem zweiten neuen Namen zu. „Aber das Schützenheim ist eigentlich in der Sapperallee“, merkte Ratsmitglied Ulrich Mayerle an. VG-Geschäftsleiter Tobias Steinwinter erklärte, dass das Schützenheim am Eckgrundstück liege und somit die Adresse „Schützenweg 1“ bekommen könne.

Dass der Vorsitzende des Vereins im Publikum saß, hatte noch einen anderen Grund: Die Schützen wollen ein Gelände, das an ihres angrenzt, von der Marktgemeinde kaufen und eine Bogenschießanlage darauf errichten. „Das wäre etwas für die Attraktivität des ganzen Dorfes“, erklärt er. Für die „Feldfreimachung“ des Grundstücks hatte der Verein eine Bauvoranfrage gestellt, die die Räte einstimmig annahmen. Auch stimmten die Räte dafür, das Grundstück grundsätzlich zu verkaufen – Preis und Rahmenbedingungen sind aber noch Verhandlungssache.

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Bewegung soll in die Pläne für den Zehentstadel kommen. Walter Pfeifer hat den Auftrag, ein Nutzungs- und Finanzierungskonzept für das historische Gebäude zu erstellen. Müller räumte dafür zwölf Monate Zeit ein. Pfeifer sagte: „Das ist, denke ich, zu lang.“ Stattdessen könnte das Konzept bis zur Oktobersitzung stehen. Bis dahin solle auch klar sein, welche Privatpersonen, Vereine und Institutionen, wie etwa die Volkshochschule, Interesse an den Räumen hätten. „Das geht aber nicht allein“, sagte Pfeifer. Er hoffe auf weitere Räte, die ihn unterstützen. „Sobald sich da etwas bewegt, glaube ich, dass der Zuspruch größer wird“, sagte er.

Ein Thema, das auch die Wittislinger Räte immer wieder beschäftigt, ist die Entsorgung von Aushub bei Baustellen. Gerhard Wiedemann von des AWV Nordschwaben hielt einen Vortrag. „Wir wollen bei dem Thema kein Geld verdienen“, sagte er. Einige Regelungen halte er selbst für „blanken Unfug“. Der Abfallwirtschaftsverband nutze überall, wo es geht, Ausnahmeregelungen. Mit Beispielen verdeutlichte er, dass sich Kosten und Aufwand bei nicht und sehr wenig belastetem Boden im Rahmen halten. Und wer Aushub habe und Fragen hat, solle beim AWV anrufen. Diskussionen gab es zum Bauantrag für eine Garage, den der Rat abgelehnt hatte, und der nun vom Landratsamt zurückgekommen war. Anders als der Rat sah das Landratsamt keine Gründe, den Bau abzulehnen. Die Mehrheit des Rates hatte aber, insbesondere was die Länge und Höhe der Grenzbebauung angeht, Bedenken. Die Abgeordneten der SPD/Unabhängige Bürger, Jürgen Menzel und Carolin Stoll, plädierten dafür, den Antrag anzunehmen. „Ich habe das als eine Klatsche an uns Gemeinderäte empfunden“, sage Menzel über die Reaktion des Landratsamtes. Zweiter Bürgermeister Paul Seitz erklärte, er habe „immense Bauchschmerzen“, den Bau zu genehmigen. „Wenn das Landratsamt das genehmigt, dann sind die in der Haftung“, sagte er. Am Ende stimmten alle Ratsmitglieder bis auf Stoll und Menzel dagegen, den Antrag anzunehmen. „Aber die Garage kann er jetzt trotzdem so bauen?“, fragte Menzel. Müller antwortete: „Das Landratsamt wird wohl das Einvernehmen ersetzen.“

Müller informierte die Räte, dass der Defibrillator, der aktuell in der Schule ist, nun im Foyer der Sparkasse aufgehängt wird. Dieses ist zentraler, die Feuerwehr hatte den neuen Ort vorgeschlagen. Der TSV Wittislingen hat einen Mähroboter ausgesucht, für den er 13000 Euro Zuschuss von der Gemeinde erhalten soll, was die Räte billigten. Steinwinter erklärte, dass es Änderungen beim Dokumentenmanagement geben werde, die es ermöglichen, dass die Räte ihre digitalen Dokumente zukünftig in durchsuchbarer Form bekommen. Außerdem wird die Archivierung und das E-Mailsystem zukünftig ebenfalls über das „RegiSafe“-System laufen – dann werden Teile des Archivs digitalisiert und gleichzeitig sichergestellt, dass der Umgang mit personenbezogenen Daten aus Mails der Datenschutzgrundverordnung entspricht. Müller kündigte an, dass die Gemeinde einen Imagefilm erstelle, um Gewerbeflächen zu vermarkten. Wenn man Manfred Selzle sehe, wie er dafür Aufnahmen macht, solle man sich „nicht wundern“.

Jürgen Menzel regte zum Sitzungsende an, Briefe der Gemeinde freundlicher zu formulieren. Bei ihm habe sich eine Familie gemeldet, die aufgefordert wurde, eine Pflanze zurückzuschneiden. Menzel bezeichnete das Schreiben als „Drohbrief“.

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