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25.02.2015

Plötzlich Rathauschef

Gerhard Kornmann bei seinem liebsten Hobby: Fahrradfahren mit Hund Joschi. Heute feiert Höchstädts Altbürgermeister seinen 75. Geburtstag.
Bild: Bronnhuber

Höchstädts Altbürgermeister Gerhard Kornmann wird heute 75 Jahre alt. 24 Jahre hatte er in der Donaustadt das Sagen

Gerhard Kornmann kann sich noch genau erinnern. Er lehnt sich zurück und lacht. Lacht darüber, wie er Erster Bürgermeister der Stadt Höchstädt wurde. „Ich war damals seit sechs Jahren im Gemeinderat in Tapfheim. Ich habe mir dann überlegt, dass ich im Zuge der Gebietsreform einfach mit der Kommunalpolitik aufhören könnte. Das war eigentlich der Plan“, erzählt er. Doch es kam ganz anders. Alfons Braun, der ehemalige Landrat in Donauwörth, überredete ihn, für die SPD in Höchstädt als Bürgermeister zu kandidieren. „Ich fragte ihn zuerst, wie viele CSU-Wähler es dort gibt. Er sagte: 60 Prozent, und ich sagte meine Kandidatur zu“, so Kornmann. Die Zusage deshalb, weil der damalige Polizeihauptkommissar dachte, dass er niemals gegen den CSU-Mann eine Chance haben würde. Hatte er. Er kam in die Stichwahl, gewann diese und war 24 Jahre lang Bürgermeister in Höchstädt. Mit 62 Jahren, im Jahr 2002, hängte er dieses Amt an den Nagel. Am heutigen Mittwoch feiert Gerhard Kornmann seinen 75. Geburtstag.

Von der Wahl seien alle, vor allem er und seine Familie, sehr überrascht gewesen. „Aber ich glaube, meine Stärke waren schon immer die Vier-Augen-Gespräche. Das war es auch, was mir als Bürgermeister besonders viel Spaß gemacht hat: der Kontakt mit den Menschen“, so Kornmann. Nach seiner Wahl zog er von Brachstadt nach Höchstädt, bis zu seinem 21. Lebensjahr wuchs er auf dem großelterlichen Bauernhof auf. Er bemühte sich schnell um Weiterbildungen, belegte Fernkurse und suchte nach einer weiteren Berufsausbildung. 1960 heiratete er Frau Hannelore und bekam mit ihr zwei Töchter. Nach einem zweijährigen Gastspiel bei der Bundesbahn wurde er nach Würzburg eingezogen – und er nutzte diese Chance. Nach zahlreichen Prüfungen wurde er 1969 zum gehobenen Dienst zugelassen, wurde zwei Jahre später Inspektor bei der Polizei, wurde sogar stellvertretender Dienststellenleiter. In Dillingen führte er mehrere Jahre kommissarisch die Station mit rund 80 Polizeibeamten, hatte auch zeitweise in Aichach und Zusmarshausen das Sagen, arbeitete zusätzlich als Polizeilehrer, war Ausbilder Bereitschaftspolizei … – bis er ab 1978 die Geschicke von Höchstädt leitete.

Im Rückblick, so Gerhard Kornmann, zähle er den Bau der Nordschwabenhalle, des Rathauses, der Staustufe oder den Umbau des Schlosses zu den bewegendsten Aufgaben in seiner Laufbahn. „Für mich ist aber sehr bedeutend, dass ich ohne größere politische Feindschaften diese Zeit überstanden habe“, so der 75-Jährige. Denn neben dem Amt des Rathauschefs war Kornmann auch 24 Jahre Vorsitzender der VG Höchstädt, gehörte dem Kreistag an, war Vorsitzender der Feuerwehr und ist bis heute in zahlreichen Vereinen – auch in seiner Heimat Brachstadt – Mitglied. Zu seinem 65. Geburtstag wurde ihm von der Stadt Höchstädt die Ehrenbürgerwürde erteilt. „Ich war aber immer auch Polizist. Wenn es schwierig wurde, stand ich wie eine Eins da. Die direkte Begegnung mit den Bürgern war meine Stärke“.

Heute kennt man Gerhard Kornmann anders, sagt er. Jeden Tag fährt er mit dem Fahrrad durch das Städtchen und über das Land. Meistens ist Hund Joschi mit dabei. Auch das Schwimmen hat er sich zu seinem Hobby gemacht. „Und ich spiele täglich am Computer ein Kartenspiel. Das hält den Kopf fit“, verrät der 75-Jährige.

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