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Literatur

29.09.2016

Poesie über Dillingen und Lauingen

Dieses Bleistiftselbstporträt von Heinz Piontek erinnert im soeben erschienenen „Poesiealbum 326“ an die Lauinger und Dillinger Jahre des Dichters.
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Dieses Bleistiftselbstporträt von Heinz Piontek erinnert im soeben erschienenen „Poesiealbum 326“ an die Lauinger und Dillinger Jahre des Dichters.

Eine Neuerscheinung erinnert an die glücklichen Jahre des Dichters Heinz Piontek in der Region. Zu seiner Zeit schon war er weithin bekannt.

„Zum Beispiel die Stadt. / Man kann sie umwandern / in einer einzigen Stunde. / Ihre Steige bröckeln, / in den Türmen haust / die blinde Geschichte.“ Diese freirhythmischen Verse stehen in Heinz Pionteks Gedicht „Mit dreißig Jahren“. Es erschien erstmals 1957 im Band „Wassermarken“ und findet sich jetzt in einer Neuerscheinung des Märkischen Verlages Wilhelmshorst.

Die soeben erschienene 326. Ausgabe der Reihe „Poesiealbum“ enthält insgesamt 40 Gedichte von Heinz Piontek. Der Dichter, 1925 im schlesischen Kreuzburg geboren, lebte von 1947 bis 1955 in Lauingen und anschließend bis 1961 in Dillingen. In dieser Zeit machten ihn seine Gedichte und Erzählungen weithin bekannt. Auch in seinen Romanen, die bis zu seinem Tod im Jahre 2003 vor allem in seiner Münchener Wohnung an der Dülferstraße schrieb, erinnern viele Details an die glückliche Zeit in Lauingen und Dillingen. 1972 kommentierte er die Besprechung eines seiner Bücher in der Donau-Zeitung mit den Sätzen: „Es berührte und rührte mich sehr, daß ich in einer Gegend, an der mein Herz noch immer hängt, nicht vergessen bin. Wieviele Erinnerungen wurden wieder wach! Was für eine gute Zeit habe ich doch an der Donau verbracht!“

Viele Gedichte im Bändchen des Märkischen Verlages belegen die Kreativität, mit der sich Heinz Piontek während seiner schwäbischen Lebensphase einen Namen machte. Eröffnet wird die Textfolge mit einem der berühmtesten Piontek-Gedichte: „Lauingen an der Donau“ basiert einerseits auf der Tradition der Naturlyrik, mischt aber in die harmonischen Sprachbilder schon einen Hauch von jener Melancholie, die den Dichter in seinen letzten Lebensjahren schwer belastete: Die Schilderung der Szene, erfasst vom Südufer der Donau bei Lauingen, endet mit der Strophe: „Vorüberziehende Herde. – / Nun bin ich mit mir allein. / Morgen vielleicht schon werde / ich wie das Wasser sein.“ Szenerien aus den beiden Donaustädten bestimmen viele weitere Gedichte wie „Die Turmstube“, „Fischerhütte“ und „Wassermarken“.

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Mit reproduzierten Grafiken erinnert das Bändchen daran, dass Piontek auch als Maler hochbegabt war. Als ihm die Deutsche Akademie Rom 1960 einen Aufenthalt in der Villa Massimo finanzierte, lautete der Eintrag in der Stipendiatenliste „Maler Heinz Piontek, Schriftsteller“. Die Auswahl der Gedichte besorgte der Bamberger Schriftsteller Gerhard C. Krischker. Ein entscheidender Impuls für die Aufnahme Heinz Pionteks in die „Poesiealbum“-Reihe kam von Anton Hirner, dem Leiter des Lauinger Piontek-Museums. Die Neuerscheinung ist in der Dillinger Buchhandlung Brenner vorrätig.

„Poesiealbum 326 – Heinz Piontek“, 32 Seiten, Broschur, fünf Euro.

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