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Konzert

03.12.2015

Poetische Tiefe und barocke Prachtentfaltung

Der örtliche Basilikachor St. Peter zeigte eine beeindruckende Leistung, ebenso die Kammerphilharmonie Bodensee-Oberschwaben, von Axel Flierl mit sicherem Gespür geleitet.
Bild: Walter

Basilikachor St. Peter, Kammerphilharmonie Bodensee-Oberschwaben und ein exzellentes Solistenquartett prägten hinreißende Aufführung von Bachs Weihnachtsoratorium

Die Aufführung des Weihnachtsoratoriums von J. S. Bach wurde zum angekündigten musikalischen Erlebnis. Stadtpfarrer Wolfgang Schneck konnte in der Studienkirche zahlreiche Besucher begrüßen und von einer bewegenden geistigen Einstimmung auf die bevorstehende Advents- und Weihnachtszeit sprechen. Von den sechs Einzelkantaten hatte Dirigent Axel Flierl aus der Weihnachtsgeschichte die Verkündigung, die Szenen an der Krippe und die Verfolgung durch Herodes ausgewählt. Vor fünf Jahren wagte sich der Basilikachor erstmals an Bachs Meisterwerk, neu kam diesmal die sechste Kantate hinzu. Axel Flierls intensive Beschäftigung und das Ringen um Klarheit, Artikulation, Durchsichtigkeit und stimmliche Ausgewogenheit führte zu einem überwältigenden Ergebnis. Es war beeindruckend, mit welcher Beweglichkeit und Ausdruckskraft die fünfzig Sänger agierten.

Die Choräle boten eine Welt für sich. Vom verhaltenen „Wie soll ich dich empfangen“ und verinnerlichten „Ich steh an deiner Krippen hier“ reichte das Spektrum zu den markant vorgetragenen „Jauchzet, frohlocket“ und „Herr, wenn die stolzen Feinde schnauben“. Plastizität, Homogenität und Präzision prägten eine Aufführung, die die Freude am Musizieren stets spüren ließ. Dabei erreichte Axel Flierl eine schöne Balance zwischen den Stimmgruppen und der reichen Ausdruckswelt der debütierenden Kammerphilharmonie Bodensee-Oberschwaben.

Drei exzellent aufstrahlende Bachtrompeten, zuverlässige Fagotte, Oboen und Flöten mit Pauke sowie bestechende Streicher (darunter die Cellistin Barbara Flierl) und die einheimischen Organo-Continuos Julia Schmid und Matthias Lachenmayr steuerten den treffsicheren Hintergrund für das großartige Tongemälde bei. Die vier Solisten genügten ausnahmslos den hohen Ansprüchen. Manuel Günther von der Semperoper Dresden war ein wunderbar expressiver Evangelist, der den Rezitativen mit flexiblem Tenor höchste Eindringlichkeit verlieh und die Arie „Nun mögt ihr stolzen Feinde schrecken“ mit großem Feingefühl sang. Margret Hauser (Stuttgart) wartete mit grandios innigen und ausdrucksvoll dargebotenen Alt-Arien auf („Bereite dich, Zion“). Für messianische Kraft sorgte mit hoher Gestaltungsenergie der Bass von Florian Götz (Leipzig) schon gleich in seiner ersten Arie „Großer Herr, o starker König“.

Die Sopranistin Susanne Langbein (Landestheater Innsbruck) verströmte strahlende, ausdrucksstarke Melodienseligkeit. Großer Schlussbeifall für eine inspirierte Aufführung, die Axel Flierl mit Können und Souveränität leitete.

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