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Lauingen

02.10.2019

Positive Gedanken und Farben für die kranke Seele

Bei der Eröffnung der Ausstellung waren dabei (von links): Hans-Jürgen Weigel, Dietmar Bulling, Margit Zimmermann, Ferdinand Müller, Renate Kleebaur, Sandra Bönisch und Martin Schmied.
Bild: Tanja Ferrari

Im Foyer der Sparkasse Lauingen sind aktuell besonders bunte Kunstwerke zu sehen. Wer sie gemalt hat und was es mit dem Motto "Suizid" auf sich hat.

Bunte Farben, lebensbejahende Motive und mutmachende Gedanken sind aktuell bei einer Ausstellung im Foyer der Sparkasse Lauingen zu sehen. Die Bilder haben allerdings eine besondere Geschichte: Ihre Urheber sind Mitglieder der Selbsthilfegruppe „Depression“ der Caritas in Dillingen sowie der Tagesstätte für psychische Gesundheit und der kreativen Gruppe der Elisabethenstiftung in Lauingen.

Warum trotz düsterem Motto bunte Kunstwerke entstanden

Der ehemalige Kreisrat Hans-Jürgen Weigl, zeigt sich zu Beginn der Eröffnungsveranstaltung überrascht. Er sagt: „Malen ist ein Sprachrohr der Seele. Ich habe deshalb ganz andere Kunstwerke erwartet.“ Statt farbenfroher und fröhlicher Bilder, habe er beim Thema Suizid düstere Arbeiten im Sinn gehabt, teilt Weigl mit.

Sandra Bönisch und Renate Kleebaur von der Tagestätte für psychische Gesundheit der Caritas in Dillingen leiten das Kreativtraining, wo einige der Bilder entstanden sind. Bönisch erklärt: „Wir wollten die Menschen bei uns nicht noch weiter herunterziehen und haben das Motto deshalb positiv umgewandelt.“ Statt negativer Gefühle sollten positive Gedanken verwirklicht werden: Ein Lichtblick in der Dunkelheit.

Positive Gedanken und Farben für die kranke Seele

Es gibt auch ein interaktives Werk mit positiven Gefühlen

Das sei auch die Aufgabe des Baumes. „Er ist quasi interaktiv“, sagt Kleebaur. An seinen Zweigen könnten die Menschen hoffnungsvolle Gedanken pflücken und selbst etwas aufschreiben. Nicht nur das Malen habe eine positive Wirkung auf Menschen, die unter Depressionen leiden würden – auch der Zusammenhalt in der Gruppe sei eine gute Stütze.

Warum Depressionen noch immer ein Tabuthema sind

Dass die seelische und psychische Gesundheit ein unfassbar kostbares Gut ist, weiß auch Ferdinand Müller von der Selbsthilfegruppe Transmitter, der die Ausstellung ins Leben gerufen hat. Er betont: „Den Betroffenen macht nicht nur die Krankheit selbst zu schaffen, sondern auch das fehlende Verständnis der Gesellschaft.“ Die Bilder sind noch bis Freitag, 18. Oktober zu den Öffnungszeiten der Sparkasse Lauingen im Foyer zu sehen.

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