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Dillingen

20.10.2020

Prozess in Dillingen: Eine Drückjagd mit Folgen

Bei einer Drückjagd postieren sich Jäger auf Hochständen, während Menschen und Hunde das Wild aufscheuchen.
Bild: Stephanie Millonig (Archiv)

Plus Ein Waldpächter aus dem Donau-Ries verklagt die Bayerischen Staatsforsten. Das haben Hunde damit zu tun.

Ist es möglich, Hunde bei Drückjagden immer unter Kontrolle zu haben? Mit dieser Frage befasst sich das Amtsgericht Dillingen am Mittwoch.

Jagdhunde und Reviergrenzen sind Thema im Dillinger Prozess

Angeklagt sind die Bayerischen Staatsforsten, vertreten durch Anwalt Stefan Wagner. Beim Kläger handelt es sich um einen Waldpächter, dessen Grundstück an das Revier Finningen grenzt. Vertreten wird der Kläger aus dem Donau-Ries von Rechtsanwalt Thomas Kroder. Sein Vorwurf: Bei einer Drückjagd der Bayerischen Staatsforsten im vergangenen November sollen eingesetzte Hunde nicht zum ersten Mal die Reviergrenze überschritten haben.

Jagdhunde sollen im Nachbarrevier gestöbert haben

Unter einer Drückjagd versteht man laut dem Deutschen Jagdverband eine Bewegungsjagd auf Wild mit mehreren Jägern und Treibern. Das Wild wird durch Treiber und Hunde in Bewegung gebracht und aus der Deckung gedrückt. Dadurch kann der Schütze das Wild sicher erlegen. Die Teilnehmer müssen dabei darauf achten, dass die Hunde nicht die Reviergrenzen überschreiten. Denn der Jagdnachbar muss die überjagenden Hunde nicht dulden.

Bei der Drückjagd: Kläger fordert die Einhaltung der Reviergrenzen

Doch die Gesetzgebung ist unklar. Ein Hund kennt naturgemäß keine Grenzen, und so gelangt er schnell einmal ins benachbarte Revier. Die Jagdleitung, im Prozess der erste Zeuge, ist dafür verantwortlich, ein Überjagen auszuschließen. Zum Beispiel dadurch, dass in grenznahen Gebieten nur Treiber ohne Hunde oder nur mit angeleinten Hunden durchgehen. Doch ganz sei ein Überjagen der Tiere laut Jagdleiter und Forstbetriebsleiter Helmut Weixler nicht auszuschließen. Weixler hat nach eigenen Angaben alle Schutzmaßnahmen erfüllt.

Das sieht der Kläger anders: Er fordert, dass seine Reviergrenze bei Drückjagden weder von Treibern noch von Hunden überschritten wird. Aus dem zuständigen Forstbetrieb Kaisheim heißt es, dass es sich für die Region um ein wegweisendes Gerichtsverfahren handle. Immer wieder käme es zu überjagenden Hunden in den Jagdrevieren. Das Verfahren leitet Richterin Marialuise Tappeiner.

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