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Dillingen

01.07.2020

Prozess in Dillingen: Hat die Autowaschanlage für Schaden gesorgt?

Ein Mann ließ sein Auto in einer Waschanlage in Dillingen reinigen. Danach war das Fahrzeug beschädigt.
Bild: Bernhard Weizenegger (Symbol)

Plus Ein Mann ließ sein Auto in einer Waschanlage in Dillingen reinigen. Danach war das Fahrzeug beschädigt. Der Fall landete jetzt vor Gericht.

Für die standesamtliche Hochzeit sollte das Auto blitzblank sein. Deshalb fuhr ein Mann aus Wittislingen vergangenen August mit seinem relativ neuen Mercedes in eine Autowaschanlage in Dillingen. Der Wagen, eigentlich das Dienstfahrzeug seiner Firma, sollte am schönsten Tag des Lebens mit einem Hochzeitsgesteck verziert werden. Nach dem Waschgang stellte er jedoch einen Schaden an seinem Auto fest. Die Stoßstange stand plötzlich an beiden Seiten ab. Der Schaden wird auf 3000 Euro beziffert.

Sachschaden nach Besuch einer Autowaschanlage in Dillingen

Für diesen Sachschaden macht die Firma des Wittislingers nun den Betreiber der Waschanlage verantwortlich. Die Verhandlung fand am Mittwochvormittag statt. Das Amtsgericht Dillingen soll entscheiden, ob die Waschstraße das Auto beschädigt hat. Im Sitzungssaal 23 befragt Richterin Marieluise Tappeiner zunächst den Besitzer des Wagens. Er bekräftigt, dass er als Einziger mit dem Dienstwagen fährt und erst eine Woche vor dem Vorfall seinem Händler einen Kontrollbesuch abgestattet hatte. Er ist sich sicher: Der Schaden kann nur in der Waschanlage entstanden sein.

Er schildert den Vorfall so: Nach der Vorwäsche durch einen Mitarbeiter der Anlage fuhr er in den vollautomatischen Waschsektor. Dort ging dann plötzlich die Anlage aus und die Walzen begaben sich in ihre Ausgangsposition. In seinem Innenspiegel konnte er sehen, dass der Vorwäscher die Anlage wieder startete. An seinem Auto hatte er während des Waschvorgangs keine Schäden mitbekommen. Erst auf der Straße stellte er mit einem Blick in seine Außenspiegel fest, dass seine hintere Stoßstange auf beiden Seiten auffallend abstand. „Das Auto war so nicht mehr verkehrssicher. Ich bin erst zur Werkstatt gefahren und dann zurück zur Waschanlage, um den Schaden zu melden“, sagt der Kläger. Seitdem sei das Auto nur provisorisch repariert. Und: „Bis heute hängt ein Teil der Bürste in der Stoßstange“, bescheinigt er.

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Sachschaden nach Autowäsche: Betreiber glaubt nicht an den Vorfall

Ganz anderer Meinung ist der Betreiber der Dillinger Waschanlage: „Das war vor einem Jahr. Da kann man seitdem vieles in die Stoßstange reingesteckt haben“, merkt er an. Die Anlage sei mit zwei Jahren Betriebsdauer so gut wie neu. Noch nie habe es einen vergleichbaren Vorfall gegeben. Sein Rechtsanwalt Roland Spiegel betont, dass die Walzen gar nicht in der Lage seien, einen derartigen Schaden zu verursachen. Das habe ein Gutachten in einem ähnlichen Gerichtsverfahren herausgefunden.

Um Klarheit bezüglich des Vorgehens in der Waschanlage zu schaffen, sagen zwei Mitarbeiter aus, die an jenem Tag im August in der Waschanlage tätig waren. Der erste Zeuge, ein Rentner, der sich als Vorwäscher etwas dazuverdient, hatte damals den Wagen gewaschen und die Anlage wieder zum Laufen gebracht. Er kann sich noch gut an den Tag erinnern. „Der Mann war sehr freundlich und bat darum, kein Wachs aufzutragen, da eine Hochzeitsverzierung auf die Haube sollte“, sagt der Zeuge. Er konnte vor der Wäsche und während des Anlagenstopps keinerlei Schäden am Fahrzeug erkennen. Das habe er aus zwei Metern Entfernung gesehen. Es komme sehr selten zu einem Anlagenstopp. Gründe hierfür seien bremsende oder breite Autos, die den hochsensiblen Lichtschranken zu nahe kommen. Dass eine Stoßstange von einer Waschanlage derartig in Mitleidenschaft gezogen wird, hält der Zeuge für unglaubwürdig. Ähnlich schildert die Situation der zweite Zeuge und Mitarbeiter der Waschanlage. „Ein Gutachter muss das klären“, ist Richterin Tappeiners Fazit nach den Anhörungen des ersten Verhandlungstages. Am Mittwoch, 15. Juli, soll das Gutachten vorliegen und ein Urteil gefällt werden.

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