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Höchstädt

27.07.2016

Putenmast in Sonderheim will größer werden

Eine Putenfarm.
Bild: Marcus Merk, Symbolbild

Der Höchstädter Mastbetrieb am Grünen Weg plant einen Anbau, um mehr Tiere halten zu können. Einige Räte haben Bedenken.

Stadtrat Günter Ballis hatte Recht, als er zu Beginn der Diskussion sagte: „Es taucht ja immer wieder die Meinung auf: Wie soll das mit so vielen Puten gut gehen?“ In der Debatte äußerten dann, wie er es erwartet hatte, einige Räte ihre Bedenken. Ballis setzte sich dennoch dafür ein, die Vergrößerung der Putenmast im Stadtteil Sonderheim zuzulassen. „Ich war dort, das ist ein ordentlicher Betrieb. Ich empfehle jedem, sich das anzuschauen.“

Der Putenhof Grüner Weg im Nordosten von Sonderheim besteht aus zwei großen Ställen. Im Moment werden dort dreimal pro Jahr 40000 Küken aufgezogen und 20000 Hennen bis zum Schlachtalter gehalten. Ihre Ställe will die Besitzerin jetzt um rund 2700 Quadratmeter vergrößern. So könnten dort dreimal jährlich 54000 Küken aufgezogen und 34000 Hennen bis zur Schlachtung gehalten werden. Der Betrieb ist auf Bodenhaltung spezialisiert. Dem Plan, im Süden des Grundstücks eine Mehrzweckhalle zu bauen, hatte der Stadtrat schon in der vorletzten Sitzung zugestimmt.

Die meisten Mitglieder des Stadtrats sprachen sich auch für die Erweiterung der Ställe aus. Ludwig Kraus sagte: „Ich stimme dem zu. Wer davon leben will und muss, der muss sich eben vergrößern.“

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Für Jan Waschke aber steht hinter dem Antrag eine „grundsätzliche Entscheidung“. Es gebe immer mehr Massentierhaltung, „und da bin ich nicht dafür. Deswegen kann ich nicht zustimmen“, erklärte Waschke. Ihm stimmte Wolfgang Konle zu, der sagte: „Ich habe mir diese Entscheidung nicht leicht gemacht.“ Auch er habe mit der Besitzerin der Putenmast gesprochen. „Die macht das verantwortungsvoll, da bin ich sicher.“ Es sei aber generell das Gewerbe, das ihn störe. Er habe sich mit dem Thema ausgiebig beschäftigt und sehe Gefahren, etwa durch multiresistente Keime, die durch den Einsatz von Antibiotika in der Mast entstehen können. Konle sagte: „Ich muss hier nach meinem Gewissen entscheiden. Und deshalb kann ich dem nicht zustimmen.“ Nach der Sitzung fügt er hinzu, dass er bei einer Bio-Mast anders entschieden hätte.

Neben Vorbehalten gegenüber der Massentierhaltung befürchtete Gerhard Gumpp eine mögliche Geruchsbelästigung. Zwischen seinem Ortsteil Oberglauheim und dem Mastbetrieb liegen allerdings die B16 und die Bahnstrecke. Deshalb wiesen mehrere Räte darauf hin, dass Gumpp selbst nicht davon betroffen sein dürfte. Hans Mesch sagte, es könne zwar eine gewisse Geruchsbelästigung geben, „aber wenn hier Gülle ausgebracht wird, rieche ich das mehr“. Er unterstütze die Vergrößerung des Betriebes. Karlheinz Hitzler fügte hinzu: „Ich wohne in Sonderheim, der Stall ist geruchsneutral.“

Stephan Karg, der als stellvertretender Bürgermeister die Sitzung für den abwesenden Bürgermeister Stefan Lenz leitete, schloss sich den Befürwortern an. Waschke und Konle stimmten als einzige Räte gegen die Erweiterung. Damit kann der Putenhof Grüner Weg den Anbau weiter planen.

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