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Exkursion

05.11.2017

Reformation und Gegenreformation und die Folgen für Lauingen

Die Teilnehmer der Neuburg-Fahrt des Kulturmarktes mit dem wissenschaftlichen Kurator der Ausstellung Michael Teichmann, vor dem früheren Landesherrn, Pfalzgraf Philipp Ludwig.
Bild: Anton Grotz

Der Kulturmarkt Lauingen besucht die Sonderausstellung im Schloss Neuburg. Die Konfession wechselte immer wieder.

Bei einem Besuch der Sonderausstellung „FürstenMacht & wahrer Glaube. Reformation und Gegenreformation“, die im Schloss Neuburg, Fürstengang und Hofkirche gezeigt wird, interessierte sich die Gruppe des Kulturmarktes Lauingen vor allem für die Auswirkungen auf Lauingen.

Der wissenschaftliche Kurator der Ausstellung, Dr. Michael Teichmann, begrüßte die 25-köpfige Gruppe aus Lauingen. Unter den Exponaten der Ausstellung hob Georg Wörishofer bei seiner Führung vor allem jene stärker hervor, die einen Bezug zu Lauingen haben. Das Religionsmandat vom 22. Juni 1542 habe die Grundlage für die Einführung der Reformation im Fürstentum Pfalz-Neuburg und damit auch in Lauingen gegeben. Bereits 1546 habe der Schmalkaldische Krieg einen Umschwung gebracht: Die katholische Lehre sei in Lauingen wieder eingeführt worden, im Jahr 1552 wiederum das evangelisch-lutherische Bekenntnis - jetzt für einen längeren Zeitraum: Im 1561 aufgehobenen Zisterzienserinnenkloster sei die weitbekannte Fürstliche Landesschule, ein illustres Gymnasium mit Collegium, durch den Stadtherrn Pfalzgraf Wolfgang eingerichtet worden.

Ziel sei es gewesen, evangelische Pfarrer heranzubilden, ebenso Juristen. Lauingen sei auch Sitz der landesfürstlichen Druckerei gewesen, die 1562 erstmals erwähnt wird. Schließlich sei im Chor der Stadtpfarrkirche eine Fürstliche Grablege angelegt worden. Der Regierungsantritt von Pfalzgraf Wolfgang Wilhelm, der 1613 zunächst heimlich, dann 1614 öffentlich zum katholischen Glauben übergetreten war, habe eine Änderung der Religionsverhältnisse gebracht: Er führte nämlich die katholische Konfession wieder ein. Habe es zunächst von 1616 bis 1618 ein Simultaneum gegeben, so seien dann die Prädikanten abgeschafft worden. Eine Folge der Gegenreformation seien die Exulanten gewesen, die in Lauingen etwa ein Viertel des damaligen Stadtsteueraufkommens ausgemacht hätten. Während der schwedischen Besatzungszeit (1632-34) sei Lauingen erneut evangelisch, danach wieder katholisch geworden.

Auf dem Rundgang durch die Altstadt, den ebenfalls Georg Wörishofer leitete, war das erste Ziel die Hofkirche Mariä Himmelfahrt. Der Rundgang führte auch am ehemaligen Landschaftsgebäude vorbei.

Hier hätten sich die Vertreter der Landstände, darunter auch der Amtsbürgermeister und der Stadtschreiber von Lauingen, zu ihren Sitzungen getroffen. Georg Wörishofer dankte abschließend dem Vorsitzenden des Kulturmarktes Lauingen, Anton Grotz, für seine nun schon 25-jährige Vereinsarbeit, die einen wichtigen Beitrag zur Kultur vor Ort leiste. dz

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