Bürgerversammlung

05.03.2016

Reizthema Biber

In Mödingen hegen viele Bürger einen Groll gegen den Biber. Bei der Bürgerversammlung sagte Bürgermeister Joas, dass der Nager die Gemeinde pro Jahr zwischen 7000 und 10000 Euro kostet.

Auch über die Aushubdeponie wurde in Mödingen diskutiert. Worüber sich die Bürger ärgern und wann das neue Feuerwehrhaus eingeweiht wird

Paul Geier schüttelt den Kopf. Dass man auf die Aushubdeponie nichts mehr hinbringen darf, das könne er beim besten Willen nicht verstehen. „Einen super Boden muss man 30 oder 40 Kilometer wegfahren. Wenn man als ganz normaler Bürger ein Haus baut, darf man da nichts runterfahren. Das ist doch nicht richtig“, moniert Geier auf der Bürgerversammlung im Mödinger Vereinsheim. Geschäftsstellenleiter Tobias Steinwinter erläuterte daraufhin die Situation: „In den 70er Jahren hat man die Bauschuttdeponie genehmigt bekommen. Damals stand schon im Bescheid, dass sie, wenn sie geschlossen wird, rekultiviert oder renaturiert wird. Wir müssen renaturieren. Eine Rekultivierung wäre angestanden, wenn man bei der Untersuchung Schadstoffe gefunden hätte.“ Bereits 2009 wurde der Weiterbetrieb mehrer Deponien untersagt, unter anderem in Mödingen. Denn in jenem Jahr sei eine Bundes-Deponieverordnung erlassen worden, auf die das Landratsamt reagiert und den Betrieb der Deponien untersagt habe, so Steinwinter auf Anfrage unserer Zeitung. Mittlerweile ist die Deponie geschlossen, Material darf nicht mehr hingebracht werden. Steinwinter könne den Unmut der Bürger verstehen. „Aber die Gesetze sind in Bayern so.“ Auch Bürgermeister Walter Joas sagte, dass er die Kritik der Bürger berechtigt finde, fügt dann noch hinzu: „Wir waren aber froh, dass bei der Untersuchung nichts rauskam.“ Denn wenn etwas Schadhaftes gefunden worden wäre, dann wäre es teuer geworden.

Ums Geld geht es auch bei einem anderen, tierischen, Problem. Zwischen 7000 und 10000 Euro – so viel kostet der Biber die Gemeinde Mödingen. Pro Jahr. „Wir sind mit Baggern unterwegs, sichern das Ufer, füllen Wege auf“, sagte Joas in der Bürgerversammlung. Mehrere Mödinger hatten sich zu Wort gemeldet, um ihren Unmut über den Nager loszuwerden. „Der Biber kostet einen Haufen Geld. Im Herbst geht die Fangzeit wieder los. Vielleicht kann man ja eine Ecke für Spaziergänger sperren, damit wir den Biber endlich wegbekommen. Wenn man im Wald eine Jagd macht, dann darf man ja auch nicht rein“, schlug eine Bürgerin vor. Was das Fangen der Tiere anbelangt, ist Joas skeptisch: „In der Falle, die ich heuer betrieben habe, ist kein einziger Fang erfolgt. Der Biber ist um die Falle herumgelaufen.“ Ein anderer Bürger schlug deshalb vor, in der neuen Fangsaison ans andere Flussufer zu wechseln, vielleicht sei man dort erfolgreicher.

Der Biber ist nicht das einzige tierische Problem, das den Mödingern unter den Fingern brennt. „Wittislingen hat einen Leinenzwang für Hunde, deswegen kommen die Hundehalter zu uns rüber und lassen sie bei uns springen und überall hinmachen“, schimpfte ein Besucher der Bürgerversammlung. Und ein anderer fügte hinzu: „Wenn man mal schaut, wer die Hunde hält, sind das Leute, die sich nicht für die Gemeinde interessieren. Das sind Zugezogene.“ Man werde sich des Themas Leinenzwang annehmen und schauen, was man tun könnte, so Joas.

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Wie bei der Bürgerversammlung üblich, stellte Joas die aktuelle Situation der Gemeinde vor. So liegen die Kosten des Neubaus von Feuerwehrhaus und Bauhof derzeit bei rund 590000 Euro. Geschätzt waren einmal 603000 Euro. Die Einweihung soll am 22. Mai gefeiert werden. Joas ging außerdem auf die Erweiterung des Gewerbegebietes ein. Vor etwa einer Woche haben die Bauarbeiten begonnen. Wegen des erneuten Wintereinbruchs aber mussten sie vorübergehend wieder ausgesetzt werden. „Wir weisen aktuell im Gewerbegebiet vier Plätze aus. Einer ist bereits verkauft. Die Gemeinde hält sich eine Erweiterung nach Süden vor“, so Joas.

Hinter den geplanten Radweg von Bergheim nach Mörslingen müsse er derzeit ein großes Fragezeichen machen. „Wann der endlich realisiert wird, hängt von zwei Grundstücksbesitzern auf der Gemarkung Mörslingen ab“, sagte der Bürgermeister. Was die Kanalsanierung angeht, so wird im Sommer damit begonnen, die Ausmaße der einzelnen Grundstücke zu erfassen. Mitarbeiter des zuständiges Planungsbüros werden an jedem Haus klingeln und die Flächen ausmessen. Die Bescheide an die Bürger sollen frühestens im September, spätestens im November, verschickt werden.

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