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Radelspaß 2018

16.09.2018

Rekordverdächtiger Radelspaß in der Region

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Alle Fahrradfahrer in diesem Bild haben Besonderes geleistet: Sie sind nur fürs Foto andersherum gefahren. Denn eigentlich begann die Tour Richtung Syrgensteiner Schloss.
Bild: Karl Aumiller

Bei bestem Wetter radeln Tausende durch die Region, genießen die Natur und spektakuläre Aussichten. So kam der Donautal-Radelspaß 2018 bei den Radfahrern an.

Tausende von Menschen radelten am Wochenende durch die beiden Landkreise Dillingen und Heidenheim. Der Donautal-Radelspaß war wieder ein voller Erfolg. Die Veranstalter von Donautal-Aktiv rechnen mit noch mehr Menschen als bislang. Kein Wunder: Das Wetter passte, die Strecken waren gut ausgesucht. Überall gab es etwas zu entdecken: 35 Veranstaltungen lockten an den zwei 41 und 43 Kilometer langen Strecken. Während vereinzelt am Samstag schon die verschiedenen Strecken getestet wurden, startete die Masse am Sonntag. Vor allem bei der Zentralveranstaltung in Syrgenstein ging es morgens rund. Unter den vielen Fahrradfahrern waren zum Beispiel Siegfried Laible aus Riedhausen und Franz Reitmaier aus Günzburg. Beide waren bislang bei jedem Radelspaß dabei. Mit Wasser, Müsliriegeln, Äpfeln und Schokolade ausgerüstet radelten beide erst nach Syrgenstein und entschieden sich dann für die rote Tour, die über Giengen führte.

Die größte Veranstaltung dieser Art

Monika Pãlffyovã wohnt erst seit Kurzem in Bachhagel und hatte ihre Radelspaß-Premiere. „Ich liebe Fahrradfahren und werde einfach hinter allen herradeln“, sagte sie begeistert und strahlte dabei über das ganze Gesicht. „Es ist toll, dass es so eine Möglichkeit gibt, und die Stimmung ist super.“ Landrat Leo Schrell freute sich über das gute Wetter und erinnerte daran, dass der Radelspaß die größte Veranstaltung dieser Art in Bayerisch-Schwaben sei. 10.000 bis 12.000 Menschen wurden am Sonntag erwartet. Das alles sei nur möglich dank des Vereins Donautal-Aktiv, der Feuerwehren, vieler Ehrenamtlicher und den Sponsoren. Zu den Ehrenamtlichen gehörte auch der Obst- und Gartenbauverein mit einem Stand bei der Zentralveranstaltung in Syrgenstein.

Das Team von Donautal-Aktiv freute sich über das tolle Wetter und die lobenden Worte vieler Teilnehmer über die gute Streckenführung. In der Mitte der 1. Vorsitzende des Vereins, Landrat Leo Schrell, rechts Landtagsabgeordneter Georg Winter.
Bild: Karl Aumiller

Sebastian Diedering bastelte dort mit Kindern Windräder mit Federn, die sie an ihre Gepäckträger heften konnten. Außerdem gab’s umsonst Äpfel zum Mitnehmen. „Es gibt doch nichts Besseres, als auf einem Fahrrad zu sitzen und in einen Apfel zu beißen, in etwas Frisches. Im Ausland sind die so teuer. Hier liegen sie oft auf der Straße herum und verfaulen“, meinte Diedering. Am Nachmittag wollte er mit der Familie noch die kleine acht Kilometer lange Familienrunde fahren. Neben dem OGV präsentierten sich weitere Vereine und Fachfirmen vor der Bachtalhalle. Vor allem die Kleinsten fühlten sich beim Parcours vor dem Jugendzentrum wohl. Dort konnte man sich zugunsten der Kartei der Not, dem Leserhilfswerk unserer Zeitung, fotografieren lassen, bevor es mit Blick auf das Syrgensteiner Schloss losging.

Radler verraten ihre Lieblingstouren

Unter den vielen Startern war auch der 63-jährige Jürgen Titze. Er ist heuer schon 3500 Kilometer geradelt, seit er im Februar in Rente ging. „KSC-Fan bin ich schon seit 1963, aber das dauert zu lange, um es zu erklären“, sagte der Gundelfinger mit Blick auf seine Fan-Jacke und lachte. Er fährt am liebsten von Gundelfingen über das Pfannental, Bachhagel, Syrgenstein, Hohenmemmingen, Giengen und an der Brenz entlang über Medlingen heim, also fast genau die rote Tour. Ob er an irgendeinem der Veranstaltungspunkte hält? „Nein, meine Frau hat gekocht“, rief er und radelte los.

Sein Essen dabei hatte die SSV Höchstädt. Fast 50 Leute reisten am Sonntag an, samt Bratwürsten, Bier und Grill. Den hat Hermann Bayer aus Deisenhofen auf seinem Rad installiert. „32 Kilo ohne Fahrer wiegt das“, erklärte er. Irgendwo entlang der blauen Tour wurde der Grill dann angeworfen.

Ganz anders die Clique aus Hohenmemmingen: „In Zöschingen essen wir Maultaschen, in Ziertheim schauen wir uns das Pelletwerk an, und zum Schluss kehren wir im Adler in Oberbechingen ein“, stellte Margit Wiedenmann den Plan vor. „Außerdem suchen wir Single-Frauen“, ergänzten Bernd Wiedenmann und Andreas Mettel, die beiden Junggesellen im Team. Dazu gehörten am Sonntag zudem Willi Korn, Herbert Faul und Margits Mann Helmut.

Im Bild von links Willi Korn aus Steinheim bei Heidenheim, Herbert Faul, Bernd Wiedenmann, Junggeselle, Margit Wiedenmann, Andreas Mettel, Junggeselle, und Margits Mann Helmut, alle aus Hohenmemmingen.

Maria Grieger aus Fleinheim war zum ersten Mal beim Radelspaß dabei, ganz anders als ihre Freundin Maria Joos. „Früher fuhr ich noch ohne E-Bike mit“, sagte sie. Bereits am Samstag hatten die beiden mit einer großen Gruppe die eine Tour befahren, am Sonntag war die andere dran. Mit seinem Handbike kam Manfred Ludwig aus Neu-Ulm nach Syrgenstein. Seine Frau Erika und er haben Donau und Main abgefahren. Am Sonntag erkundeten sie die Strecke über Zöschingen. Aus dem Landkreis Augsburg war ein ganzer Trupp aus Zusmarshausen dabei. Dieter Kramer war gespannt, was es alles zu sehen gibt. „Vielleicht fahren wir dann die gleiche Route nächstes Jahr noch mal, wenn nicht so viel los ist.“ Andreas Ruf aus Großkötz machte sich mit seiner dreieinhalbjährigen Tochter Sarah auf den Weg. 30 Kilo wogen Kind und Anhänger, doch der Papa ist im Training. „Wir sind viel unterwegs, etwa zwischen Oxenbronn, Ichenhausen, Hohenwang und Kleinkötz, das ist ein schöner Rundweg.“

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Fotos vom Radelspaß 2018
Bild: Karl Aumiller und Cordula Homann

Triathletin Katharina Kehren aus Nattheim hatte bis Syrgenstein 9,3 Kilometer hinter sich. Ihre Feierabendrunde verläuft sonst von Nattheim über das Neresheimer Kloster, Kösingen und Dischingen zurück nach Hause. Die beiden Ehepaare Helmut und Johanna Lukschnat aus Finningen und Ludwig und Anni Pappe aus Dunstelkingen sind auf ihren E-Bikes jedes Wochenende unterwegs. Wemding und Nördlingen haben sie so schon erreicht.

Schwarma war der Renner in Haunsheim

In Haunsheim bei der Schmiede war am Nachmittag kaum noch ein Platz auf den Bänken frei. Während sich vor allem Kinder für das alte Handwerk begeisterten, ließen sich die Erwachsenen Kuchen, Falafelburger und Schawarmateller schmecken, die der Asylhelferkreis zusammen mit Flüchtlingen zubereitet hatte. „Alle haben Spaß, es ist ein ganz tolles Miteinander“, erzählte Alexandra Heger an der Kasse. Mit dem gewaltigen Zulauf hatte keiner gerechnet, die Schawarmateller waren um halb drei aus. Im gemütlichen Zelt saßen auch Werner und Brigitte Großkopf aus Bachhagel. Sie waren kurz vor 10 Uhr morgens zu der Tour durch Baden-Württemberg aufgebrochen und hatten sich in Brenz Linsen mit Spätzle schmecken lassen.

Die spektakulärste Aussicht gab‘s in Medlingen

Die spektakulärste Aussicht gab’s vom Turm der Medlinger Kirche. Doch Gerhard März, 75 Jahre, aus Thannhausen entspannte sich nach 43 Kilometern auf dem E-Bike in einer der Kirchenbänke. Klara Fischer aus Wertingen und Daniela Fürbaß aus Binswangen warfen nur einen kurzen Blick in die Kirche. „Wir müssen noch nach Wittislingen, da stehen unsere Autos.“ Beide hatten da schon rund 40 Kilometer in den Beinen. Angelika Tittl von Donautal-Aktiv schätzte, dass noch mehr Menschen als sonst am Radelspaß teilgenommen haben. Sie hatte sehr viel Lob von den Teilnehmern für die Streckenführung und die Angebote drumherum bekommen. „Und wenn die Radler zufrieden sind, sind es die Veranstalter auch.“

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