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Landkreis Dillingen

13.12.2020

Rezension: Heidi Terpoortens Buch über ein Katzenleben im Landkreis Dillingen

Politikerin Heidi Terpoorten hat ein Buch geschrieben.
Bild: Terpoorten (Archiv)

Plus Grünen-Politikerin Heidi Terpoorten verewigt ihre verstorbene Katze sowohl in Buchform als auch online. Damit setzt sie ein Herzensprojekt um.

Woher nimmt diese Frau nur die Zeit und Energie? Ist der erste Gedanke, der einem durch den Kopf schießt, wenn man von Heidi Terpoortens neuem Projekt erfährt. Die Kommunalpolitikerin aus Binswangen hat ein Büchlein herausgegeben, dass von ihren Haustieren handelt. Das mag zunächst, vor allem wenn es so lapidar formuliert daherkommt, und je nach politischer Gesinnung, einen gelangweilten Seufzer bis sarkastischen Kommentar beim Leser dieser Zeilen hervorrufen. Aber das muss man Terpoorten lassen: Sie setzt Herzensprojekte um, die andere Menschen mit „Würde-hätte-könnte“-Ausreden mit ins Grab nehmen.

„Menschen sind anstrengend – Katzen auch“: Ein Katzenleben im Landkreis

Das schmale Buch von 80 Seiten in Hochglanzoptik mit dem Titel „Menschen sind anstrengend – Katzen auch“ ist nicht weltbewegend – das will es auch nicht sein –, doch die Entstehungsgeschichte ist zumindest interessant für Menschen, die sich für Stubentiger und Samtpfoten begeistern können.

So heißt der Untertitel „Das Katzenbuch über einen geschenkten Sommer“. Der rote Faden ist die Rückkehr der verloren geglaubten Katze Cleo. Nach zwei Jahren taucht sie als „Corona-Wunder“ dieses Jahr wieder auf. Das Haus der Terpoortens bewohnten lange fünf Katzen, bis eben Katze Cleo vor zwei Jahren spurlos verschwand. Weder Aufrufe noch verteilte Zettel halfen. Cleo blieb verschwunden. Das Buch beginnt mit der Rückkehr Cleos im Sommer 2020. Vor der Buchveröffentlichung hatte Terpoorten fast alle Einträge über die geliebte Katze in im Internet veröffentlicht. Eine kleine Fangemeinde ist daraus entstanden, die nun auch die Entstehungsgeschichte des Buches mitverfolgte.

Grünen-Politikerin Heidi Terpoorten verewigt ihre verstorbene Katze

Die Erklärung, wie die Binswangerin Zeit für das Schreiben gefunden hat, findet sich bereits im Vorwort. Geschrieben habe sie es nicht selbst, schreibt sie, sondern Cleo, Cäsar, Samuel, Missy, Lucy und „Bonushund“ Alf hätten ihr Leben im Zuhause der Terpoortens geschildert. Malen können die Katzen anscheinend nicht, Künstlerin Birgit Hartl aus Wertingen hat dies übernommen und Aquarelle gemalt, die das Buch bereichern. Die Handschrift ist dagegen unverkennbar von Terpoorten, die sich engagiert für Umwelt- und Tierthemen einsetzt. So erklärt ein Haustier der Grünenpolitikerin, was ein Hortus Aquaveganum ist (veganer Garten, in dem ein Naturteich den Mittelpunkt bildet). So einen Garten haben nämlich ihre Besitzer. Was diesen ausmacht, mag noch interessant sein, zu naseweis wird es jedoch, wenn Katzen einen über die Vorteile der veganen Ernährung aufklären. Dann wird es unfreiwillig komisch bis nervig. Trotzdem lässt einen der Abspann melancholisch zurück. „Cleo verstarb am 12. Oktober, um 21.24 Uhr in unserer Mitte“, heißt es im Nachwort.

Das Buch ist mit rund 20 Euro nicht gerade billig, doch einige Leser scheint es bereits gefunden zu haben, wenn man den Facebookeinträgen der Fanseite Glauben schenkt. „Menschen sind anstrengend – Katzen aber auch“ kann in allen gängigen Onlineshops und im regionalen Buchhandel erworben werden.

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