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Gesundheit

04.02.2015

Risiko Brustkrebs

Zur Brustkrebs-Vorsorgeuntersuchung ist sogar ein Mammobild imn Schwaben im Einsatz. Die medizinisch-technische Assistentin Monika Schönmetzler zeigt, wie das Mammografiegerät funktioniert.
Bild: Rösch

Im Jahr 2013 gab es im Landkreis Dillingen 26 Todesfälle. Zahl steigend

Brustkrebs war ganz weit weg: keine erbliche Vorbelastung, kein Übergewicht, drei Kinder geboren und alle voll gestillt. Doch dann taucht bei einer Routine-Mammographie „verdächtiger Mikrokalk“ auf den Röntgenaufnahmen auf. „Das kann völlig harmlos oder sehr aggressiv sein“, sagt der Radiologe. Und plötzlich steckt man in der Szenerie aus weiteren Untersuchungen, Stanzbiopsien, Ärzte-Telefonaten und dem tagelangen bangen Warten auf das Ergebnis der Gewebeprobe. Der Krebsverdacht bestätigte sich in diesem Fall nicht. Bei anderen Frauen schon und für manche endete die Krankheit tödlich: Im Kreis Dillingen stand 2013 in 26 Fällen die Todesursache Brustkrebs auf dem Totenschein. Ein Jahr zuvor hatte es 15 entsprechende Todesfälle gegeben.

Zehn Prozent aller Brusttumoren beginnen im Drüsengewebe, 80 Prozent im Milchgang. Jährlich erkranken mittlerweile rund 75000 Frauen in Deutschland neu an Brustkrebs (Jahr 2000: rund 56000); mehr als 17000 sterben jedes Jahr daran. Damit ist das Mammakarzinom der häufigste bösartige Tumor bei Frauen, heißt es beim Robert-Koch-Institut in Berlin. Und es tritt wesentlich früher auf als die meisten anderen Krebsarten: „Etwa jede vierte Frau ist jünger als 55, wenn sie die Diagnose erhält, jede zehnte sogar jünger als 45 – ein Alter, in dem die meisten übrigen Krebserkrankungen zahlenmäßig noch kaum eine Rolle spielen.’’

Die Diagnose Brustkrebs stellt aber nicht mehr automatisch ein Todesurteil dar. „Brustkrebs ist behandelbar und die Überlebenschancen stehen gut, wenn er früh genug erkannt wird“, betonen die Mediziner. Operation, Bestrahlung, Chemo- und Hormontherapie sind die Hauptsäulen der Behandlung, die nach Analyse der Gewerbeprobe in Gang kommt. Durchaus mit Erfolg: Trotz der gestiegenen Erkrankungsraten sterben heute deutlich weniger Frauen an Brustkrebs als noch vor zehn Jahren. Nach fünf Jahren sind noch fast 80 Prozent der Frauen am Leben. Wirklich heilen können Mediziner die Krankheit aber oft nicht, und in vier von zehn Fällen tritt sie nach Monaten oder Jahren plötzlich wieder auf: entweder als Lokalrezidiv, sprich: sie ist auf die Brust beschränkt, oder aber sie hat sich weiter ausgebreitet und bereits Metastasen gebildet.

Die „Sterberate“, um die es geht, bezieht sich auf das Verhältnis von Erkrankungen zu Todesfällen. Werden nur die Todesfälle genommen, lag in Bayern die Gesamtzahl beispielsweise im Jahr 1998 bei 2624, im Jahr 2013 lag sie mit 2663 Todesfällen um 39 höher. Die Vergleichszahlen für den Kreis Dillingen lauten 1998: 17 Todesfälle, 2013, wie schon gesagt, 26.

Werden die Altersgruppen verglichen, in denen der Tod durch Brustkrebs eintritt, dann lag in Bayern bei den unter 50-jährigen Frauen die Zahl der Todesfälle im Jahr 1998 noch bei 278, im Jahr 2013 dann bei 205.

Im Kreis Dillingen wurde in der gleichen Altersgruppe 1998 kein Fall registriert. 2013 gab es insgesamt zwei Fälle. Bei Frauen zwischen 50 und 70 waren es vor anderthalb Jahrzehnten bayernweit 977 Todesfälle, zuletzt lag die Zahl bei 827. Im Kreis Dillingen wurden 1998 in dieser Altersklasse zehn Fälle gezählt und 2013 waren es sechs. Bei den über 70-jährigen Frauen starben 1998 im Land 1369 an Brustkrebs, anderthalb Jahrzehnte später waren es 1631. Im Kreis Dillingen stand 1998 in sieben Fällen bei den über 70-Jährigen Brustkrebs im Totenschein und 2013 waren es 18 derartige Fälle.

Die Ursachen für die Entstehung von Brustkrebs sind noch nicht eindeutig geklärt. Doch bestimmte Faktoren erhöhen das Erkrankungsrisiko, informiert die Deutsche Krebshilfe: erbliche Belastung, früher Menstruationsbeginn, späte Menopause, Kinderlosigkeit und späte Geburt des ersten Kindes. Auch eine ungesunde Lebensweise verbunden mit Übergewicht, Bewegungsmangel, Rauchen- und Alkoholgenuss erhöhe das Brustkrebsrisiko.

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