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12.08.2018

Rot-Orange im Landkreis

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3 Bilder
Soweit wie auf diesem Bild ist es im Landkreis Dillingen noch nicht gekommen, die Feuerwehren mussten noch nicht ausrücken. Dennoch besteht Waldbrandgefahr der mittleren und hohen Stufe.
Bild: Symbolfoto: Christian Kießling

Auf der Karte des Deutschen Wetterdienstes kennzeichnen fünf Farben die Waldbrandgefahr. Der Landkreis Dillingen wird derzeit von mittel bis hoch eingestuft. Die Feuerwehren sind für den Ernstfall gerüstet

Der Ausnahme-Sommer lässt auch den Landkreis nicht aus: Die Waldbrandgefahrenkarte des Deutschen Wetterdienstes leuchtet rot-orange im Bereich Dillingen. Noch befindet sich der Landkreis zwischen mittlerer und hoher Gefahr, bei Höchststufe Violett wird die Lage dann allerdings ernst. Am Flugplatz Genderkingen startet die Luftrettungsstaffel Bayern ihre Luftbeobachtungsflüge, um im Falle einer Rauchenwicklung frühzeitig Alarm schlagen zu können.

Wie knapp der Landkreis vor brennenden Wäldern steht, definiert Marc Koch als Bereichsleiter Forsten beim Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Wertingen genauer: „Laut Waldbrandstatistik gab es 2017 die wenigsten Waldbrände seit 40 Jahren in Deutschland. Die meisten Brände entzünden sich im April. Ich denke, im Sommer sind sich die Menschen der Brandgefahr einfach viel bewusster.“ Die Brände werden allerdings erst dann statistisch erfasst, wenn sie einen Hektar Fläche übersteigen. Demnach kann es laut Koch also möglich sein, dass es dieses Jahr bereits kleinere Feuer gab, diese jedoch nicht statistisch erfasst wurden.

Johann Stuhlenmiller von der Forstbetriebsgemeinschaft Dillingen sieht im Landkreis kein entsprechendes Gefährdungsgebiet: „Obwohl die Bodenvegetation extrem trocken ist, gibt es mehrere Faktoren, die einen Brand in der heutigen Zeit besser verhindern können als früher.“ Die Erschließung des Waldes sei immer besser, auch durch die inzwischen gute Mobilfunkvernetzung. Zudem gibt es Fortschritte in der Verwertung von Hackgut: Noch vor 20 Jahren wurde das Holz direkt im Wald verbrannt.

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„Der Regen fehlt im Landkreis“, sagt Kreisbrandinspektor Markus Trautzmiller vom Kreisfeuerwehrverband Dillingen. Mit Temperaturen bis zu 38 Grad steige die Wahrscheinlichkeit, dass dieser Sommer im Landkreis nicht brandfrei bleibe. Trockene Rinden, spröde Böden und geringer Niederschlag fordern nicht nur die Natur heraus, sondern auch Franz Reiter aus Wertingen. „Trockenheit und die zusätzliche Belastung durch den Borkenkäfer machen mir diesen Sommer sehr zu schaffen,“ erzählt der Waldbesitzer. Mehr Betreuungsaufwand seines Waldes ist seither nötig, ein Teil musste sogar gefällt werden.

Dillingens Stadtbrandinspektor Markus Pfeifer hat bereits Erfahrungen mit Bränden auf Getreidefeldern und meint, dass die Feuerwehren gut gewappnet für den Fall eines Waldbrandes seien. „Die Besonderheit bei einem solchen Brand ist, dass der Anschluss an ein Hydrantennetz im Wald fehlt.“

Dieser Engpass lasse sich allerdings durch die Mithilfe von den umliegenden Landwirten ausgleichen: Mithilfe der mit Wasser gefüllten Gülletanks können die Bauern der Feuerwehr das nötige Wasser zum Brandort liefern. Dieser besondere Löschvorgang erfordert auch strukturelles Geschick der Feuerwehrmannschaft: „Es kommt auch auf die Witterung an. Je nach starkem oder schwachem Wind, muss man eine andere Lösch-Taktik wählen.“

„B-Wald“ lautet das Einsatzstichwort bei einem Feuerausbruch im Wald, das von der Leistelle an die Feuerwehrmänner und -frauen weitergeleitet wird. Mit ihren 6000 Litern Löschwasserkapazität kann die Feuerwehr Dillingen sogar einem Waldbrand über einem Hektar Größe alleine meistern. Auf Verstärkung von umliegenden Feuerwehren kann sie trotzdem zählen, bestätigt Pfeifer.

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