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DZ-Jahresrückblick

25.12.2020

Rückblick auf 2020: Corona macht im Landkreis Dillingen alles anders

Während der Ausgangssperre im Frühjahr führten auch Beamte der Polizeiinspektion Kontrollen durch. Hier zum Beispiel in der Kardinal-von-Waldburg-Straße.
Bild: Berthold Veh

Plus Wenige Tage nach der WIR in Dillingen wird ein erster Bürger positiv auf Covid-19 getestet. Seitdem hat sich das Leben für die Menschen im Landkreis Dillingen deutlich verändert.

Die Corona-Pandemie hat das ganze Jahr massiv geprägt, auch den Landkreis Dillingen. Die WIR war die letzte große Veranstaltung Anfang März. Es war wie ein letztes Aufbäumen, als vom 4. bis 8. März Dutzende Besucher trotz der grassierenden Angst vor dem Coronavirus auf die Wirtschafts-, Informations- und Regionalausstellung strömten. Zu dem Zeitpunkt gab es im Landkreis Dillingen noch keinen einzigen bestätigten Coronafall. Und das Gesundheitsamt zog in das erweiterte Landratsamt. Lange blieb das Gebäude in der Weberstraße jedoch nicht leer.

Bereits für das auf die WIR folgende Wochenende hagelte es Absagen, etwa für den Hochschultag am Sailer-Gymnasium. Stündlich rechnete man mit dem ersten bestätigten Corona-Fall. Am 18. März war das so weit. Am 20. März verkündete Bayerns Ministerpräsident Markus Söder eine Ausgangssperre. Drei Tage später beklagte der Landkreis das erste Todesopfer im Zusammenhang mit Covid-19.

Die Pfarrer im Landkreis Dillingen legten ihre Gottesdienste ins Freie

Schulen und Kindergärten wurden geschlossen, sämtliche Geschäfte und Läden außer Apotheken und Supermärkten waren zu, immer mehr Unternehmen schickten ihre Mitarbeiter ins Homeoffice. Gastronomen stellten auf Liefer- oder Abholservice um, Städte und Kommunen boten kostenlose Einkaufshilfen für Senioren an. Freiwillige nähten im Akkord Mund-Nasen-Masken, die genauso gefragt waren wie Desinfektionsmittel und professionelle Schutzkleidung für Ärzte und medizinisches Personal. Betroffen war zuvor schon der Wahlkampf anlässlich der Kommunalwahl: Info-Stände, Haustürbesuche, Wahlpartys – abgesagt. Die Kultur hatte komplett Sendepause. Das erste Literaturfestival in Nordschwaben wurde verschoben.

Weil selbst Spielplätze gesperrt waren, wurden immer mehr Kinderwagen durch den Auwald oder das Dattenhauser Ried geschoben. Pfarrer verlegten ihre Gottesdienste ins Internet und predigten auf Youtube. Etwa Buttenwiesens Pfarrer Klaus Ammich oder der evangelische Pfarrer Frank Bienk – der im Herbst die Pfarrei Gundelfingen und Bächingen gen Günzburg verließ. In Lauingen wurde Anfang April ein mobiles Testzentrum mit ehrenamtlichen Helfern eingerichtet. Planbare Operationen in den Krankenhäusern in Dillingen und Wertingen wurden verschoben, um Kapazitäten für Covid-Patienten zu schaffen. Am schlimmsten traf die erste Welle das Seniorenheim in Bissingen. Dort starben im Frühsommer gleich 25 Menschen im Zusammenhang mit einer Covid-19-Infektion.

Die Kultur im Landkreis Dillingen hatte wegen Corona Sendepause

Ab Mitte Mai wurden die Maßnahmen allmählich gelockert. Dennoch demonstrierten im Dillinger Taxispark Menschen gegen die Corona-Maßnahmen. Im Dillinger Autokino konnte man sich Filme anschauen. Dann kam der Sommer, und die Ausgangssperren wurden zurückgenommen. Der Töpfermarkt im Dillinger Schlosshof, der Gallimarkt in Dillingen und der Marktsonntag in Wertingen sowie die Frauenwelt 2.0 in Höchstädt waren erste Versuche für Veranstaltungen mit den neuen Hygieneauflagen. Die Besucher freuten sich hinter ihren Masken darüber, dass überhaupt etwas geboten war. Die Verleihung des Ulrichspreises an Bundesentwicklungsminister Gerd Müller wurde erst auf Oktober verschoben und dann wieder abgesagt. Immerhin, neben Fußball durften auch andere Vereine wieder trainieren und Wettbewerbe abhalten, etwa die Turner aus Buttenwiesen oder die Tennisvereine. Sogar der Dillinger Orgelsommer fand statt. Und die Hallenbäder machten auf.

Bis im Oktober die Infektionszahlen in ganz Deutschland und auch im Landkreis dramatisch stiegen und im November der zweite Lockdown folgte. Da hatte das neue Dillinger Testzentrum im ehemaligen Gesundheitsamt bereits seinen Dienst aufgenommen. Auch Soldaten halfen bei der Suche nach Kontaktpersonen mit, zudem wurde weiteres Personal eingestellt. Dieses Mal mussten weder Schulen noch Geschäfte schließen. Doch die Kultur hatte wieder Sendepause. Reihenweise wurden Veranstaltungen abgesagt. Auch Hotel- und Gastronomiebetriebe mussten wieder schließen. Traditionsveranstaltungen wie Allerheiligen oder St. Martin, alles anders in diesem Jahr. Hunderte Menschen wurden in Quarantäne geschickt. Der Kreis rutschte in der Corona-Ampel von Grün, Gelb und Rot bis Dunkelrot. Ein Missverständnis mit dem Gesundheitsministerium führte dazu, dass der Landkreis dort schon zwei Tage früher als „gelb“ galt.

Und wieder traf es ein Alten- und Pflegeheim am schlimmsten: Im Lauinger Elisabethenstift infizierten sich sowohl Mitarbeiter als auch Bewohner an Covid-19. Neben dem PCR-Test waren dort auch Antigenschnelltests im Einsatz.

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