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DZ-Jahresrückblick

25.12.2020

Rückblick auf 2020: Das Lauinger Einkaufszentrum hat den Test nicht bestanden

So hätte das Einkaufszentrum in Lauingen nach den Vorstellungen der Hahn-Gruppe aussehen können.
Bild: Hahn-Gruppe

Plus Zum ersten Mal seit Jahren haben die Lauinger 2020 in einem Bürgerentscheid abgestimmt. Die Shopping-Meile besteht den Test nicht. Doch wie geht es weiter?

Am Ende war es alles andere als knapp: Etwa zwei Drittel, 62,9 Prozent, der Lauinger Wähler entschieden sich am 1. März gegen den Bau des Einkaufszentrums im Osten der Stadt. Damit endete eine lang währende Diskussion, die längst nicht mehr nur in der Herzogstadt Aufsehen erregt hatte.

Die Investoren der Hahn-Gruppe hatten ambitionierte Pläne für eine 18.000 Quadratmeter große Fläche zwischen Lauingen und Dillingen: Lidl, Edeka und der Drogeriemarkt Dm hätten eine Filiale eröffnen sollen. Knapp eine Woche vor dem Bürgerentscheid gingen die Investoren noch einmal in die Offensive und machten Pläne öffentlich, die auch ein Geschäft von Siemes Schuh-Center vorsahen. 20 Millionen Euro wollte die Hahn-Gruppe in Lauingen investieren, 100 bis 150 Arbeitsplätze in Teil- und Vollzeit wären den Investoren zufolge entstanden.

Das Bürgerbegehren der Lauinger Grünen hatte Erfolg

Doch der Gegenwind kam früh und er war heftig: Bereits in der Stadtratssitzung, in der es um die Pläne ging, war man nicht ausnahmslos begeistert. Mit knappem Vorsprung von 13:10 Stimmen votierten die Räte für den Bau. Die einen sahen darin eine Chance, auch überregional Wirkung erzielen zu können. Die anderen machten sich Sorgen um die wenigen verbliebenen Geschäfte in der Innenstadt.

Und dann trat der frisch gegründete Ortsverband der Grünen in Erscheinung: Über Wochen hinweg machten dessen Mitglieder vor verschiedenen Geschäften und an öffentlichen Plätzen im Stadtgebiet Werbung gegen den Bau, sammelten Unterschriften für ein Bürgerbegehren. Das Ziel: Die Lauinger sollten selbst entscheiden. Grünen-Sprecher Engelbert Kigele sprach in dem Zusammenhang von einer „toxischen Investition“ für die Innenstadt. In eine ähnliche Kerbe schlug die CSU-Fraktion im Stadtrat. Sie stellte einen Antrag auf ein Ratsbegehren, durch welches in jedem Fall die Bürger abstimmen sollten – unabhängig davon, ob das Bürgerbegehren gültig ist oder nicht. Am 1. März wurde schließlich abgestimmt.

Bürgermeisterin Müller wünscht sich trotzdem ein Einkaufszentrum

Auch zahlreiche Geschäftsinhaber in der Altstadt machten mit einer aufsehenerregenden Aktion Werbung gegen den Bau. Mit neonfarbenen Plakaten hängten sie ihre Schaufenster zu. Darauf zu lesen der Halbsatz „Was wäre, wenn...“. Damit, erklärte der Federführer der Aktion, Jakob Lenzer, wolle man auf die Auswirkungen eines möglichen Einkaufszentrums aufmerksam machen. Denn gerade Lebensmittelhändler, Bäcker und Metzger fürchteten die neu entstehende Konkurrenz im Lauinger Osten. Lenzers Hauptargument: „Wir brauchen keinen achten Supermarkt. Wo soll dafür denn die Kaufkraft herkommen?“

Am Ende war da Jubel bei denen, die sich gegen den Bau aussprachen, Enttäuschung bei den anderen. Bürgermeisterin Katja Müller ( CSU) hatte sich von dem Projekt auch erhofft, dass es noch weitere Investoren anziehen werde. Die Pläne der Hahn-Gruppe, sagte sie nach der Abstimmung, fand sie gut. Sie wünsche sich trotzdem ein Einkaufszentrum auf dem Areal, dann eben in anderer Form.

Was dort nun entstehen soll, ist aktuell noch offen. Die Investoren haben seit der Abstimmung keine neuen Pläne veröffentlicht. Klar ist: Irgendwas wird kommen. Denn die Fläche ist Teil eines Gewerbegebiets. Die Causa Einkaufszentrum bleibt also auch 2021 spannend.

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