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04.03.2009

Sand statt Schnee, Sonne statt Nebel

Der Zeitpunkt im Februar war ideal: Statt bei Minusgraden in Schneelandschaften an der nordschwäbischen Donau zu frieren, ging Belinda Hitzler in sonnigen Gefilden ihrer sportlichen Passion nach. Die erfolgreiche Distanzreiterin hatte eine Einladung zum "HH. Presidents Cup" in Abu Dhabi erhalten, "einem der wichtigsten Ritte in den Emiraten", wie die Dillingerin versichert. Sie startete als einer von 13 Europäern, die mit ihren Pferden und einer Begleitperson anreisen durften. Der Präsident der Vereinigten Arabischen Emiraten als Veranstalter lädt die weltweit besten Distanzreiter ein, so auch zwei Amerikaner und drei Australier.

"Ich hatte meinen 15-jährigen Araber Shagar mitgenommen, mit dem ich die deutsche Meisterschaft gewonnen habe", berichtet Hitzler. Das Pferd wurde schon Ende Januar durch eine Spedition abgeholt und nach Paris gebracht, von wo es mit den anderen europäischen Pferden nach Abu Dhabi flog. Ihr Mann und sportlicher Betreuer, Stephan Schelldorf, folgte einige Tage später. Belinda Hitzler: "Shagar hat den Transport und die krasse Umstellung sehr gut verkraftet, immerhin war es bei uns minus 15 Grad kalt und in Abu Dhabi wurde es immer wärmer, bis zu 30 Grad. Das war schon enorm! Aber Shagar schien die Sonne zu genießen."

Die Reiterin selbst war freilich etwas skeptisch, immerhin musste ihr Pferd nur zwölf Tage nach seiner Ankunft den Wettkampf über die 160-Kilometer-Distanz laufen: "Und in der kurzen Zeit ist keine richtige Akklimatisierung möglich. Zudem sind unsere Pferde weniger an Sandboden gewöhnt. Die Trainingsbedingungen zu Hause waren nicht ideal. Bei gefrorenem und vereistem Boden konnte man kaum zügig reiten. Aber ich hatte ein gutes Gefühl, Shagar war super drauf und zeigte viel Spaß am Laufen."

Untergebracht waren alle Reitern sowie ihre Crews in einem Hotel 20 Minuten vom Stall entfernt - und dort konnte man am Pool die Sonne genießen und relaxen, bevor es losging. "Die partyfesten Portugiesen sorgten für gute Stimmung und wir alle verbrachten eine wunderbare, lustige Zeit vor dem Ritt. Zudem wurde vom Veranstalter eine romantische Dinnerparty veranstaltet, mit Buffet in Beduinenzelten und Kamelreiten. Es wurden weiße Kamele gezeigt und Falken", schwärmt die Dillingerin.

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Bei der Voruntersuchung durch die Tierärzte präsentierte sich Shagar in hervorragender Verfassung und ließ keinen Zweifel daran aufkommen, dass er fit für den Wettkampf ist. Belinda Hitzler wusste jedoch, dass in den Emiraten immer sehr schnell geritten wird. So lautete ihre Devise "durchkommen". Sie hatte auch im Hinterkopf, dass der Rücktransport schon früh geplant war und die Pferde nach diesem schweren Rennen nur einen Tag Zeit zur Regeneration hatten.

Der Start erfolgt früh morgens um 6 Uhr, es war noch dunkel und relativ kalt. 78 Reiter legten mit ihren Vierbeinern los. Überwiegend "Locals", die sie bereits viele Monate vor diesem wichtigen Rennen in der Wüste vorbereiten konnten. "Da hatten wir letztlich keine Chance", war sich Belinda Hitzler im Klaren: "Ich entschied mich für einen ruhigen Beginn, um keine unnötige Energie zu verschwenden, und startete zusammen mit den Italienern und Spaniern ganz am Schluss." Was sich auszahlte: Shagar ging ein schönes, ruhiges Tempo. Die erste Runde führte über 38 Kilometer. Im "Vetgate" wurde Shagar dank herausragender Pulswerte sofort dem Tierarzt vorgestellt und machte einige Plätze gut.

Drittbeste Europäerin

Souverän präsentierte sich der Araber auch weiterhin und galoppierte munter nach 146 Kilometern auf die letzte Runde. "Wir überholten noch eine Belgierin und kamen mit einem Schnitt von 16,6 Stundenkilometern als 28. ins Ziel", war die Dillingerin mit ihrem "Teampartner" sehr zufrieden. Von 13 Europäern beendeten nur fünf das Rennen, Belinda Hitzler belegte in dieser "Wertung" sogar Rang drei. Den Wettbewerb gewann ein renommierter Rennstall aus Abu Dhabi, der mit einem 26er Schnitt auf 160 Kilometer Distanz einen neuen Weltrekord aufstellte.

Hitzlers Fazit: "Ich war sehr froh, dass wir alle dieses Abenteuer so hervorragend überstanden haben. Vor allem Shagar. Normalerweise ist Shagar nun für die EM Ende September in Assisi/Italien qualifiziert. Das letzte Wort hat der Bundestrainer, wir werden sehen …"

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