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15.05.2015

Schätze der Heimat als kulturelles Erbe

Ukrainischer Ostereier: Diese Nachbildungen erhielten die Höchstädter für ihr Museum als Dank für die Rückführung der Originale.
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Ukrainischer Ostereier: Diese Nachbildungen erhielten die Höchstädter für ihr Museum als Dank für die Rückführung der Originale.

Nicht nur in den Donaustädten gibt es sehenswerte Museen. Am werden Sonntag zahlreiche Führungen angeboten

Landkreis Der Internationale Museumstag am morgigen Sonntag will die Aufmerksamkeit der Menschen auf die vielen Schätze richten, die hierzulande in den zahlreichen Heimatstuben und Museen aufbewahrt und manchmal nicht genug geschätzt werden.

l In Schloss Höchstädt gibt es am Sonntag um 15 Uhr eine Familienführung zum Museumstag. unter dem Motto „Aus dem Rahmen gefallen“. Die Teilnehmer begeben uns auf Motivsuche und erfahren dabei Wissenswertes über Farben und Techniken, bevor wir selbst zu kleinen Künstlern werden. Für Kinder von sechs bis zehn Jahren und deren Eltern oder Großeltern. Anmeldung: Telefon 09074 9585-700 (Kasse).

Im Heimatmuseum Höchstädt sind die Zinnfigurendioramen zur Schlacht vom 13. August 1704, besonders sehenswert. Auf circa 24 Quadratmeter führen etwa 9000 handbemalte Zinnfiguren das militärische Ringen vor Augen.

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Viele Höchstädter Bürgerinnen und Bürger erinnern sich an die ukrainischen Ostereier, welche während des 2. Weltkrieges in Schloss Höchstädt eingelagert waren. Nach dem Krieg wurden diese Jahrzehnte lang im Heimatmuseum ausgestellt, bis eine Delegation aus Kiew ihren Eigentumsanspruch darauf erhob und die Ostereier 2011 an die Ukraine zurückgeführt wurden. Als Dank für die Rückführung erhielt nun das Heimatmuseum Höchstädt Replikate aller Ostereier Die kunstvoll bemalten Eier können im Heimatmuseum in Höchstädt in einer Sonderausstellung besichtigt werden.

Öffnungszeiten des Höchstädter Heimatmuseum: bis 27. September jeden Sonntag von 14 bis 17 Uhr. Eintrittspreis für Erwachsene zwei Euro, Kinder sind frei. Sonderführungen nach Vereinbarung mit den Eheleuten Michaela und Leo Thomas vom Historischen Verein Höchstädt unter 09074/5262.

Im Dillinger Stadt- und Hochstiftmuseum wird in der Römer-Abteilung wird ein äußerst wertvoller und interessanter Neuzugang gezeigt. Bei dieser Leihgabe handelt es sich um einen römischen Grabstein aus dem 2. Jahrhundert n. Chr. Die Grabstele aus Kalkstein stammt wahrscheinlich von einer nahe Blindheim gelegenen Villa rustica, einem römischen Gutshof. Der Stein, vermutlich eine Mischung aus Grab- und Weihestein zeigt als Halbrelief den verstorbenen Publius Aelius Primitus. Kurator Werner Gutmair: „Der Stein ist für die Archäologie unseres Raumes von hoher Bedeutung, da bisher nur wenige Bruchstücke römischer Grabstelen bekannt geworden sind.“

Der Allgäuer Webersohn Sebastian Kneipp (1821-1897) besuchte in Dillingen das Gymnasium und studierte am damaligen Dillinger Lyceum Theologie. Der an Lungen-Tbc erkrankte Student stieg im Winter 1849/50 zur Eigentherapie ins eiskalte Wasser der Donau. Diese Wasserkur hatte auch den gewünschten Erfolg. Dillingen kann somit wohl zu Recht als Geburtsstätte der Kneippschen Lehre angesehen werden.

Zu Beginn der Biergartensaison bietet das Museum in der Abteilung „Dillinger Handwerk“ Informationen über das Brauereiwesen Dillingens an. Der über vier Stockwerke reichende Bohrkern im Angerer-Haus, der aus einer Bohrung nach Trinkwasser aus dem Jahr 1953 stammt, lässt die letzten 150 bis 200 Millionen Jahre Erdgeschichte unseres Raumes lebendig werden.

Im Zusammenhang mit dem 2. Weltkrieg, dessen Beendigung vor 70 Jahren wir in diesen Tagen gedenken, steht der Raum „Flüchtlinge und Vertriebene“. Es wird dort gezeigt, aus welchen unterschiedlichen deutschen Siedlungsgebieten im Zuge des 2. Weltkrieges und danach Vertriebene und Flüchtlinge kamen. Die näheren Umstände werden am Beispiel der Sudetendeutschen gezeigt. Ein besonderes Ausstellungsstück ist dabei das Waffeleisen, mit dem die Dillinger Unternehmerin Marlene Wetzel-Hackspacher mit der Produktion von Karlsbader Oblaten begonnen hat.

Eine Führung findet am Sonntag um 15 Uhr durch das Museum statt.

l Das Sudetendeutsche Heimatmuseum in Gundelfingen „Kultur und Brauchtum der Sudetendeutschen“ hatte seine Anfänge bei einer Ausstellung 2006 in der Walkmühle. Später wurde ein erstes Museum im Alten- und Pflegeheim eingerichtet. Nach dem Abbruch des Gebäudes fand das Museum eine neue Bleibe in der Hauptstraße 25. Schwerpunkte des Museums sind die Geschichte der Sudetendeutschen, die Kultur und das Brauchtum, das Handwerk, die Vertreibung, der Neubeginn und die Integrierung in der neuen Heimat. Ebenso die Teilnahme der Vertriebenen am Stadtgeschehen und der Errichtung von Handwerksbetrieben. In dem neuen Museum können noch mehr Exponate, Erinnerungsstücke, Dokumentationen und Sonderausstellungen gezeigt werden. Im Keller befindet sich ein umfangreiches Bücher-Archiv, das auch von Schülern für die Erstellung von Referaten und Dokumentationen über die Geschichte und Kultur des Sudetenlandes genutzt werden kann.

Der Besuch des Sudetendeutschen Heimatmuseums ist frei. Um Spenden zur Deckung der Kosten wird gebeten. Die anfallenden Aufgaben und Arbeiten werden ehrenamtlich geleistet.

Das Sudetendeutsche Heimatmuseum ist jeden ersten Sonntag im Monat von 13 bis 17 Uhr geöffnet. Nach telefonischer Rücksprache werden Sonderöffnungen, auch für Busse, angeboten.

Auskunft unter: Inge Hefele, Telefon 09073/7747 oder Paul Zeisberger, Telefon 09073/7982.

l In einer beispielhaften Gemeinschaftsaktion wurde der ehemalige Zillenbauernhof in Blindheim vor dem Verfall gerettet und als Heimatmuseum einer neuen Nutzung zugeführt. Das denkmalgeschützte Bauernhaus samt Scheune aus dem 17. Jahrhundert beherbergt jetzt ein Museum über das Wohnen und Arbeiten auf dem Lande. Das Museum zeigt Leben und Wohnen in früheren Zeiten. Hier liegt im Zwerchhaus ein original erhaltener und etwas aufwendiger ausgestalteter Raum. In der Zeit um 1780 entstanden, diente er ehemals wohl als Austragsstube für die alten Bauersleute. Im früheren Getreideboden sind prähistorischer Bodenfunde aus der Blindheimer Flur sowie zahlreiche Relikte der Schlacht bei Blindheim am 13. August 1704 aufbewahrt und zugänglich gemacht.

Öffnungszeiten: Das Heimathaus Blindheim ist von April bis Oktober jeden 1. Sonntag im Monat von 14 bis 17 Uhr geöffnet.

Das Heimathaus der Stadt Lauingen wird sich am Museumstag nicht meiner einer eigenen Aktion beteiligen Allerdings findet am Sonntag in den Museumszellen um 11 Uhr eine der bewährten Kurzführungen statt zu dem Thema: „Die Bayerische Couvertfabrik Lauingen“. In Lauingen gibt es noch mehr zu entdecken, etwa die Mineraliensammlung in der Brüderstraße 10. Eine Besonderheit stellt dort die Albertus-Magnus-Sammlung dar, die alle von ihm beschriebenen Mineralien beinhaltet. Zur Museumskultur der Stadt Lauingen gehört auch das Heinz-Piontek-Museum, ebenfalls in der Brüderstraße 10. Zu sehen ist ein Teil der Privatbibliothek des Dichters sowie alle seine Werkausgaben. Fotos und Briefe runden die Ausstellung ab.

IndenMuseumszellen der Stadt Lauingen findet am Sonntag, 11 Uhr, eine Führung statt. Die Mineraliensammlung und das Piontekmuseum sind nach Vereinbarung geöffnet.

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